Die Zeit

… heilt alle Wunden …

Die Zeit im Dienst kann sein, ist ganz mies.

Aber was du nur siehst: Mensch sein ist echt fies.

Immer wird es Neider geben, und

Wahrheit wird wieder und wieder verdreht.

Gerechtigkeit mit Macht und Einfluss verwechselt.

Gesetze missachtet, verleumdet und geächtet.

Traurig bleibt jener zurück, der geträumt hat von Glück.

Das Glück mit Wahrheit und Liebe bestückt.

Doch aufgekündigt wird der Traum und

Hängt geschwind am nächsten Baum.

New Orleans, Louisiana

Vieux Carré

New Orleans, lange vor dem großen Hurrican Katrina

French Quarter … oder auch Vieux Carré genannt, ist heute ein Stadtteil von New Orleans. Der „alte Platz” Vieux Carré oder The Quarter, wie das Viertel auch genannt wird, wurde 1718 von Jean-Baptiste Le Moyne de Bienville gegründet.

New Orleans am Mississippi in Louisiana ist berühmt für ihre Raddampfer und ist die Wiege des Rhythmus. Hier ist der Jazz geboren, wie der Blues in den Baumwollplantagen.

B.B. King … der schwarze Sänger, war die Ikone des Blues und schaffte den Sprung vom Baumwollpflücker zum Weltstar. Eine amerikanische Geschichte, wie sie amerikanischer nicht sein kann.

„Der Blues ist das Herz des Jazz. Blues ist Trauer, Freude und Kraft zugleich und ist einzigartig.“ Das, oder so ähnlich, sagte eine über 80-jährige weiße Sängerin zu mir, als ich sie fragte, was Blues ist.

Sie saß in einer Bar neben mir und lauschte dem Klavierspiel ihres Lebenspartners, einem Schwarzen, summte mit oder sang mit klarer fast jugendlichen Stimme bluesig und jazzig. Im Laufe des Abends erkannte ich die Liebe zwischen den Beiden, die in den Südstaaten bis dato verpönt, aber in New Orleans möglich ist.

Sie erzählte mir von den Zeiten der großen Jazzmusiker, die sie persönlich kannte, wie Louis Armstrong oder Fats Domino und von der Königin des Blues Bessie Smith  und den zahlreichen Sängern, Pianisten, Klarinettisten oder Bassisten, die in den Bars im French Quarter spielten. Sie schwärmte von den guten alten Zeiten, die so gut gar nicht waren, aber in ihrer Phantasie zu einer der Lebenswertesten und Besten mutierte. Wir sprachen auch über die Rassentrennung und sie winkte ab, weil das für die Menschen im Quarter keine Rolle spielte, auch wenn die Trennung noch bis vor Kurzem sichtbar war.

Auf den zerschundenen Holzdielen steppte zum Piano-Jazz ein schwarzer Junge, von dem ich nur das Weiß in seinen Augen und zwei Reihen Zähne sah, weil er vor Freude lachte. Aber seine Gesichtszüge verschwammen vollkommen in dem dämmrigen Licht der matten Öllampen und mit dem dunklen Hintergrund. Gegen Mitternacht wurde er freundlich von dem Barmann nach Hause ins Bett geschickt, nicht ohne zuvor für ihn einige Dollar einzusammeln.

Eine Kakerlake, so groß wie eine Feldmaus, wurde von Cowboy-Stiefeln gejagt und schließlich zerquetscht, bevor sie sich zwischen den Dielen in Sicherheit bringen konnte, während eine Lady fast einen Herzstillstand erlitt. Ihr goldenes Lametta um Hals und an den Armen, die fetten Ringe und ihr viel zu stark geschminktes Gesicht – die gesamte Gestalt – schien nicht so recht in diese Welt zu passen.

Die Farbe blätterte innen wie außen von den Wänden der Bar, der Rauch von Millionen Zigaretten und Zigarren inklusive dem Staub von ungeputzten Jahrzehnten, Sand und Späne auf dem Fußboden und der Schweiß der Tänzer und Musiker mischten sich mit dem Geruch von Bourbon und anderem Hochprozentigen. Mit Parfüm konnte man diesem Gemisch nicht entgegentreten. Das erscheint auch sinnlos angesichts der über 80% Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur von plus 22° Ende April 1993. Nach Aussage (m)einer Taxifahrerin, die mich sicher mitten in der Nacht zu meinem Quartier brachte, war das noch gar nichts.

Drei Tage vor dem berühmten Mardi Gras im Jahre 1993 kam ich von Las Vegas über Dallas nach New Orleans. Ich wohnte in einem ruhigen Teil des nordwestlichen French Quarter. Die Unterkunft wurde von einem merkwürdigen Paar geführt: zwei weiße Männer, die stolz auf ihr Best Guest House ganz in Pink waren. Das Interieur versetzte mich in die Gründerzeit der Stadt zurück, nur die klappernde Klimaanlage in meinem geschmackvoll eingerichtetem Schlafraum erinnerte mich, dass ich im 20. Jhd. lebte. Ich stellte diese Klimaanlage in der Nacht ab, die kaum kühler war als der Tag, dafür aber ruhig.

Die alten Gemäuer der (teils) originalen Häuser aus dem 18. Jhd. sind in buntem Pastell angestrichen, ansonsten gab es die recht dunkle Farbe Rotbraun. Und dazwischen der immer wieder sich ausbreitende Schimmel, durch die ständig vorhandene Feuchtigkeit. Der Stuck und Schmuck am Haus, die großen Herrenhäuser der Kolonisten und die schmiedeeiserne Kunst an Balkonen, Zäunen, Tür und Tor und letztlich die immer zu hörende Jazz- oder Bluesmusik … das alles zusammen macht den Flair von New Orleans aus.

Louisiana war erst Französische Kolonie und dann Spanisch, bevor es Amerikanisch wurde, inklusiv weiterer Staaten.

Wobei ich mich frage: was ist eigentlich Amerikanisch?

Ich hatte viel Freude und sehr wenig Schlaf bis zu meinem Weiterflug am Morgen des 01. Mai … dem Beginn des eigentlichen Festivals Mardi Gras. Aber die Einheimischen, Weiße wie Schwarze, Schwule wie Lesben, versicherten mir: das wahre French Quarter ist jetzt! … und nicht morgen oder übermorgen. Ich wurde in die richtig guten Jazzclubs geschickt oder mitgenommen und es war großartig … unvergesslich.

Und das Essen? … auf meiner gesamten USA-Reise habe ich kaum besser gegessen als in New Orleans. Die vielseitige Küche Louisianas ist ein wohlschmeckender Mix aus spanisch-französischen und kreolischen Speisen. Am bekanntesten: Cajun (so wird auch eine Bevölkerungsgruppe genannt und der Slang wird ebenso genannt) Lecker !

Die Sprache ist geprägt von allen Einflüssen von Einwanderern und Sklaven aus den unterschiedlichsten Ländern Europas und Afrikas, von der Gründung bis zum heutigen Tag. Am ersten Tag im Flughafen angekommen, musste ich eine Unterkunft finden und ich verstand nichts. Dieses Englisch hatte mit dem Englisch, das ich bis dahin kannte, nichts zu tun. Mindestens 30 Kaugummi schienen die Aussprache zu begrenzen. Einzelne Silben, wenn nicht ganze Worte, verschwanden in einer Mischung aus sing-sang und nuscheln und verursachte einen gleichbleibenden Ton in meinen Ohren, der verstehbare Worte nicht mehr zuließ. Aber, keine Sorge, die Menschen sind auf Touristen vorbereitet und sie können auch deutlich sprechen.

Ich bitte die Qualität der Fotos zu entschuldigen. Meine damalige Kamera war eine einfache Agfa, eine kompakte Ausgabe – der Agfa Optima Rapid 250, 1965 sehr ähnlich (meine ist in der Liste nicht aufgeführt) – für Kleinformat-Rollfilm, mit der so ziemlich alles, was man heute von einer Kamera verlangt, nicht möglich war. Dennoch habe ich einige Fotos mit Photoshop einigermaßen ansehnlich bearbeiten können. In manchem Negativ verbarg sich ein noch ein Schatz, den ich mit Aufheller sichtbar machen konnte. … und wenn ich noch einmal die Möglichkeit bekäme New Orleans zu besuchen, dann ganz sicher nicht nur für drei Tage.

Eine ganz besondere Erinnerung: ein Autokennzeichen, dass ich von der Straße aufsammelte und Teile davon mein Beitragbild geworden ist. Bei meiner Rückreise wurde ich kontrolliert und der Beamte sah mich misstrauisch an. Ich erklärte, wo ich es fand, was ihn nicht überzeugte, aber er legte es zurück in den Koffer, schloss ihn und wünschte mir einen guten Flug.

1993-04-29_066-FB_New-Orleans

… von der in Erinnerung schwelgenden Francis Bee.

 

Hier noch eine Liste des Mardi Gras – Programms 1993

Friday, April 23, 1993

John Campbell

The Allman Brothers Band

The Fabulous Thunderbirds

Saturday, April 24, 1993

The Allman Brothers Band

Sunday, April 25, 1993

Fats Domino

Friday, April 30, 1993

Dr. John

The Meters

Saturday, May 1, 1993

Buddy Guy

Fats Domino

King Sunny Adé & His African Beats

Michael McDonald

Santana

Spyro Gyra

The Dixie Cups

The Meters

Willie Lockett & The Blues Krewe

Sunday, May 2, 1993

Santana

 

p.s. Sollte sich trotz mehrmaliger Überprüfung Fehler eingeschlichen haben, wäre ich über einen Hinweis sehr dankbar.

Sommerfrischer Tomatensalat

Was gibt es leckeres als selbstgemacht und dann noch schön frisch im heißen Sommer?

Da fällt mir nur der Tomatensalat ein.

Thomaten - Salat

Zum Herrichten brauchen wir zuerst die Hardware.

Eine Schale für den Salat, ein gut schneidendes Messer mit glatter Klinge, ein Schneidebrett, einen Mörser o.ä. … und dann natürlich die …

Zutaten:

  • Tomaten 300 bis 500 g
  • Zwiebel
  • Knoblauchzehe
  • Pfeffer, bunt
  • Salz / Meersalz
  • Thymian
  • Rucola
  • Basilikum
  • Olivenöl, Leinöl oder Rapsöl

Tomaten waschen, in mundgerechte Stücke schneiden

1 mittelgroße Zwiebel, schälen und klein schnippeln

1 Knoblauchzehe klein häkseln … ganz klein … mini oder mit einer Knobblauchpresse ordentlich ausquetschen / -pressen

2 Prisen Salz / 3 Prisen Meersalz (wegen der Hitze, braucht der Körper mehr Salz – aber Vorsicht ! Nicht versalzen, lieber nachsalzen)

Pfeffer nach Geschmack (Pfeffermühle*, frisch gemahlen ergibt mehr Würze)

Kräuter zupfen – nicht schneiden: Thymian, Rucola, Basilikum

Öl: Oliven oder Rapsöl bevorzugt. Leinöl gut, wenn man keinen Fisch essen mag (bei Hitze nicht so der Hit)

Den Salat in Kühlschrank „durchziehen lassen“. Es bildet sich eine leckere Soße von den Tomaten, den Gewürzen und dem Öl, die man vor dem Essen untermischen kann oder abgießen und als Gewürzgrundlage für eine Tomatensoße mit Spaghetti benutzen (ist aber nicht Tagelang haltbar).

Wer mag, kann kurz vor dem Anrichten Essig hinzufügen … aber sparsam, denn der Salat schmeckt auch Ohne.

Meine Kräuterproduktion

… findet an meinem Fenster statt. Ich habe mir je einen Topf Basilikum, Thymian und Rucola im Bioladen gekauft und diese in einen Blumenkasten mit gutem Mutterboden, gemixt mit einigen Hydrosteinen (Feuchtigkeit wird länger gehalten und Luft kann besser zirkulieren), eingesetzt. Und siehe da: es wuchs und wuchs, wurde üppig und hat inzwischen sogar geblüht und einige unterschiedliche Wildbienen angelockt.

BIO … warum BIO?

Tomaten, am Besten aus eigener Ernte vom Balkon, Garten oder einem Anbauer eures Vertrauens … sonst sind Tomaten aus biologischem Anbau besser.

Warum Bio? … weil dort die wenigsten Schadstoffe drin sind.

Die Tomaten werden nicht geschält und nicht gekocht / gebraten und daher ist Biologisch die gesündeste Variante. Aber in jedem Fall sollte man auf Regionales Gemüse zurückgreifen.

Übrigens: Regionales ist meist teurer als Bio und längst nicht so gesund, wie Bio, weil die Pflanzen und Äcker mit Gülle aus konventioneller Massentierhaltung gedüngt (inklusive ausgeschiedener Medikamente) und mit Pflanzenschutzmittel (von Bayer / Mosanto & Co.) von der Saat (ev. Genmanipuliert) bis zur Ernte mehrfach totgespritzt wurden.

Gleiches gilt für alle anderen Zutaten.

Bio ist Wertigkeit und natürlich ist gesund, was logisch ist = biologisch.

Bio-Anbau ist ökologische Landwirtschaft.

 

Pfeffer … alles Bunt

Warum Bunter Pfeffer? … weil er billiger ist. Schwarzer Pfeffer ist am teuersten. Und die Mischung schmeckt lecker, denn rot, weiß und schwarzer Pfeffer sind im Geschmack unterschiedlich, weil sie auch zu unterschiedlichen Reifezeiten gepflückt wurden.

Wer sich die Mischung selbst zusammenstellt, kommt günstiger weg. Oft wird gemogelt mit der Menge und das kann man umgehen, wenn man sich die Pfeffersorten selbst mixt, wie man es gern hätte.

Der grüne Pfeffer ist „junger“ Pfeffer und (noch) selten in unserer Küche.

Zur Geschichte des Pfeffers

Pfeffer ist überhaupt ein Gewürz, dass erst durch die Seefahrer, die nach Indien fuhren (nicht Amerika – das kam später), in Europa bekannt wurde. Zuerst kam das scharfe Gewürz über die Seidenstraße, aber das machte den Pfeffer unglaublich teuer und nur wohlbetuchte Herrschaften konnten sich den Luxus leisten. Mit ansteigendem Handel und Massenanbaugebieten, kamen mehr Gewürze aus Asien und Nordafrika und wurde günstiger.

Leider ist mit der Massenproduktion in den Anbaugebieten viel Urwald und and. Flächen durch Kettensäge und Pestizide für Monokultur unwiederbringlich zerstört /  vernichtet worden.

Zur Technik, Anwendung

*Wer keine Pfeffermühle hat, der kann die Pfefferkörner auch in einem Mörser² oder mit 2 Steinen mahlen. Bei zwei Steinen ist es ratsam sich einen flachen und einen buckligen Stein mit einer flachen Seite zu besorgen (Bitte keine Steingärten ausrauben). Die Steine sollten nicht aus Sandstein sein, weil diese Steinsorte zu weich ist.

²Der Mörser stammt ursprünglich aus dem Chemielabor und ist aus Keramik. Das Behältnis, die Schale, ist besonders dick und hat eine gute Standfestigkeit mit hochgezogenem Rand. Innen ist die Fläche Rund und passt 1:1 zu dem Stößel, mit dem die getrockneten Früchte (u.a.) gemahlen oder zerstoßen werden. Ich habe damit auch schon Pinienkerne gemahlen, die ich später unter Avocado-Creme gemixt hatte. Die Konsistenz der Nüsse kann mit einem Mörser sehr gut kontrolliert werden.

Es gibt noch den Mörser, der Leben nimmt. Aber den behandeln wir hier nicht.

Zwei größere Steine, hart und mit ziemlich ebener Oberfläche, kann man auch am Strand einsammeln. Aber vorsicht: nicht von überall ist das Mitnehmen erlaubt. Ich habe meine schon vor über 20 Jahren aus Dänemark mitgebracht. Wer auf Schmerzen und Schleppen steht, kann sie sicher auch aus Griechenland (u.a.) mitbringen. Ich rate jedoch davon ab, weil diese Größe schlicht zu schwer für das Gepäck ist. Jedes Gramm zählt.

Mein erfrischendes und leckeres „Abendbrot“, was man auch zu anderen Tageszeiten verspeisen kann: Dinkelvollkornbrot (mit oder ohne Butter) und der würzig-duftende Tomatensalat.

Tomatensalat mit Dinkel-Vollkornbrot

Guten Appetit.

Bauteilbörse

Die Bauteilbörse ist ein Lager, wo all das noch Verwendung findet, bearbeitet, weitergegeben, verkauft und vermittelt wird, was ein anderer noch gebrauchen kann. Hier kommt nichts weg und jeder kann Schätze entdecken, die es nirgends mehr gibt.

Das Lager ist umfangreich. Besuchen Sie unsere Ausstellung und schauen Sie, staunen Sie und verlieben Sie sich in alte Werkstoffe im Original, aufgewertet, bearbeitet.

Upcycling ist eine Kunstform zur Verhinderung von Verschwendung, weiter entwickelt für neue Verwendung im Jetzt und Heute. Abfallvermeidung ist ein Kernpunkt.

Angebot in Eiche

Die Eiche Napoleons` ist das vermutlich älteste erhaltene Holz in Balkenform, welches aus Napoleons Zeitraum stammt. Kurz nach Abzug der Truppen und der Niederlage Napoleons wurde eine Eiche als Erinnerung daran und den gefallenen Kameraden, die für die Freiheit ihr Leben ließen, gepflanzt. Die 100-jährig gefällte Eiche wurde zu Stufen und Dielenbalken verarbeitete Eiche hat viele Generationen überstanden, die über 100 Jahre in einem Treppenhaus über sie liefen.

Das bis heute unbeschadet erhaltene Holz, wurde in einem Abrisshaus entdeckt und vor der Zerstörung bzw. Vernichtung bewahrt. Nun suchen diese herrlichen Holzbalken und Dielen einen neuen Platz, um ihrer Berufung gerecht zu werden. Am Besten in einem dafür geeigneten Haus, renoviert oder neu in Szene gesetzt, würde das alte Holz seinen neuen Besitzern seine Geschichte der Menschen erzählen, die sie betreten.

15 Treppenstufen

Die Stufen können abgeschliffen zu neuem zu neuem Glanz erstrahlen. Die Härte des Holzes des 100-jährigen Eichenbaumes, haben Holzwürmern keinen Fraß-Eintritt gewährt. Die Stufen sind unterschiedlich in der Länge, aber durchschnittlich 113 cm lang. Holzstärke 3,5 Zentimeter, sowie 25 Zentimeter tief/breit.

Eichendielen

Die Dielenbalken sind in einem sehr guten Zustand, schmaler und dünner. Das Holz scheint etwas jünger, aber ebenfalls aus Eiche-Vollholz. Einige Balken haben eine Kerbe, „Nut“, um ineinander geklickt werden zu können.

Die Größe liegt bei ca. 115 Zentimeter Länge, ca. sind 2,5 Zentimeter dick und 9,5 Zentimeter tief. Menge der erhaltenen Dielen liegt bei geschätzten 800 Stück.

In der Bauteilbörse wird nichts weggeworfen, sondern einer neuen Verwendung zugeführt.

Waschbecken, Kloschüssel, BD und für den Herrn der im Steh´n …

Waschbecken unterschiedliche Formen – große und kleine, weiß, hellgrün, rosé. Teilw. mit Amatur und ohne, Wasserspülbecken, BD-Becken und Urinierbecken … ohne Wasserspülung !

Einzelstück: Waschbecken mit Stein

Waschbecken mit Naturstein: Fluss-Stein

Eine Waschbeckenschüssel, eingelassen in einen eleganten Naturstein – Fluss-Stein, anthrazit/schwarz. Hier mit Amatur. Der Stein hat keine sichtbaren Gebrauchsspuren. Waschbecken und Amatur normal. inkl- Kalkablagerung. Der Stein hat die Masse 90 cm breit (Wand), 50 cm tief inkl. Becken – in der Mitte gemessen.Der sichtbarere Rand ist die Isolier-/Abdichtungsmasse, damit das Wasser nicht hinter dem Waschbecken an der Wand herunterlaufen kann.

Wer es haben möchte: Der massive Stein ist schwer und mit dem Becken hat er zusätzlich Gewicht. Ich konnte den Stein nicht anheben.

Wasserlose Urinale für den Herrn …

Diese Urinierbecken stehen für höchste Hygiene auf hoch frequentierten Toiletten … vorbeischauen lohnt sich.

Papiertuchhalter, teils nagelneu und unbenutzt

 

Ein Klavier von H. Keitel Klavierbauer aus Hannover

Oberdämpfer aus dem 19. Jahrhundert

LagerNr. HA000447
Hersteller: Keitel Hannover

Maße

Breite:  155 cm
Höhe:  133 cm
Länge/Tiefe:  65 cm

Eigenschaften

Baujahr (ca.):  1880
Material:  Vollholz, Wurzelholzfurnier
Farbe:  braun
Zustand: brauchbar

Details

Das Klavier ist gemessen am äusseren Zustand brauchbar erhalten.

Es müsste neu gestimmt, einzelne Hämmer erneuert werden. Oberdämpfer-Klaviere werden wegen des Aufwands und des unterlegenen Klangs gegenüber Unterdämpfer oft nicht mehr gestimmt.

Für Liebhaber bieten der Korpus und Verzierungen einige Highlights.

Und was gibt es noch?

  • Fensterrahmen, mit und ohne Scheiben, historischen Griffen usw. aus Holz oder (fast) neuwertig aus Plastik
  • Türen aller Art … Flügeltüren, Jugenstiltüren mit Verzierungen oder geschliffenes (Bunt-) Glas, Holz aus Ulme, Buche oder andere Harthölzer in gut erhaltenem (wenn auch teilw. überstrichenem) Zustand
  • Kacheln von Kachelöfen aus dem vorletzten Jhd.
  • Eisentüren und Verschlüsse
  • Handtuchhalter, neuwertig
  • Möbel, wie Schränke, Tische und Teile von selbigen
  • Elektro-Geräte (repariert)
  • PC-Teile und Zubehör
  • Kleinkram aller Art
  • und „ge-upcyceltes“ … neugestaltet, umfunktioniert, klimaneutral, neuwertig, umgebaut und umkonstruiert

Fensterflügel in Jugentstil oder lieber eine Tür aus den 30er/40er Jahren ?

Alte Schätze, die es immer weniger gibt …

… die Bauteilbörse hat die Schätze noch

Mehr zum Thema Upcycling auf der offiziellen Webseite: direkt-Link

Fragen beantwortet gern Gert Schmidt per Mail  gs@bauteilboerse-hannover.de oder telefonisch unter: 0511-64216481

Ein erstes Kennenlernen ist auch während der Öffnungszeiten möglich:
Dienstag zw. 15 und 19 Uhr.

Über Preise reden/schreiben wir hier nicht, doch verschenken können wir (fast) nichts.

Kontakt-Adresse:

Bauteilbörse Hannover
Glocksee Bauhaus e.V. – Der Vorstand
Glockseestraße 35
30169 Hannover (Calenberger Neustadt)

Postadresse
Glocksee Bauhaus e.V.
Postfach 6065
30060 Hannover

T 0511 – 123 574 28   oder   0151 – 157 802 66

„Deutschland braucht sich nicht zu wundern, wenn Kranke immer kranker werden.“

Wenn man krank ist, wird man noch kranker (gemacht).

Da steckt ein System dahinter … da bin ich mir sicher. Ein System, das kaum zu durchschauen ist. Oder wie geht das sonst? Es muss ein System dahinter stecken, denn sonst wäre es ein Fall für die Justiz. Also ist es politisch gewollt!

 

Einerseits werden ArbeitnehmerInnen, die nach langwieriger Krankheit wieder gesund sind und arbeiten möchten, in die Rente getrieben, obwohl sie die erforderlichen 35 Jahre für eine Frühverrentung noch gar nicht erreicht haben. Andererseits werden langversicherte, die nicht wieder gesund werden (können) aufgefordert wieder Arbeiten zu gehen.

Das war und ist gängige Praxis.

Jetzt muss man eine psychosomatische Störung haben oder vortäuschen, um eine Frührente (Erwerbsunfähigkeitsrente) zu bekommen. Körperliche Gebrechen zählen nicht mehr. Ich behaupte, dass von außen zugefügte Schmerzen psychosomatische Folgestörungen verursachen. Nicht nur körperliche (Unfall, Operation, u.ä.), sondern auch seelische Ereignisse (Mobbing, Tod des Partners / Familienmitglied, Verlassen werden, u.a.) können Auslöser einer psychosomatischen Störung sein.

Es ist egal, wie alt man im Krankheitsfall ist – man wird in jedem Fall erst einmal komplett ausgebeutet und finanziell ruiniert, bevor man irgendeine Leistung erhält. Und sollte sich noch irgendwo eine private stillgelegte Renten- oder Lebensver-sicherungsvertrag finden, wird diese sofort eingezogen / verrechnet, so dass die/der Betroffene keine Leistungen über den gesetzlichen Rahmen hinaus im Alter mehr erwarten kann.

Die Wegnahme von Sicherheiten, die das Rentenalter absichern sollen und stillgelegt – also ohne Beträge zu zahlen „ruht“ -, ist jedoch ungesetzlich. … Ich konnte zu diesem Punkt keine Beiträge / Berichte im Internet finden. Die Information erhielt ich mündlich. Ich bitte daher um Informationen, die diese Aussage belegen.

Nach langjähriger Krankheit wird die/der Betroffene ausgesteuert. Das gilt auch dann, wenn der Arbeitsplatz bis auf weiteres vorhanden ist und zur Verfügung steht – denn jeder Arbeitnehmer hat das Recht, auch nach einer längeren Krankheitsphase, wieder auf den vorherigen Arbeitsplatz zurück zukommen. (Arbeitsrecht: Tarifvertrag).

Auch das Alter und die schon geleisteten Arbeitsjahre und Versicherungsjahre (DRV) spielen keine Rolle mehr. Im Gegenteil! Für die künftigen RentnerInnen ist das eine Null-Nummer. Da stehen Sozialhilfeempfänger nicht / kaum schlechter da, als ein/e RentnerIn, die/der ohne Unterbrechungen bis kurz vor der Rente arbeitete und dann plötzlich erkrankt aus dem Arbeitsleben ausscheiden musste. Im Ergebnis bedeutet das massive Kürzungen auch bei jenen ArbeitnehmerInnen, die langjährig Rentenbeiträge eingezahlt haben und ununterbrochene Arbeitszeiten aufweisen können. Die Beträge werden soweit gekürzt, dass die/der künftige RentnerIn ’sehr knapp‘ und unverhandelbar über dem Betrag liegt, der die Menschen zu Sozialhilfeempfängern macht.

Mit Wohngeld und Sozialhilfe kann man leben … wie, ist erstmal unwichtig … zumindest für Politiker, deren Gehalt alle steuerzahlenden BürgerInnen bezahlen und über die Amtszeit hinaus fette Pensionen für das Ruhestandswohl der ehemaligen Abgeordneten.

… oder man kann mit Hartz IV leben. Ganz am Ende steht das Rentenalter und wer dann wegen Krankheit nichts dazuverdienen kann (Krankheiten), der hat unter Umständen weniger als nichts.

 

über Hartz IV

Auszug: Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele fordert weitreichende Reformen von Hartz-IV. So müsse es etwa einheitliche Sanktionen für Erwachsene und Jugendliche geben und Vereinfachungen bei den Hinzuverdienstgrenzen für Aufstocker.

„Ich plädiere für die Vereinheitlichung der Hinzuverdienstgrenzen, um bei den Aufstockerleistungen den bürokratischen Aufwand zu verringern“, sagte Scheele der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Im Moment seien die ersten 100 Euro Zuverdienst in der Grundsicherung anrechnungsfrei. Nach diesem Muster könne man insgesamt auch bei darüber liegenden Beträgen verfahren. „Wir brauchen ein paar wenige feste Beträge, statt für jeden einzelnen Aufstocker variable Grenzen beachten zu müssen“, sagte der BA-Chef.

Also ich verstehe das so: Der BA-Chef fordert Vereinfachungen, um mehr Sanktionen den betroffenen Harz IV-Empfängern gegenüber aussprechen zu können. Die Krux: nicht alle Betroffenen haben das gleiche Alter, sind nicht alle gleichlang arbeitslos und einige sind sogar noch krank und gelten nach der Aussteuerung offiziell als Arbeitslos, obwohl sie es eigentlich nicht sind. Diese Betroffenen werden für den Arbeitsmarkt freigeschaltet, obwohl sie gar nicht arbeiten könnten. DAS ist Mehraufwand – für alle Beteiligten!

Hinzuverdienst darf meiner Ansicht nach nicht dazu führen, dass dieser Hinzuverdienst angerechnet wird, wenn der Arbeitgeber eine Lohnabrechnung für erbrachte Arbeitsleistungen zahlt, aber nicht in Einzelbeiträgen sondern einmalig. Das führt dazu, dass der so ausgezahlte Gesamtlohn nicht zur monatlichen Verrechnung mit dem Arbeitslosengeld benutzt wird, sondern als Einmalverdienst und somit wird der angeblich überbezahlte Monatshinzuverdienst von den Hartz IV-Zahlungen abgezogen. Wenn aber die erbrachte Leistung in dem Zeitraum von Beginn bis Ende des Arbeitsvertrages erfüllt wurde, kann der Betrag auf die Monate bezogen anerkannt werden. Somit hat der Bezieher von HARTZ IV keine Abzüge. Ich frage mich, was daran so schwer ist?! … Taschenrechner … Monate durch Gesamtgehalt macht den monatlich zu berechnenden Hinzuverdienst. Mehraufwand für die Agentur für Arbeit sehe ich nicht.

Einheitliche Regeln solle es zudem auch für die Anrechnung von Vermögen geben. „Das würde uns die Arbeit enorm erleichtern und es müsste weniger Geld in den Verwaltungsetat umgeschichtet werden“, so Scheele.

Es gibt eine einheitliche Regel: jegliches Vermögen unter 8000,- €uro wird nicht angerechnet. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: kein Mitarbeiter der Agentur für Arbeit richtet sich danach. Da wird schon mal mit dem Gerichtsvollzieher gedroht, auch wenn es keine Werte gibt.

Er fügte hinzu: „Einheitliche Sanktionsregeln für Jugendliche und Erwachsene hingegen könnten uns dabei helfen, junge Menschen im Vermittlungsprozess nicht zu verlieren. Es ist niemandem geholfen, wenn ein junger Mensch seine Wohnung verliert, wenn bei der zweiten Pflichtverletzung seine Miete nicht mehr übernommen wird“, sagte Scheele.

Es kann keine einheitlichen Sanktionsregeln für Jugendliche UND Erwachsene geben. Das ist kompletter Unsinn. Jugendliche sollten schnell und unkompliziert in eine Arbeit kommen. Dafür braucht es ev. Miet- oder Fahrkartenunterstützung, wenn der Ausbildungsbetrieb / Arbeitsplatz nicht in Wohnnähe liegt. Bei Erwachsenen gibt es meiner Ansicht nach drei Kategorien:

  1. Erwachsener ohne Ausbildung, aber mit langjähriger Arbeitsstelle. Arbeitsplatzverlust durch Betriebsschließung ist nicht die Schuld des Betroffenen. Das muss berücksichtigt werden. Dazu zählen für mich aber auch jene Erwachsenen, die immer wieder versucht haben einen längerfristigen / unbefristeten Arbeitsplatz zu bekommen. Viele Menschen werden von Arbeitgebern ausgenutzt und vor Ende einer Probezeit ohne Angabe von Gründen wieder entlassen. Diese Personen dürfen nicht sanktioniert werden!
  2. Erwachsene, die durch langer Krankheit ausscheiden, aber nicht arbeitslos sind. Der Arbeitsplatz ruht. Die Versicherungsjahre für den Erhalt einer Erwerbsminderungs- / Erwerbsunfähigkeitsrente sind erreicht (ab 35 Beitragsjahre). Auch diese Personen dürfen erst recht NICHT sanktioniert werden!
  3. Erwachsene, die noch nie gearbeitet haben – zumindest nicht offiziell, sind als Faule betitelt und das sind sie auch. Ja, bei dieser Kategorie bin auch ich für Sanktionen.

Zur Debatte um den Begriff Hartz IV sagte er: „Wir brauchen keinen neuen Namen, denn die Leistung heißt ja eigentlich Grundsicherung. Das trifft es auch genau: Sie ist die letzte Sicherung, die der Staat bereithält, wenn jemand sich selbst nicht mehr helfen kann.“ Ihm sei schon wohler, wenn alle Politiker, die sich gerade darüber aufregten, den Begriff Hartz IV nicht mehr benutzten, sondern Grundsicherung sagen würden, so Scheele.

Was den Namen für etwas angeht, teile ich die Meinung des BA-Chefs. Aber die Grundsicherung reicht nicht zum Leben – egal wie sie heißt ! – gerade für die Kategorien der ehemaligen ArbeitnehmerInnen, die einen gewissen Lebensstandard erreicht haben. Diese Menschen verlieren alles, was sie sich aufgebaut haben … und das nur, weil der Betrieb geschlossen wurde oder eine Krankheit eine Arbeitsleistung nicht mehr zulässt.

In die Zukunft blickend: „… Da gebe es Menschen, die schon lange arbeitslos seien. „Sie zu vermitteln wird schwierig, das geht vielleicht bis dahin über einen sozialen Arbeitsmarkt“, so der BA-Chef.

Nicht jeder, der Langzeitarbeitslos und dazu erkrankt als solches gilt, möchte kurz vor der Rente noch vermittelt werden. Das macht auch keinen Sinn. Mehr Rentenpunkte gibt es nach 40 Jahren in Vollzeit nicht und mehr Rente wird es am Ende auch nicht geben – auch wenn das für jeden vernünftig-denkenden Menschen unlogisch erscheint – sondern eher weniger. Das Argument: demografischer Wandel.

Beitrag komplett von Focus online.

Der Gesetzgeber ist mit weitreichenden Gesetzen für einen gut funktionierenden und sozialen Arbeitsmarkt gefordert. Die Vermittlung ist und bleibt Sache der Agentur für Arbeit. Die Übernahme der Vermittelten muss gesichert werden und das auf Dauer! Das wollen die Betriebe, die Arbeitgeber nicht! Gerade mittelständische und Großbetriebe lieben befristete Arbeitsverhältnisse, auch Zeitverträge genannt. Die Löhne können so gedrückt gehalten werden, Arbeitnehmer werden ausgebeutet. Daran hat die Anhebung des Mindestlohnes nichts geändert (Mindestlohngesetz).

DGB: Gesetzlicher Mindestlohn im Jahr 2018: 8,84 Euro pro Stunde. Laut Mindestlohngesetz wird der gesetzliche Mindestlohn alle zwei Jahre neu festgelegt.

DER SPIEGEL 48/2014 vom 20.11.2014 über Ausbeutung.

Die Ausbeutung führte zu Arbeiteraufständen, Kämpfe und starken Gewerkschaften. Kann man alles in der Geschichte der Gewerkschaften nachlesen.

Doch auch für kleinere Betriebe ist es oft schwer. Die IHK macht es Aufnahmewilligen Unternehmen (auch Kleinstbetriebe) schwer auszubilden oder Einstellungen aus berufsfremden oder ähnlichen Arbeitsbereichen zu tätigen, auch wenn die praktische* Qualifikation vorhanden ist.  (*ev. ohne Berufsausbildung, aber vorhandene Kenntnisse)

Krankenkasse und Serviceleistungen

Wenn nun ein/e langzeiterkrankte/r ArbeitnehmerIn alle schulmedizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft hat, bleiben oft nur die medizinischen Leistungen, die von den gesetzlichen (und oft auch von den privaten) Krankenversicherungen NICHT übernommen werden. Doch wird die/der finanziell ausgebeutete Betroffene keine Chance auf Heilung oder mindestens Besserung haben, weil die Mittel fehlen.

Bei den hohen Gewinnen, die die Krankenkassen in den Jahren nach der Gesundheitsreform hatten, sind Zugeständnisse natürlich nicht drin. Überschuss könnte auch denen zu Gute kommen, die sonst keine Chance auf Linderung oder sogar Genesung haben.

Eine Rückkehr in den Beruf ist damit aussichtslos. Der soziale Abstieg unaufhaltsam. Obdachlosigkeit droht!

Wenige können nebenbei arbeiten gehen und sich eine Art Aufstockung der geringen Grundsicherung dazuverdienen. Aber Vorsicht !!! Außer Schwarzarbeit ist der Job anzumelden (geschieht über das Melden des Arbeitgebers bei Rentenversicherung und Krankenversicherung) und ca. 1/3 des Nettoverdienstes wird von den Zahlungen abgezogen.

Es gibt einige (noch sind es wenige) Betroffene, die sich das Leben nehmen … ich weiß nicht, was andere tun.

Krankenkassen bieten Serviceleistungen an, die man mit Eigenanteilzahlungen aufstocken kann. Das können die wenigsten Arbeitnehmer und RentnerInnen (mit niedrigem Verdienst und Zukünftige) noch leisten. Nebenher machen die Krankenkassen Milliardenprofit.

Doch wenn es darum geht, dass die/der Betroffene wieder eine Chance hätte in den Beruf zurückzukehren, wäre das nicht für alle Versicherten in Deutschland besser?

 

Rückkehr in den Beruf ausgeschlossen

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Es gibt Erkrankungen, die mit einer speziellen oder besonderen Behandlung wieder gelöst, gelöscht und würden für den Arbeitsmarkt bzw. für ihren Job wieder zur Verfügung stehen.

Stattdessen werden Zusatzleistungen, die aus dem Pool dank der Gesundheitsreform Agenda 2010 großzügig herausgenommen wurden, von keiner Krankenkasse bezahlt (Ausnahmen gibt es wenig).

Eine Zusatzleistung ist z.B. die Zahnprophylaxe oder professionelle Zahnreinigung. Das liegt sicher daran, dass die Manager der Krankenkassen und Politiker meinen dass RentnerInnen keine Zähne mehr brauchen. Die Krankenkassen bieten unterschiedliche Serviceleistungen an, aber 1 Prophylaxe pro Jahr muss/kann der Zahnarzt abrechnen.

Zu den Zusatzleistungen zählen auch Salben, deren Inhalt auf pflanzlicher Basis und damit ohne Kortison / Hydrokortison (künstlich erzeugtes Hormonpräparat, welches auch von der Niere / Nebennierenrinde erzeugt wird) versetzt ist, aber eben für eine Dauerbehandlung bei Hautkrankheiten [Neurodermitis, Psoriasis (Schuppenflechte)] angewendet werden kann. Kortison hingegen darf nur in einem bestimmten Zeitraum dem Körper bzw. den Nieren zugemutet werden. Die Daueranwendung schädigt die körpereigene Produktion der Nebennierenrinde.

Die körpereigene Kortison-Produktion der Niere kann mit Kneippanwendungen angeregt werden. Bei einigen Patienten reicht das schon für eine Besserung, andere müssen künstlich nachhelfen. Aber um die Nieren nicht zu schädigen, muss die Gabe des künstlichen Kortisons in Dosierung und zeitlich begrenzt sein. Das Ausleiten von hohen Kortisongaben dauert ca. 10 Jahre*. In der Zeit darf kein Kortison eingenommen, gesalbt oder gespritzt werden. (Quellen: *Heilpraktiker K. Peinert [+], Wort: Duden, Latinum)

Zusatzleistung ist auch das Aufsuchen eines Chiropraktikers oder Homöopathen.

Link zum Kassenvergleich für Serviceleistungen

Einige Krankenkassen übernehmen Zusatzleistungen im Jahr von ca. 500,-€ (Information aus einer Praxis –  bitte erst nachfragen). Meine Recherche dazu: die Übernahme erfolgt bei der AOK bis 80% des privat zu zahlenden Betrages und auch nur dann, wenn Chiropraktiker / Homöopath eingetragener Arzt ist und z.B. anerkannte  Therapien / Schulmedizin anbietet. Hierfür ist dann wichtig, dass auf die Leistung entsprechend ausgewählt wird, die auch als Zusatzleistung deklariert ist.

Siehe auch die Geschichte der Gesundheitsreform.

 

„Die Rente muss reichen“

Nachdem der Staat den einzelnen Normalbürger ordentlich ausgenommen hat und an an den Rand des Exixtensminimums brachte, stellt sich die Frage, wie ein Rentenniveau erreicht werden kann, damit der Lebensabend für die jetzigen RentenensteigerInnen und künftigen Rentner noch überlebenswert bleibt.

Alterssitz?

Ich werde meinen Lebensabend ohne Freund verbringen müssen. Er hat mich im Stich gelassen, weil ich krank bin.

Ich brauche keine Millionen, ich verlange keine riesen Summen … aber wenn ich meine Miete plus Nebenkosten, die Verkehrsmöglichkeiten / Öffis und den Seniorennachmittag / soziale Kontakte und Medizin (auch jene, die nicht von den Krankenkassen übernommen wird) nicht mehr leisten kann, mich auf ein Minimum für Lebensmittel beschränken muss, keine neue Kleidung mehr kaufen kann und für den Rest meines Lebens auf einen einzigen Urlaub im Jahr verzichten muss, hat das mit Lebensqualität nichts zu tun. Dann habe ich umsonst über 35 / 40 Jahre gearbeitet.

Mein Apell richtet sich vor allem an die Politik und an jene, die zuviel von dem haben, was Alterssicherung bedeutet: Geld.

… nur so nebenbei: die „Erneuerung“ der Bundeswehr kostet über 12 Milliarden €uro. Das bezahlen WIR, die Steuerzahler.

 

Recherchestand: Mai 2018

 

Wenn Krankheit in die Armut führt

Ich bin in akuter Not …

… wer möchte mir helfen ?

Ohne Rücksicht und ohne Menschlichkeit

und Ohne Rücksicht auf die Gesundheit

Um das Recht auf ein Stück Lebensqualität durchsetzen zu können, muss man entweder reich sein oder einen Rechtsanwalt haben, der kostenlos arbeitet.
Beides habe ich nicht.

Ich wurde für Arbeitsfähig erklärt, trotz 5-facher Erkrankungen.

Und jetzt hat mir die Agentur für Arbeit auch noch das ALG 1 (Arbeitslosengeld 1) gestrichen …

Seit 1977 arbeite(te) ich als Technikerin im öffentlichen Dienst und gehör(t)e zum Mittelstand. Ich habe einen GdB 50 (Grad der Behinderung). Seit 2015 bin ich krankgeschrieben und fast ebenso lange, kämpfe ich um mein Recht.
Mein Arbeitgeber lehnt die Tele- / Heimarbeit ab, die für Menschen mit Behinderungen und für Eltern in Erziehungszeiten oder für pflegende Menschen (u.a.) zugutekommen sollte ab.

Die Deutsche Rentenversicherung* verweigert mir die  Erwerbsunfähigkeitsrente, obwohl ich entsprechende Zeiten (über 35 Versicherungsjahre) vorweisen kann. Ich habe die Zeiten, die Rentenpunkte und könnte in Rente gehen. Aber man lässt mich nicht – trotz so vieler Menschen, die Arbeit suchend sind.

Diverse Gutachten haben im Ganzen kein Ergebnis gebracht, weil ich ein Mensch mit 5 verschiedenen Erkrankungen bin, aber jeder Gutachter nur seinen medizinischen Bereich beurteilt. Die Erkrankungen sind aber nicht kompatibel und man kann sie auch nicht wegdiskutieren.

Nach Jahren Dauerkrankschreibung  hat die Krankenkasse die Zahlung des Krankengeldes eingestellt. Jetzt bekomme ich Arbeitslosengeld, welches mich an den Rand der finanziellen Möglichkeiten gebracht hat.

Anwälte, Verbände und Verbraucherzentralen oder der Sozialverband, der mich gegen die DRV * vertrat, arbeiten auch nicht kostenlos.
Die Klage gegen die Deutsche Rentenversicherung* (DRV-Bund in Berlin) über den Sozialverband ist, nach einem erpresserischen Vergleich (initiiert vom Sozialgericht in Absprache mit der DRV*) den ich unterschreiben musste, erledigt. Ich bekam dafür eine Reha-Maßnahme, die aber auch kein eindeutiges Ergebnis brachte.

Meine Reserven sind aufgebraucht und zwangen mich zu Krediten und Soforthilfen. Doch auch das muss zurückgezahlt werden.

Was eine Reha-Maßnahme ist und welche Gestzestexte aus dem Sozialgesetzbuch zur Verfügung stehen, kann man zusammengefasst bei wikipedia nachlesen.

Jetzt beginnt das Verfahren von vorne

Jetzt beginnt das Verfahren von vorn: Rentenantrag, Formulare ausfüllen. Das dauert – kostet Zeit und Geld. Doch ich habe keine Zeit mehr und Geld erst recht nicht. Das knappe Budget reicht nicht für eine Neuauflage.

Ich bin insolvent. Reserven habe ich nicht (mehr).
Aus dem Strudel von wachsenden Schulden und Zahlungen für Miete bzw. Lebenshaltung, komme ich nicht mehr raus.

DIE nehmen mir jetzt alles weg. Ich habe kein Haus, kein Auto und keine sonstigen Reichtümer oder Werte in Form von Verträgen oder sowas.
Ich will nicht und kann nicht unter der Brücke schlafen … mit meinen Krankheiten bedeutet das … nein, das will ich nicht zu Ende denken. Ich habe riesige Angst.

Ich habe eine erneute Absage zur beantragten Erwerbsunfähigkeitsrente von der Deutschen Rentenversicherung erhalten. (Stand 18.06.2018)

Meine Bitte richtet sich an alle, die mir helfen können und mich unterstützen wollen.

Ich hoffe, dass ich ein Ergebnis für Alle behinderten und betroffenen Menschen erzielen kann.

Es muss ein System für die Menschen sein und nicht gegen sie.

Mir wurde jetzt das ALG1 gestrichen … ich weiß nicht, wie ich die Miete und Lebenshaltung bezahlen soll …

Unterstützt mich bei meiner Kampagne

oder helft mir ohne Zwischenposten so: Comerzbank / IBAN: DE87250800208338094400 / BIC: DRESDEFF250

 

 

Vielen Dank
Eure/Ihre Francis

Stand: 25.07.2018 / Text wird an die jeweils aktuelle Situation angepasst.

Wenn die Reha-Maßnahme zum Trauma wird

Diffamiert, diskriminiert und gemobbt

… als wäre eine Krankheit nicht genug, da wird man noch verleugnet, diffamiert und gemobbt und das von Psychotherapeutinnen.

Der Grund war anscheinend, dass ich schon in die Aufnahmeunterlagen hineinschrieb, was meine Umgebung zu bieten haben muss. Zum Beispiel wollte ich keinen Teppich, weil ich eine u.a. Hausstaub-Allergie habe. Aber das, was mich in der HELIOS Klinik Rothaar in Bad Berleburg erwartete, war die Krönung allem Schlechten, die sich kein Mensch wünschte.

Luftbild von der HELIOS-Klinik Rothaar

Luftbild von der HELIOS-Klinik Rothaar (hängt im Klinikgang). Mein Zimmer: Feil in Pink, hinter dem Baum, in der Ecke

Nachdem ich schon mit Verspätung in der Klinik eintraf, wurde ich in ein dunkles Loch mit verdrecktem Teppich, Schimmel im Badezimmer und einer unglaublich dreckigen Lüftung gesteckt. Die Schwester, die mich in das Zimmer begleitete, preiste das geräumige 2er Zimmer an, als sei es ein Privileg dort gastieren zu dürfen. Das war es aus der Sicht eines Allergikers nicht und schon gar nicht für Wochen. Ich bat um ein Zimmer ohne Teppichfußboden – die anderen relevanten Begebenheiten hatte ich bis dahin noch gar nicht entdeckt.

Die Schwester meinte, ich müsste meine Beschwerden bei dem Erstgespräch mit der Bezugstherapeutin angeben. Ich glaube, ich hatte eine Ahnung von dem, was da auf mich zurollte und sollte mit meiner Ahnung recht behalten.

Ich hatte zwei Zimmer [Raum 1 und 2] mit einem kleinen Flur und ohne Türen zur Verfügung und ein Badezimmer, welches zwar irgendwann mal renoviert worden war, aber leider innenliegend und Ansätze des Schimmelpilzes Aspergillus negri an den üblichen Ecken und Rändern aufwies. Die Lüftungsanlage, die das vermutlich verhindern sollte, war völlig verstaubt und zog nicht die Feuchtigkeit heraus, sondern blies sämtlichen Staub der Umgebung zurück in das Bad. Nicht gesund für Asthmatiker / Allergiker.

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Der Teppichfußboden bei der Heizung. Es zog durch die Ritzen der nach unten verlängerten Fenster eiskalt in den Raum, es war feucht und sichtbar schimmelig.

Den Schimmel bearbeitete ich mit Essig und den Schalter der Lüftung, der mit der Deckenbeleuchtung gekoppelt war, überklebte ich später mit Paketband, damit der Dreck da blieb, wo er war: in der Lüftungsanlage. Die Putzfrauen schalteten immer alles an, wenn sie sauber machten. Der Staubsauger (kein leistungsstarker Industriesauger) war nicht Allergikergeeignet und pustete den eingesaugten Dreck einfach wieder hinaus – und das konnte man riechen.

Neben der Lüftung waren die Lücken der Deckenpaneelen genauso staubig, wie die Lüftung selbst. Die Panelen wurden mit einer Dämmung verbaut und seitdem nicht mehr angerührt. An einigen Stellen musste anscheinend nachgebessert werden, aber es wurden die Kabel und die Dämmung nicht wieder ordnungsgemäß abgedeckt, sondern schauen hervor. Von allein bewegen sich weder die Panelen noch die Dämmplatten, die aus einem dunklem (schwarzen) Material sind. Der Staub ist in der Bildvergrößerung gut sehen.

Die Ablagen waren geputzt worden, aber die Heizung anscheinend monatelang nicht. Ich reinigte die Rippenröhren mit dem dünnen Klopapier, dass ich anfeuchtete, bevor ich meine Handtücher über die warmen Rohre hängte.

In der Dusche fand ich in der Seifenablage einen Deckel von einem Duschgel oder Shampoo. Auch wenn soetwas mal passieren kann … sollte hier so bei Patientenwechsel gereinigt werden, dann möchte ich mir nicht vorstellen, was die Reinigung der nicht so offensichtlichen Flächen betraf. Später hörte ich von ähnlichen Erlebnissen anderer Patienten in ihren Zimmern.

Ich bemerkte sehr schnell, dass die Funzeln an der Decke und die Wandleuchte für das Arbeiten am Schreibtisch nicht ausreichten. Ich hätte den Schreibtisch woanders hinschieben müssen, um mir nicht im Licht zu sitzen. Die Deckenlampe spiegelte sich außerdem im Bildschirm. Die einzige Tischlampe in den beiden Räumen konnte ich nicht auf dem Schreibtisch platzieren, weil das Kabel zu kurz und am Tisch keine Steckdose vorhanden war. Ein Kabelschacht hinter dem Sofa erwies sich als Steckdosenlos. Die Tischlampe platzierte ich schließlich auf dem kleinen Sofatisch. Das Sofa baute ich zum Bett um. R1 war mehr etwas für mich, als das Schrankzimmer mit dem Kinderbett in R2. Es erinnerte mich zu sehr daran, was ich in meinem Leben vermisste. Außerdem wirkte R2 ungemütlich mit der erschlagenden Schrankfront.

Nach Aussage der Schwester hatte ich sämtliche Termine verpasst, die man schon ab dem frühen Nachmittag für mich gesetzt hatte. Doch der erste Termin war schon eine halbe Stunde vor meinem eigentlichen Eintreffen. Man hatte also meine Ankunftszeit ignoriert, die ich gewissenhaft mitgeteilt hatte, wie später auch meine Anrufe, dass ich den Anschlusszug nicht erreichen konnte und eine volle Stunde später gegen 15:26 Uhr am Bahnhof Bad Berleburg eintreffe. Ein zugesicherter Abholdienst war dann trotzdem nicht vor Ort, sondern kam fast 40 Minuten später – nach erneutem Telefonat mit der Klinikrezeption.

Die Bezugstherapeutin

Bei dem Gespräch mit meiner sogenannten Bezugstherapeutin konnte ich keine Besserung für mich erreichen. Stattdessen spürte ich eine innere Abneigung, die mir entgegenschwappte. Diese Frau hatte etwas steifes, abwendendes und kaltes. Sie zog ein Gesicht, dass an eine unrenovierte Fassade erinnerte, die mit ihrer Situation unzufrieden war. Vielleicht war es Unsicherheit, die sie hinter einer Mauer verbergen versuchte. In jedem Fall sprach ihre vornehmlich dunkle Kleidung Bände. Sigmund Freud hätte seine Freude an der Analyse dieses Individuums.

Sie fragte mich, was ich mir vorstellte. … ich stutzte. Was stellte ich mir vor? Vor allem, dass ich verstehe, was sie hören wollte … und ich fragte nach, was sie meinte. Sie erklärte, ich solle ihr mitteilen, was ich mir von der Reha versprach. Ich wollte mit allen Krankheitssymptomen leben können. Letztlich verfolgte ich ein Ziel: eine Bestätigung der kompakten und unterschiedlichen körperlichen Schäden, in deren Folge ich Arbeitsunfähig geworden bin. Dann wollte sie wissen, wann ich genau die Erwerbsminderungs- bzw. Erwerbsunfähigkeitsrente beantragt hatte und wie ich vorgegangen bin. Ich fragte sie, ob sie meine Unterlagen, die ich ausgefüllt per Mail zur Klinik geschickt hatte, nicht gelesen hatte. Ich wollte die Gesprächszeit für etwas anderes nutzen, als dem, was mich in die Situation brachte, in der ich mich befand. Ich vermute, dass sie das nicht gut fand. Sie notierte etwas, blieb mir jedoch eine Antwort schuldig.

Und in das Schwimmbad konnte ich auch nicht, weil man mit Chlor arbeitete und nicht mit Sole, was für die Haut generell viel besser war. Wäre das Schwimmbadwasser nicht mit Chlor versetzt gewesen, wäre ich vermutlich jeden Tag dort reingesprungen. Ich musste derzeit immer warten, dass der Sommer die Teiche erwärmte oder bis zum nächsten Urlaub im Süden.

Ich beschwerte mich darüber, dass offenbar niemand meine Unterlagen las, was ein Seitenhieb auf die Bezugstherapeutin selbst war und ich erwähnte das Essen in der Klinikkantine, welches mit gesunder Ernährung nichts zu tun hatte. Außerdem war die Auswahl für Allergiker völlig ungeeignet. Die Soßen waren Massenware und beinhalteten Laktose und Zucker und das nicht zu knapp. Das heißt, dass die Soßen bestanden aus Fertigpulver und wurden angerührt und so schmeckte es auch: gleich, alles schmeckte irgendwie gleich. Es war fast so, wie wenn man jeden Tag die gleiche Suppe mit gleichem Inhalt und Gewürz aß. An der Essensausgabe hatte ich mitbekommen, dass einer Patientin kein Essen ausgegeben werden konnte. Sie gab an, glutenfrei essen zu müssen, doch es gab kein glutenfreies Mittagessen. Irritiert ist sie aus dem Speisesaal gegangen. Später habe ich sie in der Cafeteria wiedergetroffen. Sie hatte sich im Ort (Bad Berleburg liegt in einem Tal, die Klinik auf einer Anhöhe) in einem kleinen Bioladen versorgt und meinte, dass das eine Katastrophe sei und sie habe ihren Mann angerufen. Sie überlegte, die Reha abzubrechen. Auch andere Patienten weigerten sich die Lebensmittel zu sich zu nehmen und beschränkten ihren Konsum auf das nötigste. Ansonsten gingen diese Patienten im Ort essen. Aber das konnte es doch nicht sein?!

Ich forderte eine Ernährungsvberatung, in der Hoffnung, dass mich das weiterbrachte.

Dadurch, dass ich mich beschwerte, war ich fortan die Böse. Ich wies mehrfach auf diverse Allergien hin und ich wollte ein anderes Zimmer ohne Teppichfußboden – wenigstens das. Ich bekam kein teppichfreies Zimmer und kein Bad ohne Schimmel, sondern blieb in dem dunklen Loch, wo man nicht mal mitbekam, wenn die Sonne schien. Bei anderen Patienten war das anders, aber die hatten auch eine andere Bezugstherapeutin.

Die Ernährungsberatung

Davon hatte ich in meinem Leben schon einige und wie alles, unterlag auch die Ernährung ständiger neuer wissenschaftlicher Ergebnisse. So war ich gespannt, was mir die geforderte Ernährungsberatung einbrachte.

Erstaunlicherweise wurden alle Erkenntnisse bestätigt, die ich aus den letzten Jahren schon kannte. Also nichts Neues in West, Ost, Nord oder Süd.

Ernährungspyramide

Bezug und Bildrechte: LAGZ Rheinland-Pfalz lagz-rlp.de

Die Ernährungspyramide war aktueller denn je.

Mit erstaunen vernahm ich von der Ernährungsberaterin, dass sie meine Situation in keinster Weise verbessern konnte. Ich musste mir damit aushelfen, die Lebensmittel herauszufiltern, die ich nicht essen konnte oder nicht wolle. Ihre Einflussnahme hatte eindeutige Grenzen und scheiterte an der Einschätzung der Psycho-Therapeuten, die alles als Einbildung einordneten, was nicht wissenschaftlich belegt sei. Aber ich hatte einen Allergiepass, in dem Zusammenfassend & platzsparend die Lebensmittelgruppen aufgeführt waren, die ich unbedingt meiden sollte. Die beiden Ernährungsberaterinnen rieten mir, ich solle mich möglichst aus dem Bioladen im Ort versorgen.

Ich ernähre mich zwar in erster Linie von biologisch angebauten und erzeugten Lebensmitteln, aber die Angebote in dem kleinen Biogeschäft waren in Relation zum Bio-Supermarkt doppelt so teuer.  Das konnte ich mir nicht mehr leisten. Jedoch in einer Klinik von dieser Größe würde sich das lohnen –  für die Patienten und auch für den Klinikhaushalt, abgesehen von der guten Presse. Wenn dann noch eine eigene Küche eingerichtet werden würde, wäre das perfekt. So wurden die Speisen fertig aus einer Großküche angeliefert. Vermutlich bekamen alle Kliniken und Altersheime im Ort Bad Berleburg das gleiche Essen geliefert. Mit einer eigenen Küche könnten die Köche mit den Ernährungsberatern direkt auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen und das Küchenpersonal wüsste genau, was der Inhalt von Soßen, Überbackenem und Suppe war.

Ich kaufte mir einige Lebensmittel in dem kleinen Biogeschäft.

Biogeschäft

Der einzige Bioladen in Bad Berleburg, vermutlich in der gesamten Region – traurig.

Klinikkoller

Ich konnte nichts mehr falsch machen und machte das mit, was mir hilfreich erschien. Es waren Vorschläge – kein Zwang. Das hörte ich in der ersten Sitzung aus dem Mund meiner Bezugstherapeutin, wie auch von meinen Mitpatienten, die mich weitgehend unterstützten. Ich bräuchte mich nicht einmal abzumelden – so der einhellige Tenor. Doch anscheinend waren die Vorschläge doch mehr als nur Vorschläge. Warum man diese dann so nannte, bleibt ein Rätsel.

Ich ging bei sonnigem Wetter nach einer Woche Klinikknast spazieren. Offenbar hatte ich einen Klinikkoller. Das ist kein schönes Gefühl und ich denke, dass sich Heimweh so anfühlt. Es tut geradezu weh und man will nur noch weg. Es ist eine Macht, gegen die man sich kaum wehren kann und vielleicht auch nicht sollte. Man spürt förmlich, wie alle Lebenskraft aus dem Körper verschwindet … man muss wieder auftanken und das geht nur, wenn man den Ort verlässt, der einen aussaugen will.

Meine erste Inspektion der Umgebung führte mich über das Klinikgelände und in die Landschaft nebenan.

Mein Ausflug war gut und nötig und das wiederholte ich in regelmäßigen Abständen. Ich ließ einige der Termine einfach ausfallen, die mir nicht nützlich erschienen. Was mir letztlich gut tat, wurde mir bei der Visite zum Vorwurf gemacht. Eigenartig … es war die Oberärztin selbst, die bei einer Infoveranstaltung der Stationsgruppen explizid darauf hingewiesen hatte, dass man nur das machen sollte, was einem guttat und sich zu nichts zwingen sollte. Das tat ich und nun war es falsch? Ich verstehe dieses Hin und Her nicht.

Die Anderen

Es gab einige Patienten, die sich in Bad Berleburg mit Kopfkissen, Bettdecken und Laken sowie Bettbezügen versorgten. Einige sah ich sogar mit Toilettenpapier unter dem Arm. Ich sprach eine Patientin an. Sie erklärte, sie sei auf das chlorgebleichte dünne Material allergisch und hatte in der Folge alles wund.

Den Kauf der Bettbezüge und Decke mit Kopfkissen konnte ich auch nachvollziehen. Die vorhandenen Bettdecken waren für die Minustemperaturen unter 10° Grad nicht ausreichend. Ich ließ mir eine zweite Bettdecke geben, die mich gleichsam fast erdrückte. Das Material war nicht neu und schwer war es geworden. Ein Kopfkissen hatte ich mit, wie auch zwei Bezüge aus Biber, was ebenfalls wärmt.

In der Cafeteria saßen auch zu den Mittagszeiten immer einige Patienten, die sich das Essen schmecken ließen, dass es dort neben dem Kuchen gab. Ich glaube nicht, dass eine Bockwurst mit Pommes und Ketchup besser war, als das Fertigfutter aus einer Großküche, aber es schmeckte sicher besser. Der Kuchen jedenfalls war genial, obwohl auch der eingefroren angeliefert wurde und Ähnlichkeit mit den Fertigtorten von Coppenrath & Wiese hatte. Wir fragten nicht in welcher Großbäckerei er gefertigt wurde – manchmal war es besser sowas nicht zu wissen.

Abschlussgedeck in der Cafeteria der Klinik

Filzen

Meine Freizeitgestaltung konnte mir jedoch niemand vorwerfen und ich war in meinem Leben schon immer sehr unterschiedlich und interessiert unterwegs und ich machte selbstverständlich mit, als mich eine Mitpatientin fragte. So zum Beispiel beim Filzen. Was ich nicht wusste: Filzen ist Körperarbeit. Man muss seine gesamte Kraft einsetzen und die Flächen immer wieder walgen, damit sich die einzelnen Filzfetzen für immer verbinden. Ich war am Rande meiner körperlichen Einsatzfähigkeit angekommen … mittendrin. Meine Rückenschmerzen versauten mir die Freude und das Weiterarbeiten. Aber im Gegensatz zu allen anderen Dingen, die mich ausbremsten, wurde mir hier geholfen … sonst hätte ich meine ersten Filzschuhe wohl nie fertig bekommen.

Ergotherapie

Wichtige Aufgaben sind unter anderem, dass man das tut, was einem die Kreativität erhält und Spaß macht. So haben wir es in den Therapiegesprächen in der Gruppe gelernt. Wenn das ein Ergebnis meiner Mitarbeitsverweigerung ist, dann habe ich kein Bild gemalt, keine Tiere aus Holz gesägt und auch nicht gefilzt.

Komisch, ich weiß gar nicht, woher ich das Wissen über das Filzen nahm oder aus Holz eine Figur aussägen können … kann man das auch, wenn man die Therapievorschläge nicht wahrnahm?

Ich malte ein Bild, dass ich mit schwarzer und dunkelvioletter Farbe begann. Ich wusste nicht genau, wohin die Reise ging, aber das Ergebnis der großen Visite hatte meine Farbgestaltung beeinflusst. Das bemerkte auch die Ergo-Therapeutin. Ich sprach mich bei ihr aus, als die anderen eine Pause einlegten. Wir nutzten die Zweisamkeit und ich fühlte mich verstanden. Sie hörte mir zu und nahm meine Sorgen, Ängste und Erwartungen ernst. Das war bei den Psycho-Therapeuten nicht der Fall. Im Laufe des Nachmittags wurde meine Laune besser und so auch die Farbgebung des Bildes. Beim Aussägen des geplanten Baumes, ergaben sich weitere Holzfiguren, die ich bearbeitete und am Ende anmalte. Eine Wolke, ein Elefant und ein fliegender Vogel, sowie ein Stein. Die Hauptfarbe und die Bildteile schob ich Tagelang auf dem Bild hin und her, bis ich wusste, wie alles zusammenpasste und ein stimmiges Bild meiner Gefühle wiedergab, die nicht unbedingt die Ausgangsstimmung wiederspiegelten. Alle Teile klebte ich am Ende auf die Leinwand.

Mich würde interessieren, was ein echter Psychologe aus dem Bild liest …

Musiktherapie

Musikalisch bin ich nicht wirklich … doch das hat richtig Spaß gemacht. Einfach mal spielen dürfen, auch wenn man es nicht kann. Doch was ist richtig und was ist falsch, was kann man und was kann man nicht? Falsch kann nur das sein, wenn man es nicht ausprobiert. Wir haben es alle ausprobiert und es haben sich rhythmische Stücke ergeben, die sich richtig toll anhörten. Das erwartete Chaos blieb aus. Wir waren ein Team, eine Musikgruppe, bei der jeder ein anderes Instrument betätigte und dennoch hat sich ein Musikstück entwickelt – ohne Namen, ohne Noten und ohne Dirigenten. Trommeln mit den Händen, ein Schlagzeug benutzen, Tasten auf dem Klavier anschlagen, an Gitarren oder anderen Instrumenten zupfen … Musikinstrumente deren Namen ich nicht kenne. Alles durcheinander und dennoch im Fluss, gemeinsam und im Team.

Wer macht nicht mit? Wer arbeitet nicht an sich? Meine sogenannten Bezugstherapeuten können mich nicht gemeint haben.

Die Visite

… ein Martyrium für sich. Sigmund Freud würde sich vermutlich im Grab herumdrehen.

Der Patient sitzt im Gruppenraum, der viel zu groß wirkt und der Oberärztin und den Therapeutinnen gegenüber. Der Patient sitzt so, dass dieser in die Helligkeit sieht.

Das ist bekannt aus der psychologischen Kriegsführung, in denen Spione mit Lichtkegeln angestrahlt werden und der Verhörende selbst nicht zu sehen ist. Diese Taktik wird auch gerne bei Einstellungsgesprächen genutzt. Der Bewerber kann gut gesehen werden, jede Regung, die Geste, seine Mimik. Er selbst muss gegen das Licht sehen und wird geblendet. Die Aufteilung der Stühle erinnert zudem an die Aufteilung in einem Gerichtssaal. Auf der einen Seite das Opfer oder der Zeuge, auf der anderen die Ankläger und von denen mit geringem Abstand der Richter. Breitbeinig und mit bestimmender Körperhaltung. Einschüchterung pur.

Es wurde festgestellt, dass ich unter Einbildung meiner Allergien leiden würde. Ich hörte es, glaubte es aber kaum und musste unwillkürlich lächeln. Da haben sich anscheinend ganze Generationen von Allergologen geirrt. Selbst die Ergebnisse des letzten Tests war dann sicher auch eine Fälschung. Das war der Knaller des Tages.

Mir wurde mitgeteilt, dass ich nicht mitarbeiten würde und zu keiner der vorgeschlagenen Therapien erscheinen würde. Ich erläuterte, dass mir mitgeteilt wurde, dass es sich um Vorschläge handelte und nicht um Pflichtveranstaltungen, die ich unbedingt besuchen musste. Bei dieser Visite wurde ich eines besseren belehrt. Dann zählte sie meine angeblichen Verfehlungen auf. Ich würde mich weigern an den Gesprächen aktiv teilzunehmen. Doch das war eine glatte Lüge. Ich habe mich sehr wohl an allen Gesprächen beteiligt, sofern ich etwas dazu beitragen konnte. Essstörungen gehört nicht dazu und Burnout wurde nicht wirklich behandelt, was eher in die Abteilung Depression passt und erst nach dieser Visite drangekommen war. Ich kann bis heute nicht erkennen, dass ich mich nicht eingebracht oder mitgearbeitet hätte. Die von mir bearbeiteten Vorlagen sehen so aus:

Dann habe ich einige der Notizen aus den Gruppentherapierunden abfotografiert, um nichts zu vergessen. Macht das jemand, der sich nicht für die Sache interessiert, sich nicht einbringt oder mitarbeiten will?

Nach nur zwei Gesprächen zu je 30 Minuten und einer einzigen Visite in „Station 1“, die einer Inquisition ähnelte, wurde ich als gesund und als sofort arbeitsfähig ohne Wiedereingliederungszeit eingestuft. Dabei bleib es bis zum Schluss – ohne wenn und aber, ohne weitere Gespräche oder Visiten.

Arbeitsschutz

… als wenn es noch nicht reichte … ein Niesanfall in der Cafeteria ließ mich an die Grippeepidemie denken, die diese Klinik fest im Würgegriff hatte und reihenweise Opfer forderte. Therapiestunden fielen aus und auch die Patienten lagen mehr oder weniger in ihren Zimmern im Bett festgenagelt und verpassten das schöne Wetter und alle ihre Therapieeinheiten. Aber das war nicht der Auslöser meiner Niesattacke, sondern die unglaublich verdreckte Klimaanlage, unter der ich saß. Die verstaubte Klimaanlage pustete nicht nur sämtliche Bazillen und Viren filterlos durch alle Gänge und in jeden Raum. Ich konnte mir die Bazillenwolke vorstellen, die aus den Ritzen wehte und sich auf alle ungeschüptzten Opfer stürzte, aber auch die Staubpartikel, die ich einatmete und die für Husten- und Asthmaanfälle sorgten.

Bemerkenswert ist jedoch, wie wenig die Klinik für den Arbeitsschutz ihrer Mitarbeiter tat. Ich fragte mich tatsächlich, ob es keinen Arbeitsschutzbeauftragten gab, der sich um die Umsetzung der Arbeitssicherheitsvorschriften kümmerte. Der Arbeitsschutz wurde ins Leben gerufen, um chronische Spätfolgen und Krankheiten bei den Beschäftigten zu verhindern,die sich immer in diesen Räumen aufhielten – den ganzen Tag, Monate, Jahre.

Der Dreck der aus der Klimaanlage entwich, war Katastrophe für Patienten mit Atemwegserkrankungen oder Allergien und wurden dem Schmutz ungefragt ausgesetzt. Die Beschäftigten der Klinik konnten die Klinik wenigstens nach der Arbeit verlassen. Die Patienten hielten sich während der Reha 24 Stunden lang in der Klinik auf.

Vielleicht liest das hier ja einer der Arbeitsschutzbeauftragten aus NRW oder der Berufsgenossenschaft. Es wäre in der Klinik wohl eine Art Meilenstein, wenn da mal jemand „aufräumte“.

GrippePandemie

Niemand wurde verschont. Patienten, Thrapeuten und Personal – reihenweise wurden alle krank. Gegenmaßnahmen: KEINE !

Es wurde bei Bedarf mal eben ein Antibiotikum verordnet. Meist handelte es sich um Ibuprofen  oder  Penicillin oder anderen Mittelchen mit gleichen Inhaltstoffen und nicht weniger aggressiv, als das Original. Wer das nicht verträgt, hat eben Pech. Hilfe gleich Null. Als Allergiker bekommt man entweder die Hölle auf Erden präsentiert, oder es hilft. Es ist aber ein Handel, deren Verlierer dabei auch das Leben verlieren könnte. Das nennt man dann anaphylaktischen Schock.

Ein Allergiker nimmt solche Hammer-Mittel nicht.

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Kein Raumschiff, nur einer der Klinikgänge.

Auf einem der unendlich langen Klinikgängen traf ich eines Tages einen Mitpatienten, der sich gerade seine Chemiekeule im Schwesternzimmer abgeholt hatte. Er meinte, dass ihm kaum noch Pharma-Medizin helfe und nur noch die volle Dosis möglich sei. Alles andere bräuchte er gar nicht erst schlucken: sinnlos.

Siehe dazu auch unter: Medikamentenresistenz

Manche Menschen scheinen es immer noch nicht mitbekommen zu haben: die Resistenz gegenüber Medikamenten war ein Produkt der ständigen Pestizide und den Medikamentencocktail der Nutztiere. Die Wirkstoffe wurden bis zum Schlachten nicht mehr abgebaut und landeten ungefiltert auf unserem Teller. Dadurch entwickelten sich Resistenzen. Pestizide wirken mit den Medikamentenresten und ergeben einen neuen Cocktail, den manche Menschen nicht abbauen. Einige entwickeln Allergien und andere wurden resistent. Die Gefahr bei einer Resistenz ist, dass bei einem Unfall oder Schlaganfall lebensrettende Medikamente unter Umständen nicht wirken.

Endlich wurde auch ich von der Pandemie ergriffen und lag ziemlich schnell flach. Ich fühlte mich schlecht. Neben bekannten Fieber- und Schüttelfrostanfällen, traten zusätzliche Gliederschmerzen, Schwindel und das Gefühl sich übergeben zu müssen, auf. Doch am Schlimmsten waren die unterbliebenen Hilfen. Ich bekam keine Zitrusfrucht, keinen Ingwer, keinen Tee aus der Kräuterküche – es waren kleine Hausmittel, die mir immer halfen eine Grippe abzuwehren. Sogar Meditonsin war besser, als alles andere, was die Pharma-Chemieküche anbot. Ich bekam keine Bäder nach Kneipp oder Inhalationen mit hustenlösenden Kräutern. Keine Hühnersuppe zur Unterstützung der natürlichen, körperaktiven Abwehrmechanismen. Ich bekam nichts.

Wenn meine Mitpatientin nicht gewesen wäre, hätte ich auch sterben können. Ich wäre vermutlich verdurstet und verhungert, weil ich mich nicht aus dem Bett bewegen konnte. Sobald ich das versuchte, verschwamm die Welt um mich herum. Mich hatte es dolle erwischt und ich fragte mich, ob es den anderen auch so schlecht erging.

Doch die Untätigkeit der Klinikbeschäftigten, in erster Linie der behandelnden Ärzte, war eindeutig Körperverletzung und das war unterlassene Hilfeleistung. Sogar nachdem eine Schwester von meinem Infekt – durch die Mitteiling der Mitpatientin – kenntnis von meinem Zustand bekommen hatte und sie mir wenigstens Bronchialtee kochte, wurde ich nicht von einer Ärztin aufgesucht und untersucht.

Ich lebte täglich von einer Banane, einem Brötchen und Honig, den ich auch in den Bronchialtee hineinrührte und nahm nebenbei innerhalb von fünf Tagen fünf Kilo ab. Das schadet mir nicht wirklich, aber die Menge auf die Tage gerechnet war schon eine Hausnummer für einen Organismus, der mit einer Grippe kämpfte und kaum Unterstützung bei diesem Kampf bekam.

Ergebnis

Ich wurde nur eine Woche später als gesund entlassen – mit der Grippe, die ich noch immer hatte und trotzdem ich um eine Verlängerung bat. Einen Tag nach meiner Rückkehr, suchte ich meinen Hausarzt auf. Ich musste mich weiterhin krankschreiben lassen.

Mein Hausarzt war entsetzt von der Schilderung über die Reha-Maßnahme, der nichterfolgten Therapiemaßnahmen, die über die psychosomatische Gruppendynamik hinausgingen, und der unterbliebenen Hilfe während der Grippe. Von den Folgen für meine Zukunft abgesehen, war der Aufenthalt in der Helios-Klinik Rothaar in Bad Berleburg Körperverletzung und Zeitverschwendung. Das Geld hätte sich die DRV sparen können – denn ich werde keine Zusatzleistungen zahlen. Meine Geduld in dieser Sache ist aufgebraucht.

Ziel verfehlt

Über zwei Jahre kämpfe ich um die Anerkennung meiner Leiden. Seit 2013 versuchte ich eine Reha-Maßnahme zu beantragen, die insgesamt sechs Mal von der DRV abgelehnt wurde. Erst das Sozialgericht hat mir durch einen Vergleich, der einer Erpressung gleich kommt, eine Reha-Maßnahme in Aussicht gestellt. Ich unterschrieb diese Erpressung, weil ich die Reha wollte. Die Auswahl fiel auf eine Klinik, die auf ihrer Webseite damit warb Erkrankungen für HNO, div. Hautkrankheiten und Allergien, Orthopädie und psychosomatische Erkrankungen parallel therapieren zu können. Unter anderen wird auch mit stolzgeschwellter Brust auf die Behandlung des Borderline-Syndroms verwiesen. Ein/e betroffene/r Patient/in ,it genau dieser Diagnose ist untherapiert nach Hause gefahren. Alle diese Abteilungen gibt es tatsächlich und alle können trockenen Fußes über Gänge erreicht werden. Die Klinik ist ein riesiger Komplex, was man auf dem Luftbild erkennen kann. Weitere Kliniken der HELIOS-Gruppe sind im Ort verteilt, gehören aber nicht unmittelbar zu dieser Klinik, die sich Rothaar – nach dem Gebirgszug Rothaarsteig um Wittgenstein im Sauerland – nennt.

Wenn nun jemand mit mehreren Diagnosen in eine Klinik eilt, dann möchte dieser Patient eine Lösung oder Hilfen an die Hand bekommen, die ihr/ihm das Leben erleichtern. Doch in dieser Klinik, mit diesen Ärzten der psychosomatischen Abteilung der Station 1, ist das Wunschdenken. Die Mitarbeit bleibt auf den Patienten beschränkt und auf Gruppenarbeiten und Anwendungen wie Ergotherapie, Sportprogramm und Freizeitgestaltung reduziert.

Und zum Schluss: wer in eine Reha-Maßnahme will, muss von seinen behandelnden Ärzten eine Bescheinigung über die Reisefähigkeit ausfüllen lassen und diese vor Antritt an die Reha-Einrichtung oder Klinik per Post / Mail übermitteln. Umgekehrt scheint das nicht zu gelten.

Meine Klinikbewertung

Diagnose ‚Arbeitsfähig‘ trotz schwerste Erkrankungen

FrancisBee berichtet als Patient; Benutzerempfehlung  Empfehlung

Gesamtzufriedenheit: unzufrieden (Ignoranz der Ärzte gegenüber dem Patienten)
Qualität der Beratung: unzufrieden (… es gab keine. Nur wenige Gruppen- und Einzelgespräche)
Medizinische Behandlung: unzufrieden (keine vorhanden für mein Gesamtpaket)
Verwaltung und Abläufe: unzufrieden (keine Weiterleitung der Unterlagen)
Ausstattung und Gestaltung: weniger zufrieden (Teppich, trotz Angabe von Allergien (z.B.))
Pro: Ergo-, Physiotherapeuten, Küchenpersonal, Schwestern bemühen sich
Kontra: unfähige Psychotherapeuten, Urteil nach 2x Hände „schütteln“
Krankheitsbild: Fibromyalgie, Neurodermitis, Asthma, Allergien, Wirbelschäden
Privatpatient: nein
Erfahrungsbericht:

Da ich mehrere Erkrankungen gleichzeitig habe, wurde diese Klinik ausgewählt. Hier dachte ich, bin ich gut aufgehoben. Es gibt neben der psychosomatischen auch eine orthopädische und dermatologische Abteilung. Leider hat sich meine anfängliche Euphorie schnell gelegt, als nach 2 kurzen Gesprächszeiten von 30 Minuten mit der Bezugstherapeutin schon ein Ergebnis oder besser ‚Urteil‘ über mich gefällt wurde. Leider habe ich weder eine psychische Erkrankung, noch bin ich faul oder arbeite nicht mit. Ich kann nur nicht. Da man Schmerzen nicht sehen kann, nimmt man mir meine Erkrankung nicht ab. Im Gegenteil. Auch wird behauptet, dass ich keine Allergien hätte und der Teppichfußboden in meinem Zimmer keine Reaktionen auslösen könne. Blöd nur, dass ich einen Allergiepass habe. Aber ausgefüllte Formulare, die im Vorfeld abgegeben werden mussten, wurden weder berücksichtigt, gelesen noch einbezogen. Die Arbeit hätte ich mir sparen können. Ich musste wiederholt u. mehrmals das Gleiche ausfüllen. Meine Schwerbehinderung wurde ebenso wenig berücksichtigt, wie mein Wunsch an einer Schmerztherapie im Umgang mit Fibromyalgie, Neurodermitis, Asthma, Allergien und orthop. Schäden teilzunehmen.
Die Nahrungsaufnahme gestaltet sich ebenso schwierig, weil das Essen fertig u. mit chem. Zusatzstoffen ist. Da ich mich biologisch ernähre ist das Fertigfutter u.f. Allergiker der Supergau. Bei Gluten oder Laktoseintoleranz ist es ähnlich.
Man sollte sich nicht zu viel Hoffnungen machen, dass einem geholfen wird. Die Psychologen sind zu jung und haben keinerlei Lebenserfahrung und nutzen die Klinik max. als Sprungbrett und die älteren Kollegen sitzen es aus, auch wenn sie es besser wissen müssten. Ob das nun Unwissenheit, Dummheit, Arroganz oder einfach Hinterlistigkeit ist, überlasse ich anderen. Ich werde jedenfalls keinen Fuß mehr in diese Klinik setzen, in der nicht nur ich mich nicht behandelt und aufgehoben gefühlt habe.
Sterne erhalten von mir nur die Ergo- u. Physiotherapeuten, sowie das nette Personal der Küche u. Ernährungsberatung. Und alle samt haben gegenüber den Psycho-Ärzten kein Mitspracherecht!

 

… und manchmal bedaure ich fast, dass ich nicht einfach Ballaballa bin.

Impressionen von der Umgebung

Das Rohaargebirge, das Sauerland und die Gegend um den Wittgenstein hält viele landschaftlich schöne Überraschungen bereit. Ein Urlaub lohnt sich allemal.

Die Welt ist aus den Fugen

Nein, nein und nochmals nein!

Das nehme ich nicht mehr hin. Wenn ich eins in der Klinik gelernt hatte, dann dass ich das nicht hinnehmen muss und das werde ich auch nicht. Ich weiß längst, was ich in Zukunft machen will und ich weiß, dass das meine einzige Zukunft sein kann. Ich will das schon mein Leben lang. Jetzt ist es Zeit …

Sonnenuntergang

Die Welt ist aus den Fugen und doch ist alles ganz klar.

Alle Fotos haben einen Untertitel, der sichtbar wird, wenn man mit dem Curser auf das Bild geht und alle Fotos können vergrößert angesehen werden. Das betreffende Bild mehrfach anklicken und es öffnet sich ein weiteres Fenster und das Foto wird vergrößert abgebildet.

Die Fotos unterliegen dem Urheberrecht und dürfen nicht ohne Erlaubnis der Fotografin kopiert / heruntergeladen werden. Francis Bee

Portrait

Francis Bee im Wittgensteiner Rothaargebirge, Foto: Susanne

Beitragsfoto: Honigbiene auf Schneedecke … sie lebte und flog davon … ganz schön taff.

 

Reaktionen auf den Bericht

Kommentare auf myheimat.de https://www.myheimat.de/bad-berleburg/blaulicht/wenn-die-reha-massnahme-zum-trauma-wird-d2860525.html#comment2758459

xxx | 20.03.2018 | 04:26

Klingt schlimm…
Aber wenn man krank ist, hat die Gesellschaft wenig Interesse… muss man dazu noch aufhören zu arbeiten, ist man für sie eh nur faul und wirr…

Antwort/Reaktion

Francis Bee | 20.03.2018 | 10:50 |

@xxx, das kann ich nur bis zu einem gewissen Grad teilen.
Die Gesellschaft erkennt sehr wohl an, wenn jemand 40 Jahre in Vollzeit gearbeitet hat und aus welchen Gründen auch immer dann krank geworden ist. Was die Gesellschaft nicht anerkennt ist, wenn der Betroffene / Erkrankte noch jung ist. Ich habe einige Patienten gesehen, die noch viel zu jung waren für das Nichtstun – abgesehen davon, ob sie nun tatsächlich in der Lage wären. Was die Gesellschaft auch nicht anerkennt ist Faulheit.
Doch wie misst man Faulheit?
In meinem Erlebnis geht es aber auch darum, wie wenig Therapeuten (und Institutionen: Kliniken, DRV, Krankenkassen, etc.) erkennen und akzeptieren können, wenn man nicht einem bestimmten Klischee entspricht – also aus dem Rahmen fällt.
Wenn ein Allergiker Tomaten oder Erdbeeren verträgt, entspricht er nicht dem typischen Klischee eines Allergikers.
Wenn jemand Krankheiten hat, die nicht aus der Giftküche der Depressionen (psychischen Störungen) stammt, entspricht dieser auch nicht diesem Klischee.
Ich prangere diese Praxis an.
Der Mensch ist zu verschieden, individuell und dafür muss man für eine Verbesserung anders herangehen. Da reicht es nicht, dass der Betroffene Dinge zugibt, die gar nicht vorhanden sind, weil sie nicht das Problem sind.
Die Problembekämpfung kann vielleicht aber auch nicht immer mit Psychosomatik erfolgen. Vielleicht wäre eine Hilfestellung, Unterstützung mit den Leiden zurechtzukommen, schon genug.
Depressionen u.ä. ergeben sich aus den vorhandenen Erkrankungen, wenn man sie nicht behandeln kann oder der Betroffene keine Hilfe erhält. Es hilft dann auch nicht, denjenigen in die Schublade „Ballaballa“ stecken zu wollen – weil derjenige dort nicht hineingehört und auch dadurch keine Hilfe erhält.
vg Francis