Diakovere und andere Verfehlungen

Über die Hygiene und den Umgang mit Patienten

oder: „Die Klassenmedizin gibt es noch immer.“

Die Einlieferung in ein Krankenhaus nach einem Schlaganfall kann niemand verhindern und will es auch nicht. Immerhin hängt das Leben sprichwörtlich am „seidenen Faden“.

Nach einer Zeit des körperlichen Aufbaues und einer genauen Untersuchung und Feststellung der Härte des Schlaganfalles: schwach – mittel – schwer, wird der Patient normalerweise im Anschluss in eine Reha-Klinik überführt. 

Meine Mutter wurde am 23.03.2019 eingeliefert und verbrachte, nach einer intensiven Erstuntersuchung in der Notaufnahme, fast 2 Wochen auf der Intensivstation, bevor sie (endlich) auf die „normale“ Station verlegt wurde.

In der Zeit wurde mir von ständig wechselnden Stationsärzten mitgeteilt, dass sich der Sozialmedizinische Dienst des Krankenhauses um eine Anschluss-Reha bemühte. Aber es geschah nichts. Immer wenn ich nachfragte, wie der Stand sei, bekam ich zu hören: es ist ein leichter Schlaganfall und das Sprachzentrum sei betroffen und der Sozialmedizinische Dienst macht das.

Die anfänglichen körperlichen Koordinationsprobleme wurden allmählich weniger, das bemerkten wir Besucher ebenfalls, und das machte Mut, dass sie die Reha und damit eine konzentrierte Therapie bald antreten konnte.

Aber darauf ruhte ich mich nicht aus, sondern versuchte nach einer weiteren Woche (der Dritten) der unzureichenden bis nicht stattfindenden Mitarbeit des Sozialmedizinischen Dienstes des Krankenhauses, eine Einweisung in eine Reha-Maßnahme zu beschleunigen. Ich rief einige Kliniken an, die in Frage kamen, und erfuhr, dass der Sozialmedizinische Dienst sich tatsächlich gemeldet hatte – Einmal! Außerdem teilte man mir mit, dass ich die Einweisung nicht veranlassen könne, sondern nur der Sozialmedizinische Dienst des jeweiligen Krankenhauses. Am Ende geht es leider wieder nur um Zuständigkeiten. Es lebe der Verwaltungsakt.

„Menschen machen Eindruck“
Mein Eindruck: ein Menschenleben wird gemessen an der Höhe der finanziellen Möglichkeiten.

Ich versuchte Kontakt mit dem Sozialmedizinischen Dienst aufzunehmen, denn es passierte weiterhin nichts. Niemand rief an und niemand beantwortete meine Fragen. Doch mein Kontaktgesuch scheiterte immer wieder. Später erfuhr ich, dass zwei Mitarbeiter/innen krank und eine/r im Urlaub sei. Ob das so war … wir wissen es nicht. Aber es ging anderen Patienten anscheinend auch so, also wird etwas dran sein.

Abwiegeln und vertrösten … das können die Ärzte und auch das Pflegepersonal hervorragend. Ganze Horden von Angehörigen im Unklaren lassen und die Geheimhaltung über die Personalakte wird nebenbei zu Perfektion getrieben, auch wenn die Patienten für sich selbst nicht sprechen können und die Angehörigen entsprechend gefordert sind. Ich glaube aber auch, dass diese Personalakte – außer, oder ich hoffe das zumindest, bei den medizinischen Daten – nicht so korrekt geführt wurde. Da wird schon mal eingetragen, dass die Tochter ständig nervt oder der Sohn Strafanzeige stellen will. … man unterhält sich auch unter den betroffenen Angehörigen … .

Das alles hat nichts in der Personalakte zu suchen und ich vermute außerdem, dass diese Einträge über den Computer immer wieder angepasst und verändert werden, je nachdem, und bei Anforderung verschwunden sind. Frei nach dem Motto: da ist alles korrekt aufgeführt. Aber Unzulänglichkeiten werden ganz sicher verschwiegen. Da bin ich mir sicher, dass die sich nicht selbst bezichtigen. … Es war die Schuld von … .

Sicher ist es das NICHT.

In der Patientenakte steht nicht, dass dem Patienten nicht die Zähne geputzt, die Haare nicht gewaschen oder der Arsch abgewischt wurde. Dort steht nicht, dass die Patienten nicht so schnell in eine Anschluss-Reha gekommen sind, damit sich Sprachfehler gar nicht erst verfestigen konnten.

Meine Mutter befand sich in einem Krankenhaus mitten in der Landeshauptstadt Hannover und die Diakovere Henriettenstift, kurz Henri genannt. Das Krankenhaus hatte eigentlich bis Dato einen guten Ruf.

Hatte.

Den ruiniert sich das Krankenhaus gerade selbst … mit unfähigen Mitarbeitern, die anscheinend komplett überfordert und überarbeitet sind. Sicher haben sie zu wenig Personal, aber wenn ich etwas nicht schaffe, dann nehme ich Hilfe von außen oder Angehörigen an, die sich anbieten.

Ich dachte ja, auf der „normalen Station“ würde meine Mutter besser betreut und man würde ihr bei Dingen, die sie nach dem Schlaganfall noch nicht konnte, geholfen. Das war zum Beispiel das aufdrehen der Zahnpastatube oder Wasserflasche. Überhaupt hat sie schon wegen ihrer Arthrose Schwierigkeiten und das ist die körperliche Einschränkung, die sie schon vorher hatte und weswegen sie Arbeitsunfähig wurde. Und den Unterlagen zufolge, bekam sie einen mickrigen Grad der Behinderung von 40 zugesprochen, obwohl die Schmerzen ununterbrochen da sind und die Entzündungsherde sichtbar.

Ein Armutszeugnis in einem so reichen Land, wie Deutschland und ich hätte es nicht geglaubt, wenn mir das ein anderer erzählt hätte. So erlebte ich es immer wieder als Schwerbehindertenvertretung mit Kolleginnen und Kollegen, mit denen ähnlich umgegangen wurde. Unterschiede gab es aber auch damals schon: jemand mit einem besseren Job und mehr Geld, bekam auch schneller Hilfe – egal was.

Parolen wie „Die Renten sind sicher“ und „Deutschland hat das beste Sozialsystem“ sind heute nur noch Makulatur. Die Praxis zeigt es.

Die Politik verpasste dem bis in die 1990-ger Jahre funktionierenden Gesundheitssystem durch eine allumfassende Sparauflage – die Kritik damals war teilweise sogar berechtigt, weil Zahnärzte nach Lust und Laune auch Zähne zogen, die noch nicht hätten gezogen werden müssen. Ich kann mich erinnern, dass meine Großeltern mit Mitte 50 keinen eigenen Zahn mehr hatten. Auch wurden Menschen schon beim Schein eines Bandscheibenvorfalls einfach mal so eben zur Kur geschickt. Man scherzte damals allzu oft: ich fahr´ in den Kururlaub.

Das Gesundheitssystem musste reformiert werden und es kam gewaltig mit der ‚Agenda 2010‘, die dem Gesundheitswesen den Todesstoß versetzte. Diese Reform zeichnet den schlimmsten Einschnitt für die Versicherten in der Geschichte des Sozialsystems nach dem letzten Krieg.

Nach der Einführung freuten sich die Krankenkassen und bauten gleich mal diverse neue Versicherungsgebäude, anstatt die Mitgliedsbeiträge für die zahlenden Patienten aufzuwenden (von denen das Geld [durch den Mitgliedsbeitrag, der monatlich vom Verdienst abgezogen wird] stammt) oder wenigstens für „schlechte“ Zeiten zurückzulegen.

Vor der Reform war auch nicht alles rosig und vor allem die Ungleichbehandlung war immer wieder Thema und dies sollte eine allumfassende Reform werden, die Missstände ausräumte. Allumfassend? Genau das war es nicht. Unverändert blieb die Ungleichbehandlung zwischen Gesetzlich- und den Privatversicherten. Hinzu kamen Zuzahlungen für den ohnehin gebeutelten Patienten und umständliche Verwaltungsrichtlinien für die behandelnden Ärzte. Man erreichte nur, dass der Hausarzt mehr Verwaltungsarbeiten hatte und die Spezialisten weniger aufgesucht wurden. Das ging auf Kosten der Patientenzeiten. Und die zusätzlichen Wege für Patienten wurden erhöht, denn man musste sich in jedem Quartal eine Überweisung holen, auch wenn man mit einem gebrochenen Arm nicht zum Internisten, sondern am besten gleich zum Orthopäden gehen sollte. Für jene, die ohnehin mit Gehbehinderungen o.ä. zu kämpfen hatten, war der Umstand groß, Arzttermine wurden nicht (mehr) wahrgenommen, was wiederum auf Kosten des Gesundheitszustandes ging.

Meine Mutter wurde auf die Station 2B verlegt. Es war ein 2-Bettzimmer. Aber wenn ich mir einbildete, dass die Versorgung und vor allem die Körperhygiene jetzt besser würde, hatte ich mich getäuscht. Ich bemerkte, dass ihre Haare immer fettiger wurden. Außer kämmen, wurde nichts gemacht. Eines Tages konnte sie sich zumindest soweit artikulieren, dass sie uns klar machte, dass ihr niemand die Zahnpastatube aufdreht. Und auch die Unterwäsche wurde mehr lieblos bis gar nicht verteilt oder gewechselt und beim Anziehen Hilfestellung leisten erst recht nicht. Keine Zeit! Und es wurde auch nicht darauf geachtet, dass Windeln in den Netzunterhosen waren und auch der Kot wurde nicht entfernt. Duschen oder zumindest waschen fand nicht statt.

Von einer Bekannten, die in dem Krankenhaus tätig war, wusste ich, dass die Schwestern keine Zeit haben. Aber dennoch setze ich Hygiene in einem Krankenhaus voraus und die beginnt mit der regelmäßigen Körperhygiene. Alle reden von Krankenhaus-Killer-Keimen, aber man scheint die Gegebenheit der unhygienischen und unmenschlichen Verhältnisse dabei komplett zu ignorieren.

Nach einigen Tagen im Zimmer 231, wurde sie in das Zimmer 233 verlegt. Grund: angeblich wegen des gefährlichen Krankenhauskeimes, den irgendjemand (nicht näher bezeichnet) ausbrütete. Aber ich bezweifle das inzwischen, denn plötzlich hieß es, dass meine Mutter entlassen wird.

„Wohin?“, fragte ich den Arzt, den ich sofort aufgebracht sprechen wollte. „Nach Hause“, bekam ich zur Antwort.

Mir blieb die Spucke weg.

Sie kann sich nicht allein versorgen und ich wohne nicht in der Nähe. … Ich bemühe mich seit Wochen um einen Reha-Platz, den aber das Krankenhaus suchen müsste. … Ich hätte sogar einen Platz gehabt, aber leider hatte ich keine Unterlagen und auch fehlte für eine Verlegung der Pflegegrad, der in der Patientenakte neben Status und Medikation stehen musste, aber anscheinend nicht eingetragen war.

„Das macht der Sozialmedizinische Dienst“, bekam ich zu hören.

Wie?! … auch die medizinischen Pflegestufen wurden vom Sozialmedizinischen Dienst vergeben? … kann ich nicht glauben, weil das Verwaltungsangestellte sind und keine Ärzte und ich höre schon die Ärzte meckern, weil sie sich ja nicht die Diagnosen für ihre Patienten von einem Sozialmedizinischen Dienst vorschreiben lassen. Never !

Die Patientenakte hatte das Krankenhaus und die Ärzte verzichteten auf eine Zusammenarbeit mit mir oder war nicht gewillt. Die Genehmigung von der Krankenkasse für eine sofortige Einlieferung/Verlegung in eine Reha-Klinik hatte ich schnell. Und nachdem ich deutlicher wurde, gelobte mir eine Stationsärztin Besserung.

Daraufhin verlegte man meine Mutter erneut: in das Zimmer 235.

Die Kontaktaufnahme zum Sozialmedizinischen Dienst des Krankenhauses scheiterte, bis heute. Kein Kontakt möglich. Niemand geht ans Telefon. Anfrage für eine persönliche Absprache vom Eingang des Krankenhauses: Mitarbeiter versuchen Kontakt herzustellen, aber niemand war im Hause.

Tja, so könnte ich auch keine Klinik für Patienten finden, wenn ich nicht am Arbeitsplatz sitze und arbeite.

Was war da los?

Ich konnte die Entlassung nach Tagen des hin und her verhindern, nicht zuletzt deshalb, weil ich drohte das Krankenhaus zu verklagen. Immerhin war es nicht unsere Schuld, dass sie keinen Reha-Platz bekam. Das war das Versäumnis des Sozialmedizinischen Dienst, deren Mitarbeiter sich zu keiner Zeit mit mir in Verbindung setzten. Die Kommunikation lief nur über die Krankenschwestern und Ärzte, die wiederum die Verantwortung nicht übernehmen wollten und die Zuständigkeit abschoben – abschieben auf jemanden / etwas, dass nicht erreicht werden kann. Super!

Innerhalb ihrer Zeit bis zum 24.04.20019 wurde meine Mutter 5x in ein anderes Zimmer verlegt. Und die letzte Verlegung war die Frechheit schlechthin und mir platzte der Kragen.

Nachdem man meiner Mutter eine unzureichende Pflege angedeihen ließ und sie mehrmals von Zimmer zu Zimmer verlegte, wurde sie während ich mit ihr bei sonnigem Frühlingswetter im Krankenhausgarten saß, mal eben in ein 4-Bettzimmer verlagert.

Garten des renovierten Krankenhauses Henriettenstift

Gerade, als sie mir mitteilte, dass sie ihre neue Zimmergenossin so großartig fand, waren sie auch schon wieder getrennt.

Wir fielen aus allen Wolken, als wir in ihrem Zimmer 235 eintrafen und eine andere Frau in dem Bett lag. Es war natürlich ein anderes Bett, aber eben der Platz, auf dem es stand.

Ich machte mich auf und erfuhr, dass meine Mutter in Zimmer 225 untergebracht worden war.

„Wir haben das Bett (womit der Platz gemeint war) gebraucht“, bekam ich zu hören.

Das war aber nur die halbe Wahrheit, denn es ging um die Krankenkasse. Der Neuzugang war Privatpatient/in und meine Mutter eben nur Kassenpatientin. Das Schlug dem Fass den Boden aus.

Erst verschoben die Schwestern meine Mutter von Zimmer zu Zimmer, dann soll sie entlassen werden, weil angeblich die Zeit herum war, der Sozialmedizinische Dienst war unfähig und nun musste sie sich auch noch die Diskriminierung als Kassenpatient gefallen lassen.

Unmöglich ist das!

Was ist aus unserem Gesundheitssystem geworden, was ist aus der Verantwortung eines Krankenhauses und den Ärzten gegenüber des Patienten geworden, was soll diese Zwei-Klassenindustrie?!!

JA: Industrie. Mehr ist es nicht mehr. Es geht nur noch um das Geld und nicht ums Helfen. Wer etwas anderes behauptet, lügt !!!

Allerdings glaube ich nun eher, dass die Krankenschwestern weniger Zeit für die Körperpflege der Patienten haben, weil sie ständig damit beschäftigt sind, die Patienten zu verlegen … mit Gepäck und allem, was der Patient im Krankenhaus an seinem Platz hatte, inklusive Beistellwagen und Bett. Und das nur, weil die Krankenkasse die Falsche ist: gesetzlich, was mit Minderwertig gleichzusetzen ist.

Okay, wenn man sonst nichts zu tun hat … .

Flötist, Skulptur im Garten des Henri oder Anspielung für anzubringende Flötentöne ?!

Ich werde eine schriftliche Beschwerde an die Krankenkasse und an die Bundesregierung senden. Das wird meiner Mutter zwar nicht mehr viel nützen, weil eine Entscheidung zu spät käme, aber ich hoffe darauf, dass sich das Problem für andere, nachkommende Patienten, in so einer Situation in Zukunft erledigt.

Eine Verlegung muss meine Mutter noch über sich ergehen lassen: die Anschluss-Reha beginnt am 25.04.2019 Vormittag. Endlich! Und genau in die Reha-Einrichtung, die mir mitteilte, wo die erste Anfrage des Sozialmedizinischen Dienstes einging, bevor dieser die Arbeit wegen Personalausfalles einstellte.

Die Stationsärztin teilte mir nun mit, dass sich das Krankenhaus um den Transport kümmert. – Echt ? … Soll ich das wirklich glauben? Oder sollte ich mir einen Wagen mieten und vor dem Krankenhaus Aufstellung nehmen, um gegebenenfalls eingreifen zu können?

Aber zuerst kommt der 78. Geburtstag meiner Mutter, den sie leider im Krankenhaus feiern muss. Wie erniedrigend das ist, kann nur jener nachempfinden, der in gleicher oder ähnlicher Situation ist oder wahr – entweder als Patient oder als Angehöriger.

Wir, Freunde und ich als Kind, werden ihren Geburtstag so schön wie nur möglich gestalten. Leider ohne Lebensgefährten – aber das ist ein anderes Kapitel.

Tulpe im Garten des „Henri“ aufgenommen

Berichtsstand: 20.04.2019

… von der aufgebrachten Francis Bee

Nachtrag: Meine Mutter kam endlich nach 4 Wochen zur Anschluss-Reha in die Niedersachsen Klinik. Gut so, denn jetzt kann eine gezielte Therapie erfolgen.

Die Therapeuten, wie auch der behandelnde Stationsarzt teilte mir mit: der von dem Krankenhaus erteilte Schweregrad D ist falsch. Es war ein schwerer Schlaganfall und daher max. mit B-Stufe zu kategorisieren. Die Teharapie hat außerdem zu spät begonnen, da man auch nicht genau weiß, wann der Schlaganfall passierte. War es am Tag der Einlieferung? oder schon einen Tag zuvor? Auch spielt das Alter eine Rolle. Die Genesung bei jüngeren Schlaganfallpatienten verläuft besser, mit wenigeren bis gar keinen Folgeschäden. Die Therapie ist einfacher und (oft) kürzer. Doch dies trifft alles nicht auf meine Mutter zu.

Erklärung zur Einstufung mit den Buchstaben: A steht für sehr schlecht / schwer, B ist leichter als A und C leichter als B, usw.

Das Krankenhaus Henriettenstift hat für mich die besten Tage hinter sich. Eine Reform des Krankenhausmanegements ist dringend erforderlich. Das Vertrauen zu diesem, aber leider auch zu anderen Krankenhäusern, ist verschwunden und es wird lange dauern, bis dieses Vertrauen wieder aufgebaut ist. Es gibt viel zu tun … (Stand: 04.05.2019, Francis Bee)

Beitragsfoto: Wilde Tulpe mit Hummel, Ort der Aufnahme: Garten im „Herni“

Vergissmeinnicht

Was haben Vergissmeinnicht und serve the city gemeinsam? = Antwort: das Datum.

Am 10.11.2018 hat sich eine Gruppe engagierter Menschen unter dem Motto „serve the city hannover“ im Café Tante Käthe zusammengefunden. Der Einstieg war einfach, weil wir gemeinsam bei einem Frühstück über die Aktionen diskutieren und Kontakte zu anderen Lebensbereichen knüpfen konnten.

Die Anwesenden haben sich aus verschiedenen Aktionen eine herausgepickt, bei der sie sich beteiligen wollten.

1. Warme Decken an Obdachlose verteilen

2. „Pfand gehört daneben“-Aktion

3. Fairteiler schrubben

4. Konzertbesuch mit Senioren

5. Blumenaktion zum „Vergissmeinnicht“-Tag

1. Warme Decken, Schal und Mütze, Socken und Handschuhe werden für die Obdachlosen in der Stadt gebraucht. Viele Sachen hat die Gruppe gesammelt und werden regelmäßig an Bedürftige ausgeteilt. Decken, vor allem Bettdecken mit einem Überzug werden für die kalten Nächte benötigt.

Mir ist aufgefallen, dass es eine unglaublich hohe Zahl an Frauen gibt, die sich inzwischen unter den Obdachlosen aufhalten.

2. Eine weitere Aktion ist die Unterstützung Pfandflaschen nicht in den Mülleimer zu schmeißen, sondern davor abzustellen. Es ist eklig mit den Händen im Müll wühlen zu müssen, um an Pfandflaschen zu kommen. Leider vergessen viele Menschen, dass die Obdachlosen selbst einmal ein geregeltes Leben hatten und aus den verschiedensten Gründen ihr Obdach verloren haben. Jeder muss sich fragen, ob sie/er gerne im Müll suchen würde … .

Entgegen eines Gesetzes, wobei das Sammeln tatsächlich verboten ist, schaut die Polizei absichtlich weg.

3. Der Fairteiler ist ein Bauwagen, in dem Nahrungsmittel an Bedürftige ausgeteilt werden. Es befinden sich Regale und mehrere Kühlschränke in dem Wagen, der auf dem Gelände des Haus der Jugend steht (Adresse: Maschstraße 22, 30169 Hannover). Jeder kann mitmachen.

Ein Problem: viele Lebensmittel werden – aus Unwissen – in das Eisfach gelegt. Doch Bananen verderben sofort. Aufgetaut sind sie nur noch Matsch. Auch dürfen aufgetaute gekaufte Fertigspeisen nicht wieder eingefroren werden. Sie bilden oft Salmonellen oder andere wirksame Keime / Bakterien, die einen geschwächten Organismus schädigen können. Eine regelmäßige Überwachung ist daher unerlässlich.

Über freiwillge Helfer freuen sich alle Teilnehmer, Spender wie Bedürftige.

4. Senioren brauchen auch Zuneigung. Oft hatten sie in ihrem Leben davon schon nicht genug, aber allein zurückbleibend ist es am Schlimmsten. Darum ist Abwechslung wichtig. Die ehrenamtliche Arbeit als „Unterhaltende/r Seniorenbegleitung“ ist daher so wichtig oder eben eine geplante Unterhaltung in der Gruppe. Filme gucken oder Spiele spielen … alles was von Langerweile ablenkt, macht den Tag eines jeder/n Senior*in lebenswert.

5. Vergissmeinnicht ist nicht nur eine kleine hellblaue Blume, sondern ein Ausdruck von Nächstenliebe. Dafür gab es ein Blumen-dankeschön an aktive Helfer*innen. Am 10.11.2018 ist der offizielle Vergissmeinnichttag.

Der Vergissmeinnicht-Tag wird seit 1922 in den USA begangen. Er soll an die Soldaten erinnern, die mit schweren Verwundungen oder Behinderungen aus dem Krieg zurückkehrten. Die Idee hatte Richter Robert S. Marx und schlug 1921 vor, einen Erinnerungstag an die Versehrten von Kriegen zu gedenken. Er war Mitbegründer und Vorsitzender der Organisation Disabled American Veterans of the World War (DAVWW), wo bei Aktionen der Organisation Vergissmeinnicht-Blumen verteilt wurden.

Vergissmeinnicht

Sachspenden und persönliches Teilnehmen um direkt zu Helfen ist erwünscht. Wer Geld spenden möchte kann dies direkt* oder über den Link tun.

* Sofort-Spenden an: Serve the City – Stadtkirche Dreisechzehn / IBAN: DE77 4526 04750016549701 und BIC: GENODEM1BFG

Webseite: http://servethecity-hannover.de/Contact

Mail: servethecity.hannover@gmail.com

Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeister Stefan Schostok für die Projektwoche 2018 von Serve the City Hannover übernommen.

Vielen Dank, Herr Schostok

„Das Ehrenamt ist eine wichtige Stütze des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Und es gibt viele Hannoveranerinnen und Hannoveraner, die mit gutem Beispiel vorangehen. Es gibt aber auch viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und einen Beitrag für die Gemeinschaft leisten möchten, aber skeptisch sind, ob sie dafür dauerhaft Zeit haben. Für diese Gruppe bietet „Serve the City“ diese Gelegenheit ohne dauerhafte Verpflichtung. Und wer weiß: Einige stellen durch diesen leichten Einstieg vielleicht fest, dass sie doch die Möglichkeit eines dauerhaften Engagements sehen.“

… das sehe ich auch so.

Dennoch sehe ich immer häufiger, dass sich die Politik zur sehr hinter die Ehrenamtsarbeit (-enden) zurückzieht – sich gar entzieht. Es muss mehr von der Politik zur Verhinderung von Obdachlosigkeit getan werden.

Obdachlose müsste es nicht geben und das ist durchaus finanzierbar.

serve the city

Der Mann ist anscheinend aus dem „Raster“ gefallen. Er kann kein Deutsch, aber mit Händen und Zeichen klappt die Verständigung. Ich darf ihn fotografieren. … es ist schlimm mit ansehen zu müssen, dass ein alter Mann, der nach Europa/Deutschland vermutlich vor Krieg / Verfolgung floh, jetzt auf der Straße leben muss. Niemand scheint sich verantwortlich zu fühlen.

serve the city

Zwei Obdachlose … einer Schwerbehindert. DAS darf nicht sein!

serve the city

Serve the city-Helfer übergeben eine Decke und andere Dinge, die gebraucht werden. Ein Gespräch ist auch noch drin.

Es kann jeden treffen … und das ist heute realer, als die letzten 70 Jahre vermuten lassen. Ich finde, das ist ein Skandal !

Ein Bericht von der Aktionistin und der von Obdachlosigkeit bedrohten Francis Bee

Krimi „Zerrissen“ – Teil 3

ISBN  978-3-86541-975-0

… wird im Verlag Lehmanns Media erscheinen

„Zerrissen“ ist der neue Krimi mit Robert Nettles nicht. Er kommt im Ganzen. Mehrere Zerreißproben warten auf den Chefermittler des Scotland Yard und seinem Freund Martin Bohlten. Können Nettles und sein Team die Einzelteile des Puzzles zu einer Einheit zusammen fügen? … 400 Seiten Spannung. Schwarz auf Weiß im Buch und mit gewohntem Gelb-Schwarzem Umschlag.

Leseprobe

… daran arbeite ich noch …

 

Als Taschenbuch in Papierform mit 400 Seiten und

als eBook im Buchandel / Internet BALD erhältlich

Es gelten die im Buchhandel üblichen (Fest-) Preise

Die Zeit

… heilt alle Wunden …

Die Zeit im Dienst kann sein, ist ganz mies.

Aber was du nur siehst: Mensch sein ist echt fies.

Immer wird es Neider geben, und

Wahrheit wird wieder und wieder verdreht.

Gerechtigkeit mit Macht und Einfluss verwechselt.

Gesetze missachtet, verleumdet und geächtet.

Traurig bleibt jener zurück, der geträumt hat von Glück.

Das Glück mit Wahrheit und Liebe bestückt.

Doch aufgekündigt wird der Traum

und hängt geschwind am nächsten Baum.

New Orleans, Louisiana

Vieux Carré

New Orleans, lange vor dem großen Hurrican Katrina

French Quarter … oder auch Vieux Carré genannt, ist heute ein Stadtteil von New Orleans. Der „alte Platz” Vieux Carré oder The Quarter, wie das Viertel auch genannt wird, wurde 1718 von Jean-Baptiste Le Moyne de Bienville gegründet.

New Orleans am Mississippi in Louisiana ist berühmt für ihre Raddampfer und ist die Wiege des Rhythmus. Hier ist der Jazz geboren, wie der Blues in den Baumwollplantagen.

B.B. King … der schwarze Sänger, war die Ikone des Blues und schaffte den Sprung vom Baumwollpflücker zum Weltstar. Eine amerikanische Geschichte, wie sie amerikanischer nicht sein kann.

„Der Blues ist das Herz des Jazz. Blues ist Trauer, Freude und Kraft zugleich und ist einzigartig.“ Das, oder so ähnlich, sagte eine über 80-jährige weiße Sängerin zu mir, als ich sie fragte, was Blues ist.

Sie saß in einer Bar neben mir und lauschte dem Klavierspiel ihres Lebenspartners, einem Schwarzen, summte mit oder sang mit klarer fast jugendlichen Stimme bluesig und jazzig. Im Laufe des Abends erkannte ich die Liebe zwischen den Beiden, die in den Südstaaten bis dato verpönt, aber in New Orleans möglich ist.

Sie erzählte mir von den Zeiten der großen Jazzmusiker, die sie persönlich kannte, wie Louis Armstrong oder Fats Domino und von der Königin des Blues Bessie Smith  und den zahlreichen Sängern, Pianisten, Klarinettisten oder Bassisten, die in den Bars im French Quarter spielten. Sie schwärmte von den guten alten Zeiten, die so gut gar nicht waren, aber in ihrer Phantasie zu einer der Lebenswertesten und Besten mutierte. Wir sprachen auch über die Rassentrennung und sie winkte ab, weil das für die Menschen im Quarter keine Rolle spielte, auch wenn die Trennung noch bis vor Kurzem sichtbar war.

Auf den zerschundenen Holzdielen steppte zum Piano-Jazz ein schwarzer Junge, von dem ich nur das Weiß in seinen Augen und zwei Reihen Zähne sah, weil er vor Freude lachte. Aber seine Gesichtszüge verschwammen vollkommen in dem dämmrigen Licht der matten Öllampen und mit dem dunklen Hintergrund. Gegen Mitternacht wurde er freundlich von dem Barmann nach Hause ins Bett geschickt, nicht ohne zuvor für ihn einige Dollar einzusammeln.

Eine Kakerlake, so groß wie eine Feldmaus, wurde von Cowboy-Stiefeln gejagt und schließlich zerquetscht, bevor sie sich zwischen den Dielen in Sicherheit bringen konnte, während eine Lady fast einen Herzstillstand erlitt. Ihr goldenes Lametta um Hals und an den Armen, die fetten Ringe und ihr viel zu stark geschminktes Gesicht – die gesamte Gestalt – schien nicht so recht in diese Welt zu passen.

Die Farbe blätterte innen wie außen von den Wänden der Bar, der Rauch von Millionen Zigaretten und Zigarren inklusive dem Staub von ungeputzten Jahrzehnten, Sand und Späne auf dem Fußboden und der Schweiß der Tänzer und Musiker mischten sich mit dem Geruch von Bourbon und anderem Hochprozentigen. Mit Parfüm konnte man diesem Gemisch nicht entgegentreten. Das erscheint auch sinnlos angesichts der über 80% Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur von plus 22° Ende April 1993. Nach Aussage (m)einer Taxifahrerin, die mich sicher mitten in der Nacht zu meinem Quartier brachte, war das noch gar nichts.

Drei Tage vor dem berühmten Mardi Gras im Jahre 1993 kam ich von Las Vegas über Dallas nach New Orleans. Ich wohnte in einem ruhigen Teil des nordwestlichen French Quarter. Die Unterkunft wurde von einem merkwürdigen Paar geführt: zwei weiße Männer, die stolz auf ihr Best Guest House ganz in Pink waren. Das Interieur versetzte mich in die Gründerzeit der Stadt zurück, nur die klappernde Klimaanlage in meinem geschmackvoll eingerichtetem Schlafraum erinnerte mich, dass ich im 20. Jhd. lebte. Ich stellte diese Klimaanlage in der Nacht ab, die kaum kühler war als der Tag, dafür aber ruhig.

Die alten Gemäuer der (teils) originalen Häuser aus dem 18. Jhd. sind in buntem Pastell angestrichen, ansonsten gab es die recht dunkle Farbe Rotbraun. Und dazwischen der immer wieder sich ausbreitende Schimmel, durch die ständig vorhandene Feuchtigkeit. Der Stuck und Schmuck am Haus, die großen Herrenhäuser der Kolonisten und die schmiedeeiserne Kunst an Balkonen, Zäunen, Tür und Tor und letztlich die immer zu hörende Jazz- oder Bluesmusik … das alles zusammen macht den Flair von New Orleans aus.

Louisiana war erst Französische Kolonie und dann Spanisch, bevor es Amerikanisch wurde, inklusiv weiterer Staaten.

Wobei ich mich frage: was ist eigentlich Amerikanisch?

Ich hatte viel Freude und sehr wenig Schlaf bis zu meinem Weiterflug am Morgen des 01. Mai … dem Beginn des eigentlichen Festivals Mardi Gras. Aber die Einheimischen, Weiße wie Schwarze, Schwule wie Lesben, versicherten mir: das wahre French Quarter ist jetzt! … und nicht morgen oder übermorgen. Ich wurde in die richtig guten Jazzclubs geschickt oder mitgenommen und es war großartig … unvergesslich.

Und das Essen? … auf meiner gesamten USA-Reise habe ich kaum besser gegessen als in New Orleans. Die vielseitige Küche Louisianas ist ein wohlschmeckender Mix aus spanisch-französischen und kreolischen Speisen. Am bekanntesten: Cajun (so wird auch eine Bevölkerungsgruppe genannt und der Slang wird ebenso genannt) Lecker !

Die Sprache ist geprägt von allen Einflüssen von Einwanderern und Sklaven aus den unterschiedlichsten Ländern Europas und Afrikas, von der Gründung bis zum heutigen Tag. Am ersten Tag im Flughafen angekommen, musste ich eine Unterkunft finden und ich verstand nichts. Dieses Englisch hatte mit dem Englisch, das ich bis dahin kannte, nichts zu tun. Mindestens 30 Kaugummi schienen die Aussprache zu begrenzen. Einzelne Silben, wenn nicht ganze Worte, verschwanden in einer Mischung aus sing-sang und nuscheln und verursachte einen gleichbleibenden Ton in meinen Ohren, der verstehbare Worte nicht mehr zuließ. Aber, keine Sorge, die Menschen sind auf Touristen vorbereitet und sie können auch deutlich sprechen.

Ich bitte die Qualität der Fotos zu entschuldigen. Meine damalige Kamera war eine einfache Agfa, eine kompakte Ausgabe – der Agfa Optima Rapid 250, 1965 sehr ähnlich (meine ist in der Liste nicht aufgeführt) – für Kleinformat-Rollfilm, mit der so ziemlich alles, was man heute von einer Kamera verlangt, nicht möglich war. Dennoch habe ich einige Fotos mit Photoshop einigermaßen ansehnlich bearbeiten können. In manchem Negativ verbarg sich ein noch ein Schatz, den ich mit Aufheller sichtbar machen konnte. … und wenn ich noch einmal die Möglichkeit bekäme New Orleans zu besuchen, dann ganz sicher nicht nur für drei Tage.

Eine ganz besondere Erinnerung: ein Autokennzeichen, dass ich von der Straße aufsammelte und Teile davon mein Beitragbild geworden ist. Bei meiner Rückreise wurde ich kontrolliert und der Beamte sah mich misstrauisch an. Ich erklärte, wo ich es fand, was ihn nicht überzeugte, aber er legte es zurück in den Koffer, schloss ihn und wünschte mir einen guten Flug.

1993-04-29_066-FB_New-Orleans

… von der in Erinnerung schwelgenden Francis Bee.

 

Hier noch eine Liste des Mardi Gras – Programms 1993

Friday, April 23, 1993

John Campbell

The Allman Brothers Band

The Fabulous Thunderbirds

Saturday, April 24, 1993

The Allman Brothers Band

Sunday, April 25, 1993

Fats Domino

Friday, April 30, 1993

Dr. John

The Meters

Saturday, May 1, 1993

Buddy Guy

Fats Domino

King Sunny Adé & His African Beats

Michael McDonald

Santana

Spyro Gyra

The Dixie Cups

The Meters

Willie Lockett & The Blues Krewe

Sunday, May 2, 1993

Santana

 

p.s. Sollte sich trotz mehrmaliger Überprüfung Fehler eingeschlichen haben, wäre ich über einen Hinweis sehr dankbar.

Sommerfrischer Tomatensalat

Was gibt es leckeres als selbstgemacht und dann noch schön frisch im heißen Sommer?

Da fällt mir nur der Tomatensalat ein.

Thomaten - Salat

Zum Herrichten brauchen wir zuerst die Hardware.

Eine Schale für den Salat, ein gut schneidendes Messer mit glatter Klinge, ein Schneidebrett, einen Mörser o.ä. … und dann natürlich die …

Zutaten:

  • Tomaten 300 bis 500 g
  • Zwiebel
  • Knoblauchzehe
  • Pfeffer, bunt
  • Salz / Meersalz
  • Thymian
  • Rucola
  • Basilikum
  • Olivenöl, Leinöl oder Rapsöl

Tomaten waschen, in mundgerechte Stücke schneiden

1 mittelgroße Zwiebel, schälen und klein schnippeln

1 Knoblauchzehe klein häkseln … ganz klein … mini oder mit einer Knobblauchpresse ordentlich ausquetschen / -pressen

2 Prisen Salz / 3 Prisen Meersalz (wegen der Hitze, braucht der Körper mehr Salz – aber Vorsicht ! Nicht versalzen, lieber nachsalzen)

Pfeffer nach Geschmack (Pfeffermühle*, frisch gemahlen ergibt mehr Würze)

Kräuter zupfen – nicht schneiden: Thymian, Rucola, Basilikum

Öl: Oliven oder Rapsöl bevorzugt. Leinöl gut, wenn man keinen Fisch essen mag (bei Hitze nicht so der Hit)

Den Salat in Kühlschrank „durchziehen lassen“. Es bildet sich eine leckere Soße von den Tomaten, den Gewürzen und dem Öl, die man vor dem Essen untermischen kann oder abgießen und als Gewürzgrundlage für eine Tomatensoße mit Spaghetti benutzen (ist aber nicht Tagelang haltbar).

Wer mag, kann kurz vor dem Anrichten Essig hinzufügen … aber sparsam, denn der Salat schmeckt auch Ohne.

Meine Kräuterproduktion

… findet an meinem Fenster statt. Ich habe mir je einen Topf Basilikum, Thymian und Rucola im Bioladen gekauft und diese in einen Blumenkasten mit gutem Mutterboden, gemixt mit einigen Hydrosteinen (Feuchtigkeit wird länger gehalten und Luft kann besser zirkulieren), eingesetzt. Und siehe da: es wuchs und wuchs, wurde üppig und hat inzwischen sogar geblüht und einige unterschiedliche Wildbienen angelockt.

BIO … warum BIO?

Tomaten, am Besten aus eigener Ernte vom Balkon, Garten oder einem Anbauer eures Vertrauens … sonst sind Tomaten aus biologischem Anbau besser.

Warum Bio? … weil dort die wenigsten Schadstoffe drin sind.

Die Tomaten werden nicht geschält und nicht gekocht / gebraten und daher ist Biologisch die gesündeste Variante. Aber in jedem Fall sollte man auf Regionales Gemüse zurückgreifen.

Übrigens: Regionales ist meist teurer als Bio und längst nicht so gesund, wie Bio, weil die Pflanzen und Äcker mit Gülle aus konventioneller Massentierhaltung gedüngt (inklusive ausgeschiedener Medikamente) und mit Pflanzenschutzmittel (von Bayer / Mosanto & Co.) von der Saat (ev. Genmanipuliert) bis zur Ernte mehrfach totgespritzt wurden.

Gleiches gilt für alle anderen Zutaten.

Bio ist Wertigkeit und natürlich ist gesund, was logisch ist = biologisch.

Bio-Anbau ist ökologische Landwirtschaft.

 

Pfeffer … alles Bunt

Warum Bunter Pfeffer? … weil er billiger ist. Schwarzer Pfeffer ist am teuersten. Und die Mischung schmeckt lecker, denn rot, weiß und schwarzer Pfeffer sind im Geschmack unterschiedlich, weil sie auch zu unterschiedlichen Reifezeiten gepflückt wurden.

Wer sich die Mischung selbst zusammenstellt, kommt günstiger weg. Oft wird gemogelt mit der Menge und das kann man umgehen, wenn man sich die Pfeffersorten selbst mixt, wie man es gern hätte.

Der grüne Pfeffer ist „junger“ Pfeffer und (noch) selten in unserer Küche.

Zur Geschichte des Pfeffers

Pfeffer ist überhaupt ein Gewürz, dass erst durch die Seefahrer, die nach Indien fuhren (nicht Amerika – das kam später), in Europa bekannt wurde. Zuerst kam das scharfe Gewürz über die Seidenstraße, aber das machte den Pfeffer unglaublich teuer und nur wohlbetuchte Herrschaften konnten sich den Luxus leisten. Mit ansteigendem Handel und Massenanbaugebieten, kamen mehr Gewürze aus Asien und Nordafrika und wurde günstiger.

Leider ist mit der Massenproduktion in den Anbaugebieten viel Urwald und and. Flächen durch Kettensäge und Pestizide für Monokultur unwiederbringlich zerstört /  vernichtet worden.

Zur Technik, Anwendung

*Wer keine Pfeffermühle hat, der kann die Pfefferkörner auch in einem Mörser² oder mit 2 Steinen mahlen. Bei zwei Steinen ist es ratsam sich einen flachen und einen buckligen Stein mit einer flachen Seite zu besorgen (Bitte keine Steingärten ausrauben). Die Steine sollten nicht aus Sandstein sein, weil diese Steinsorte zu weich ist.

²Der Mörser stammt ursprünglich aus dem Chemielabor und ist aus Keramik. Das Behältnis, die Schale, ist besonders dick und hat eine gute Standfestigkeit mit hochgezogenem Rand. Innen ist die Fläche Rund und passt 1:1 zu dem Stößel, mit dem die getrockneten Früchte (u.a.) gemahlen oder zerstoßen werden. Ich habe damit auch schon Pinienkerne gemahlen, die ich später unter Avocado-Creme gemixt hatte. Die Konsistenz der Nüsse kann mit einem Mörser sehr gut kontrolliert werden.

Es gibt noch den Mörser, der Leben nimmt. Aber den behandeln wir hier nicht.

Zwei größere Steine, hart und mit ziemlich ebener Oberfläche, kann man auch am Strand einsammeln. Aber vorsicht: nicht von überall ist das Mitnehmen erlaubt. Ich habe meine schon vor über 20 Jahren aus Dänemark mitgebracht. Wer auf Schmerzen und Schleppen steht, kann sie sicher auch aus Griechenland (u.a.) mitbringen. Ich rate jedoch davon ab, weil diese Größe schlicht zu schwer für das Gepäck ist. Jedes Gramm zählt.

Mein erfrischendes und leckeres „Abendbrot“, was man auch zu anderen Tageszeiten verspeisen kann: Dinkelvollkornbrot (mit oder ohne Butter) und der würzig-duftende Tomatensalat.

Tomatensalat mit Dinkel-Vollkornbrot

Guten Appetit.

Bauteilbörse

Die Bauteilbörse ist ein Lager, wo all das noch Verwendung findet, bearbeitet, weitergegeben, verkauft und vermittelt wird, was ein anderer noch gebrauchen kann. Hier kommt nichts weg und jeder kann Schätze entdecken, die es nirgends mehr gibt.

Das Lager ist umfangreich. Besuchen Sie unsere Ausstellung und schauen Sie, staunen Sie und verlieben Sie sich in alte Werkstoffe im Original, aufgewertet, bearbeitet.

Upcycling ist eine Kunstform zur Verhinderung von Verschwendung, weiter entwickelt für neue Verwendung im Jetzt und Heute. Abfallvermeidung ist ein Kernpunkt.

Angebot in Eiche

Die Eiche Napoleons` ist das vermutlich älteste erhaltene Holz in Balkenform, welches aus Napoleons Zeitraum stammt. Kurz nach Abzug der Truppen und der Niederlage Napoleons wurde eine Eiche als Erinnerung daran und den gefallenen Kameraden, die für die Freiheit ihr Leben ließen, gepflanzt. Die 100-jährig gefällte Eiche wurde zu Stufen und Dielenbalken verarbeitete Eiche hat viele Generationen überstanden, die über 100 Jahre in einem Treppenhaus über sie liefen.

Das bis heute unbeschadet erhaltene Holz, wurde in einem Abrisshaus entdeckt und vor der Zerstörung bzw. Vernichtung bewahrt. Nun suchen diese herrlichen Holzbalken und Dielen einen neuen Platz, um ihrer Berufung gerecht zu werden. Am Besten in einem dafür geeigneten Haus, renoviert oder neu in Szene gesetzt, würde das alte Holz seinen neuen Besitzern seine Geschichte der Menschen erzählen, die sie betreten.

15 Treppenstufen

Die Stufen können abgeschliffen zu neuem zu neuem Glanz erstrahlen. Die Härte des Holzes des 100-jährigen Eichenbaumes, haben Holzwürmern keinen Fraß-Eintritt gewährt. Die Stufen sind unterschiedlich in der Länge, aber durchschnittlich 113 cm lang. Holzstärke 3,5 Zentimeter, sowie 25 Zentimeter tief/breit.

Eichendielen

Die Dielenbalken sind in einem sehr guten Zustand, schmaler und dünner. Das Holz scheint etwas jünger, aber ebenfalls aus Eiche-Vollholz. Einige Balken haben eine Kerbe, „Nut“, um ineinander geklickt werden zu können.

Die Größe liegt bei ca. 115 Zentimeter Länge, ca. sind 2,5 Zentimeter dick und 9,5 Zentimeter tief. Menge der erhaltenen Dielen liegt bei geschätzten 800 Stück.

In der Bauteilbörse wird nichts weggeworfen, sondern einer neuen Verwendung zugeführt.

Waschbecken, Kloschüssel, BD und für den Herrn der im Steh´n …

Waschbecken unterschiedliche Formen – große und kleine, weiß, hellgrün, rosé. Teilw. mit Amatur und ohne, Wasserspülbecken, BD-Becken und Urinierbecken … ohne Wasserspülung !

Einzelstück: Waschbecken mit Stein

Waschbecken mit Naturstein: Fluss-Stein

Eine Waschbeckenschüssel, eingelassen in einen eleganten Naturstein – Fluss-Stein, anthrazit/schwarz. Hier mit Amatur. Der Stein hat keine sichtbaren Gebrauchsspuren. Waschbecken und Amatur normal. inkl- Kalkablagerung. Der Stein hat die Masse 90 cm breit (Wand), 50 cm tief inkl. Becken – in der Mitte gemessen.Der sichtbarere Rand ist die Isolier-/Abdichtungsmasse, damit das Wasser nicht hinter dem Waschbecken an der Wand herunterlaufen kann.

Wer es haben möchte: Der massive Stein ist schwer und mit dem Becken hat er zusätzlich Gewicht. Ich konnte den Stein nicht anheben.

Wasserlose Urinale für den Herrn …

Diese Urinierbecken stehen für höchste Hygiene auf hoch frequentierten Toiletten … vorbeischauen lohnt sich.

Papiertuchhalter, teils nagelneu und unbenutzt

 

Ein Klavier von H. Keitel Klavierbauer aus Hannover

Oberdämpfer aus dem 19. Jahrhundert

LagerNr. HA000447
Hersteller: Keitel Hannover

Maße

Breite:  155 cm
Höhe:  133 cm
Länge/Tiefe:  65 cm

Eigenschaften

Baujahr (ca.):  1880
Material:  Vollholz, Wurzelholzfurnier
Farbe:  braun
Zustand: brauchbar

Details

Das Klavier ist gemessen am äusseren Zustand brauchbar erhalten.

Es müsste neu gestimmt, einzelne Hämmer erneuert werden. Oberdämpfer-Klaviere werden wegen des Aufwands und des unterlegenen Klangs gegenüber Unterdämpfer oft nicht mehr gestimmt.

Für Liebhaber bieten der Korpus und Verzierungen einige Highlights.

Und was gibt es noch?

  • Fensterrahmen, mit und ohne Scheiben, historischen Griffen usw. aus Holz oder (fast) neuwertig aus Plastik
  • Türen aller Art … Flügeltüren, Jugenstiltüren mit Verzierungen oder geschliffenes (Bunt-) Glas, Holz aus Ulme, Buche oder andere Harthölzer in gut erhaltenem (wenn auch teilw. überstrichenem) Zustand
  • Kacheln von Kachelöfen aus dem vorletzten Jhd.
  • Eisentüren und Verschlüsse
  • Handtuchhalter, neuwertig
  • Möbel, wie Schränke, Tische und Teile von selbigen
  • Elektro-Geräte (repariert)
  • PC-Teile und Zubehör
  • Kleinkram aller Art
  • und „ge-upcyceltes“ … neugestaltet, umfunktioniert, klimaneutral, neuwertig, umgebaut und umkonstruiert

Fensterflügel in Jugentstil oder lieber eine Tür aus den 30er/40er Jahren ?

Alte Schätze, die es immer weniger gibt …

… die Bauteilbörse hat die Schätze noch

Mehr zum Thema Upcycling auf der offiziellen Webseite: direkt-Link

Fragen beantwortet gern Gert Schmidt per Mail  gs@bauteilboerse-hannover.de oder telefonisch unter: 0511-64216481

Ein erstes Kennenlernen ist auch während der Öffnungszeiten möglich:
Dienstag zw. 15 und 19 Uhr.

Über Preise reden/schreiben wir hier nicht, doch verschenken können wir (fast) nichts.

Kontakt-Adresse:

Bauteilbörse Hannover
Glocksee Bauhaus e.V. – Der Vorstand
Glockseestraße 35
30169 Hannover (Calenberger Neustadt)

Postadresse
Glocksee Bauhaus e.V.
Postfach 6065
30060 Hannover

T 0511 – 123 574 28   oder   0151 – 157 802 66