Jetzt erst recht! DiB auf den Wahlzettel

Neuwahl des Landtags in Niedersachsen

am 15. Oktober!

Hallo, Liebe Niedersachsen,

jetzt ist es raus: die Landtagswahl in Niedersachsen wird vorgezogen.

Was bedeutet das jetzt für DiB-Niedersachsen?

Werden wir es schaffen auf den Wahlzettel zur Landtagswahl zu kommen?

Fragen über Fragen …

Erneut müssen wir 2000 Unterstützerunterschriften zusammenbekommen – ab dem jetzt bis zum 10.09.2017. Am 11. September (Montag) müssen alle abgestempelten Formulare bei der Landeswahlleitung eingegangen/abgegeben sein. Die Zeit ist knapp und nur mit EURER Hilfe können wir das schaffen. Eigeninitiative ist gefragt, denn der Postweg ist manchmal beschwerlich und steinig. Das heißt: selbst das Formular herunterladen, ausfüllen (siehe Vorlage, damit nichts fehlt), dann zu Eurer Gemeinde beim Bürgeramt, die Meldestelle oder Einwohnermeldeamt gehen und beglaubigen lassen, rein in den Briefumschlag und direkt zur Landeswahlleitung in Hannover senden.

 Landeswahlleitung:                                                   DEMOKRATIE IN BEWEGUNG (DiB)

Adresse:

Niedersächsische Landeswahlleitung

Clemensstraße 17

30169 Hannover

 

Offizielle Adresse von DiB:

DEMOKRATIE IN BEWEGUNG (DiB)

Landesverband Niedersachsen

Bahnhofstr. 5

30952 Ronnenberg

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… benötigt jetzt dringend EURE Unterstützung

Meldet Euch jetzt als Wahlkampfhelfer, zum Sammeln von Unterstützerunterschriften, verteilen von Flyern oder mit einer Mitgliedschaft unter: DiB

Für die Direkt-Hilfe könnt Ihr Euch auch telefonisch unter: 0163 968 54 57 bei Bettina melden. Bettina erklärt Euch, wie das abläuft, was Ihr davon habt und wann wir uns wo treffen.

Jeder auch noch so kleine Beitrag zählt. Lasst uns jetzt fest für die Zukunft in Niedersachsen zusammenstehen.

Wir sind aufgestellt:

DiB-Niedersachsen

Sören Eckardt [Liste 2], Ulrich Bock [Liste 6], Bettina Krüger [Liste 1], Torsten Huneke [Liste 5], Francis Bee [Liste 4], Philipp Brunn und Mehmet Akcur [Liste 3]  (v.l.)

Ein Wort zur politischen Situation in Niedersachsen

Die Politikerin Twesten hat sich aus Gewissens- oder Karrieregründen für den Wechsel von den Grünen zur CDU entschlossen. Damit hat die derzeitige Landesregierung Rot-Grün die Mehrheit verloren und ist handlungsunfähig.

Aus dem Grund musste MP – Ministerpräsident Weil (SPD) die Auflösung der Regierung und Neuwahlen einleuten. Das bringt allerhand durcheinander und man fragt sich, ob das nötig war – die Entscheidung eines Parteienwechsels so kurz vor der Landtagswahl im Januar 2018.

Das wird es mit DiB nicht geben. Wo DiB drauf steht, bleibt auch DiB drin. Jeder von Euch ist drin – jeder einzelne! … wenn Ihr Bewegung und Veränderung wollt.

Warum ist das so?

Weil Ihr mit Euren Initiativen auf dem Marktplatz der Ideen das Parteiprogramm gestaltet. Jeder ist drin und WIR sind nur die Vertreter Eurer Initiativen.

Wenn Ihr Politik mitgestalten wollt wählt mit Eurer Zweitstimme

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damit wir Eure Stimme im Parlament vertreten können.

 

 

Großes Pow Wow am Großen Wasser

Hamburg und G20

Weltregierung oder Spielball der Wirtschaft?

Es waren über 25.000 Menschen, ca. 130 Flöße, Gummiboote und Kanus auf der Alster, Abertausende Fahnen, Banner und Schilder. Die erste Protestwelle am Sonntag den 02.07.2017 war ein voller Erfolg.

Das müssen die Politiker mitbekommen haben. Auch Trump, Putin, Erdogan und Co. wissen jetzt, was wir von den G20 erwarten: mehr Demokratie, echten Klimaschutz, fairen Welthandel und soziale Gerechtigkeit.

Warum dagegen und nicht dafür? … das ist eine gute Frage.

Eigentlich ist die Idee eines solchen Gipfels ja gut und das die Politikerspitzen aus den Ländern sich mal zu einem großen Pow Wow treffen ist immer gut. So etwas haben die Indigenen Völker schon gemacht, als niemand wusste, was ein solcher Gipfel wie G7, 8 oder  20 überhaupt ist.
Nun, man kann für G20 sein, weil man ja eigentlich genau das will: reden und diskutieren über Wirtschaft, Kriege, Politikausrichtung, was wollt ihr, was wollen wir usw. und wenn sie nicht mehr reden, wird es wieder eisekalt.

Was mich stört ist, dass sie vergessen, dass es eine Bevölkerung gibt, die nicht nur die Gehälter der Politker bezahlen, sondern auch mit dem Ergebnis ihrer Beschlüsse leben müssen. Und weil das am Bürger vorbeigeht, macht mich das zum Gegner.

Nichts auf der Welt ist neu, alles war schon mal da – irgendwie, irgendwann – es hatte nur einen anderen Namen und heute eben G wie Gipfel. Es ist ja auch der Gipfel. Der Gipfel der Mächte, des Eisberges der Unverschämtheit oder der Einigkeit.

Eindrücke und Randerscheinungen in Bild ohne Ton, aber sicher nicht ohne O-Ton, von der demonstrierenden Protestantin Francis Bee

(wenn man mit dem Curser auf das Bild geht wird die Erklärung zum Foto eingeblendet)

Die Bee

Bienen sind ein ganz besonderes Völkchen

… sie sind Blumenbestäuber, Pollensammler, Propolis und Honigmacher … und total fleißig. Fleißig? Sind Bienen wirklich fleißig?

Dem gehe ich hier auf den Grund.

Meinen kleinen Verwandten sagt man vieles nach. Eins davon ist, dass sie fleißig seien. Warum aber sagt man das? Eine Antwort: … weil sie Honig herstellen. Man könnte sagen, sie arbeiten im Dienst der Menschheit.

Aber tun sie das?

Natürlich nicht. Menschen haben sie nur dazu erkoren Honigbienen zu sein, die ihren eingesammelten Honig nicht wirklich freiwillig hergeben. Der Mensch raubt es ihnen. Und weil wir Bienen nun mal sehr nett sind, geben wir etwas von dem gelben Saft ab. Reichlich.

Eigentlich ist der Honig für unsere Brut gedacht, Nahrung für alle und für die Königin.

Die Profiteure

… sind z.B. auch die Bären (Eisbären ausgenommen – die wissen gar nicht, was sie verpassen). Diese winterschlafenden Fellriesen, sind Feinschmecker und wissen, wie sie an das leckere Süße herangekommen. Mit starken Krallen brechen sie die Bienenstockhülle auf, um an das Gelbe Gold heranzukommen. Mit dem Gelben Gold ist in diesem Fall nicht der Bernstein gemeint, der der Saft oder Harz von Bäumen ist und ganz fest wird – zu Stein, wenn man lange genug warten kann.

Die Bären gehen beim Aufbrechen nicht zimperlich vor und können so ein Bienenvolk komplett (fast, denn einige überleben immer) zerstören. Deshalb greifen die Wächter und Arbeitsbienen an und sterben, wenn sie den Bären an den empfindlichen Stellen stechen. Das sind die Augen, Nase und Maul, bzw. die Zunge – eben dort, wo kein Fell ist. Hat der Bär genug Stiche eingesteckt, trollt er sich meistens und die Bienen bauen emsig an ihrem Heim, um es wieder sicher zu machen.

Bienen sind also fleißig und sehr wehrhaft. Aber sie sterben, wenn sie ihren Stachel an den Angreifer verlieren und das wissen sie. Ansonsten sind Bienen aber eher harmlos. Und wenn man uns nicht ärgert oder angreift, dann stechen wir auch nicht.

Die Menschen haben daraus gelernt und ernten den Honig. Nebenher wurde die Biene domestiziert zur Honigbiene, wie auch Rinder zu Milchkühen gemacht wurden. Die Menschen nennen sich Imker und bauen „Wohnungen“ bzw. künstliche Bienenstöcke, die wir gerne annehmen. Das ist bequem, weil man sich die Arbeit sparen kann, einen Bienenstock zu bauen. Stattdessen konzentrieren sich alle auf die Arbeit. Pollen sammeln für die Brut, die Königin und für den Honig. Die Imker „ernten“ den Honig und füllen die gelbe, ölartig langsam fließende Süße in Gläser. Ein Rest bleibt für die Bienenaufzucht der nächsten Generation. Bei Honigbienen sind das mehrere Generationen. Die Arbeiterinnen leben nur ca. 4 bis 6 Wochen. Am Ende ist es allein eine neue Generation Königinnen, die am Leben bleiben und das Nest verlassen. Im nächsten Jahr gründen sie einen neuen Bienenstaat, wenn sie den Winter in einem Versteck überlebt haben.

Bienenarten

Die domestizierte Art ist die Honigbiene und die bekannteste Sorte.

Die Hummel ist auch eine Biene, von der es  ca. 60 verschiedene Arten gibt. Die Hummel ist sehr groß und wirkt dadurch schwerfällig. Bei einer 0,7 qm Flügelfläche und einem Gewicht von ca. 1,2 Gramm, ist das Verhältnis zu fliegen nach den bekannten Gesetzen der Aerodynamik unmöglich. Das weiß die puschellige Hummel aber nicht und so fliegt sie trotzdem einfach drauflos. Auch sie sammelt den Nektar, der ihnen aus Blumen entgegen duftet. Aber die Menge ist gemäß der geringen Größe ihrer Behausungen (meist ein Stock unter der Erde / zw. Steinen) geschuldet. Sie legen ihre kleine Brut unter der Erde oder in Steinspalten an. Der dichte Pelz schützt die heimische Hummel vor den kälteren Temperaturen und ist oft eines der ersten Insekten, die bei kühlen Temperaturen zu sehen ist. Gemäß ihrem ruhigen Äußeren, stechen sie auch nicht einfach drauflos. Nur schlagen sollte man sie nicht.

Es gibt sehr viele Hummelarten unter den Hummeln.

Die Holzbiene (Xylocopa violacea) ist mit einer Körperlänge von 3 cm gigantisch. Ihre Flugbewegungen ähneln der Hummel, aber sie sind schneller und eleganter als die Hummel und komplett schwarz. Ihre Flügel schimmern bläulich, weswegen sie auch Blaue Holzbiene genannt wird. Sie baut ihre Brutplätze in trockenes Gehölz, wo sie auch ihren Namen her hat. Mit kräftigem Mundwerkzeug graben sie ca. 4 cm dicke und bis zu 30 cm lange verzweigte Gänge, an deren Ende mehrere Einzelkammern liegen. Dort wird pro Kammer ein einziges Ei hinein gelegt. Pollen werden die Larven bis zu ihrem Schlupf im Hochsommer ernähren. Diese Art liebt es warm und kommt in warmtrockenem Klima häufig vor. Die Klimaerwärmung hat zur Folge, dass sie sich in immer nördlichere Gebiete ausbreitet. Überwintert wird in geschützten Mauerspalten, Erdspalten, Steilwände, Totholz, hohle und markhaltige Stängel von Pflanzen u.a.. Die Holzbiene ist die einzige Art, bei der das Männchen überlebt und auch überwintert. Holzbienen können auch stechen, sind aber nicht aggressiv.

Es gibt ca. 30 000 Wildbienenarten, die ich hier nicht alle aufzählen kann. Dennoch werde ich über die Bienensorten schreiben, die mir begegneten und die ich fotografieren konnte. Weitere Info unter Wildbienen. Es gibt div. Internetangebote zu Wildbienen und Honigbienen … meinen heimlichen Verwandten.

Die meisten Wildbienen sind Einzelgänger und leben solitär. Hummeln sind sozial, bauen aber nur ein kleines Nest. Alle Bienen mögen es warm und trocken – ohne Ausnahme.

Bestand

Der Bestand aller Bienenarten ist stark gefährdet. Sie wurden von Tierschutzorganisationen zur bedrohten Tierart auf die Stufe 3 von 4 gesetzt und damit stark vom Aussterben bedroht. Ist die Stufe 4 erriecht, ist es auch schon zu spät – zumindest für die Bienen.

Warum ist das so?     –    Es fehlt schlicht an Nahrung.

Wie? Es gibt so viele Blumen und Blüten am Boden und an Bäumen … . Stimmt, aber nicht genug. Die Agrarwüsten machen es möglich. Der Mensch hat es durch Pestizide geschafft, dass Wildblumen, Unkraut & Co. den Wuchs von Kulturpflanzen wie dem Getreide den Vorrang einräumte, den die Nahrungsmittelindustrie zur Ernährung benötigt. Benötigt? Nein, sicher nicht. Die Pflanzen brauchen Bienen, auch das Getreide, und darum brauchen die Menschen die Bienen. Ihre Arbeit kann niemand übernehmen, so sehr sich der Mensch auch anstrengen würde – er würde es nicht schaffen. Aber damit nicht genug. Die Agrarwirtschaft bietet keinen Raum für Nistplätze in sicherem Versteck und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln schwächt das Immunsystem aller Insekten.

Aber jeder, der auch nur einen kleinen Garten hat, eine Terrasse oder sogar nur einen Balkon, kann helfen die Wohnungsnot der Bienen zu lindern. Es gibt Wildbienen-freundliche Pflanzen, die man aussäen kann und sollte. Die Mischung ist käuflich und es wächst im kommenden Jahr eine bunte Wiese heran, die alle Insekten erfreuen. Und man kann ihnen ein Wohnangebot herrichten, in dem sie ihre kleine Brut aufziehen und überwintern können. Ein Wildbienenhaus ist die richtige Behausung und sichert ihre Art vor dem Aussterben.

In diesem Sinne, hoffe ich auf Unterstützung auf dem Land, wie auch in der Stadt, im Kleingarten oder auf dem Campingplatz. Wo immer eine kleine Wohnstatt in geschützter Umgebung eingerichtet werden kann. Die Verwendung von Pestiziden ist dabei nicht erwünscht. Der Mensch wohnt ja auch nicht gerne in verseuchter Umgebung.

Der Umgang mit Bienen

Niemand braucht vor Bienen angst haben. Bienen stechen nur, wenn man nach ihnen schlägt, sie quetscht oder in ihr Nest hineingreift. Und so wuselig wie eine Wespe, fliegen sie auch nicht hin und her. Man kann sie sogar auf die Hand nehmen und Hummeln lassen sich sogar mit dem Finger (vorsichtig) streicheln. Nur sollte man dabei das Hinterteil meiden. Da steckt ihre wirksame, wenn auch nur einmalig einsetzbare Waffe.

Eure Francis Bee

Beitragsfoto: Steinhummel

BELFAST 2018

Farbe schlägt Tristesse.

Belfast … eine wahre Fundgrube grandioser Bilder und gar nicht einfältig …

Belfast-Mural

Dieser Kalender ist zum 3.x im Verkauf … wegen der Nachfrage für den Verkaufskatalog aufgenommen, steht er wieder auf der Bestsellerliste der Stadtkalender.

Kalender in 3 verschiedenen Größen und im Querformat erschienen. Bilder aus Nordirlands Hauptstadt Belfast.

Im Calvendo Verlag erschienen und im Handel erhältlich

Format DIN A3 Wandkalender: Belfast (2018) 978-3-669-14279-3

Format DIN A4 Wandkalender: Belfast (2018) 978-3-669-14278-6

Format DIN A5 Tischkalender: Belfast (2018) 978-3-669-14280-9

Die Preise variieren je nach Größe.

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Belfast war eine inspirierende Stadt, in die ich mich in kurzer Zeit ‘verliebte’. Was folgt, ist ein Bilder-Buch über meine Erlebnisse … zweisprachig und mit vielen Fotos aus einer völlig unterschätzten Stadt.

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Tierkalender 2017

Tiere sind die Balance, die jeder tagtäglich sucht

Dieser Kalender mit Großaufnahmen von heimischen und eingewanderten Tieren ist im Eigenvertrieb Stock&Kühn erschienen und hat keine ISBN.

Höckerschwan

Größe: DIN A3, hochkant, Karton: 160 g, Spiralbindung mit Aufhänger, kleines Kalendarium am unteren Rand.

Druck und Versand der Kalender durch Re Di Ko, Repro Digital Kopier Service GmbH, Raabestr. 2, 30177 Hannover; Tel.: +49 – 0511 – 390 710 | Fax: +49 – 0511 – 390 7119 | E-Mail: ReDiKo@t-online.de

Preis: 29,90 €uro ; Versand: 2,60 €uro (bis 9,99 €uro für mehrere Kalender in einem Paket), Lieferung erfolgt mit Rechnung.

Index / Kal. 14.Blatt

“Die brillianten Fotos lassen jedes Detail erkennen. Hochgradig gut getroffen und ohne Schnörkel” … die Meinung eines Freundes (2016)

Antrim, rings um Giant´s Causeway 2018

Bilder von Nordirlands Region

Neben der offiziellen Spur.

Die wirklichen Attraktionen, findet man oft abseits der touristischen Route.

Antrim, Rathlin Island

Kalender in 4 verschiedenen Größen und im Querformat erschienen. Bilder aus Nordirlands Region Antrim.

Im Calvendo Verlag erschienen und im Handel erhältlich

DIN A2 Wandkalender / wall calendar – ISBN  978-3-669-20664-8
DIN A3 Wandkalender / wall calendar – ISBN  978-3-669-20663-1
DIN A4 Wandkalender / wall calendar – ISBN  978-3-669-20662-4
DIN A5 Tischkalender / desk calendar – ISBN  978-3-669-20665-5

Die Preise variieren je nach Größe.

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Ein Farbenmeer zwischen Basaltsäulen, ständig wechselnde Wetterlagen und die raue Nordsee/North Channel … das ist die irische Nordküste.

Wer die immergrüne Landschaft nicht gesehen hat, der hat das Paradies verpasst.

francis bee 2017

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Krimi „Verlogen“ – 2.Teil

ISBN  978-3-86541-719-0

Im Verlag Lehmanns Media erschienen

Verlogen

Leseprobe

Esther Duffy sah den Mann, der urplötzlich im Türrahmen auftauchte, an. Noch bevor sie reagieren konnte, stand er schon vor ihr und drückte ihr ein Tuch auf Mund und Nase. Sie wehrte sich mit aller Kraft und der Stuhl kippte geräuschvoll auf die Seite. Sie hoffte, dass irgendjemand auf dem Gang den Lärm gehört hatte und trat noch einmal zu. Das muss Robert doch hören, dachte sie verzweifelt. Er musste einfach von dem Geräusch aufwachen und ihr zu Hilfe kommen. Esther kämpfte gegen den Mann und eine aufsteigende Übelkeit an, als alles schwarz wurde und sie fiel. Der Fremde fing Esther auf, legte seine Hand um ihre Hüfte und ihren schlaffen Arm um seinen Nacken, klemmte den anderen Arm in seine Hand an der Hüfte, so als ob sie sich bei ihm abstützen müsste. Das Tuch steckte er in die Jacke und ging, sie halb tragend, aus dem Raum. Er hatte nicht viel Zeit. Die kleine Treppe war am anderen Ende des Gangs. Er vermied es, dass die Überwachungskameras sein Gesicht erfassen konnten und sicherte sich nach allen Seiten ab. Er schaffte die Strecke, ohne dass sich jemand auf dem Flur blicken ließ. Er hörte, wie sich eine Tür öffnete. Schnell war er mit seiner Beute im Treppenhaus verschwunden. Die Tür schloss er leise. Der Fremde hob die besinnungslose Frau hoch und trug sie mit Leichtigkeit die Treppe hinunter. Er vermied es seinen Kopf zu heben und verließ das Gebäude durch den Notausgang der Garage. Die Elektrik der Tür hatte er zuvor ausgeschaltet, sodass er auch durch einen intern ausgelösten Alarm das Präsidium immer verlassen konnte. Es war nur eine Frage der Zeit, bis das Verschwinden der Frau bemerkt und dieser Inspektor stutzig wurde. Er huschte mit seiner Fracht auf die schmale Straße, wo ein schwarzer Kombi stand. Die bewusstlose Frau legte er in den geräumigen Kofferraum und schob die Gepäckabdeckung zu. Mit gesenktem Kopf stieg er ein und fuhr ohne Hektik aus der kamerabewachten Zone. Das Tor stand weit offen. Niemand hatte das bisher bemerkt. Der Mann fuhr im Schritttempo die schmale Einbahnstraße entlang, die vom Polizeipräsidium wegführte, als sich das große Tor zum Hauptgebäude, von einer Sirene begleitet, automatisch schloss. Jetzt hatten sie es bemerkt. Sämtliche Türen schlossen sich automatisch. Niemand kam hinein oder hinaus, einige steckten fest. Der Alarm war ohrenbetäubend und einige, die sich nahe genug bei den Lautsprechern befanden, hielten sich die Ohren zu.

***
„Ich habe alles gesehen“, sagte er ruhig.
„Wie lange sitzen Sie hier schon?“
„Jeden Tag. Ich komme zum Frühstück, unterbreche meinen Besuch hier nur, um auf die Toilette zu gehen oder wenn das Wetter schön ist, sitze ich draußen oder mache einen kleinen Rundgang über die Pier. Hier ist mein Stammplatz.“
„Verstehe ich das richtig? Sie sind jeden Tag hier?“
„Jeden Tag. Jeden Tag, seit meine Frau vor zwei Jahren von mir gegangen ist.“
„Oh, das tut mir Leid.“
Zu Nettles ́ Überraschung lächelte der Mann, anstatt betrübt zu sein.
„Nein, nicht doch. Ich bin glücklich. Endlich kann ich dem nachgehen, was ich schon immer machen wollte. Es war geradezu ein Befreiungsschlag.“
Nettles verstand nicht und vergaß einen Moment lang das Eis an die geschwollene Stelle zu halten.
„Das Eis…“, riet der Mann „Sie sollten es besser noch einige Zeit an ihr Kinn halten.“
Nettles tat es und fragte neugierig: „Und was machen Sie?“
„Schreiben.“
„Schreiben?“
„Ja. Schreiben.“
„Was schreiben Sie denn?“
„Romane. Ich bin Schriftsteller.“
„Ach. Sind Sie berühmt?“
„Ach, wissen Sie. Ich bin ein wenig bekannt, aber sicher nicht berühmt“, sagte er bescheiden.
„Verraten Sie mir Ihren Namen?“

„John Smith.“ Nettles musste lachen und verzog sein Gesicht. Es zog unangenehm an seinem Kinn und er murmelte: „Das ist nicht ihr ernst, oder?“                                                        „Doch, ich heiße tatsächlich so.“ Sie lachten beide. „Ich habe zwar gesehen, dass Sie bei der Polizei was zu sagen haben, aber ich weiß noch nicht, wer Sie sind?“                                     „Oh, Entschuldigung. Mein Name ist Robert Nettles, Detektive Chefinspektor bei Scotland Yard.“ Dabei reichte er dem Schriftsteller seine Hand über den Tisch, die der kräftig schüttelte.

***

„Ich habe bei der Durchsuchung einen Schlüssel gefunden, der zum Tor des Schrottplatzes bei den Docks passt.“
„Was?“ Nettles stand plötzlich. Was für ein Fund, dachte er. „Hast du die Schlüssel ausprobiert?“
„Musste ich nicht. Der Schlüssel hat einen Anhänger und darauf steht die Adresse von Lundquists Schrottplatz.“
Nettles dachte kurz nach und sagte: „Fahr hin und teste den Schlüssel, zu welcher Tür er gehört. Sollte Lundquist da sein, bitte ihn ins Yard. Ich möchte mit ihm sprechen.“
„Okay, mach ich. Aber das ist noch nicht alles“, sagte Brown triumphierend. „Der junge Jake Phillips war auf dem Schrottplatz zur Ausbildung.“ Brown stand auf und lief aus dem Büro.
Nettles griff zum Telefonhörer. „Hallo Harriet? Ist Jamie Cameron da? … Schick ihn bitte zu mir. Danke.“
Einige Sekunden später stand Cameron in der Tür. „Ja, Sir?“
„Brown hat Ihnen einen Auftrag erteilt. Waren Sie bei ihrer Recherche erfolgreich?“
„Ich habe bisher nur den letzten Aufenthalt überprüfen können. Misses Phillips war fast ein Jahr zur Entziehung.“
„Wann genau?“
„2007, ab dem 15. August bis zum 31. Juni 2008.“
„Da war der Junge sechzehn. Und wo war Jake Phillips in der Zeit?“
„Wahrscheinlich in der Wohnung.“

***
„Was hast du gemacht?“, fragte Esther erstaunt.
„Das war beruflich. Nach dem, ich glaube, nach dem vierten Whiskey habe ich kapituliert.“ Er zeigte die Menge des Glases mit dem Daumen und Zeigefinger. Es war eine beträchtliche Menge. „Der Zeuge hat einen Liter allein getrunken.“
Esther staunte. „Wie viel Alkohol kann ein Mensch trinken?“
„Ich denke, das kommt darauf an, ob man nur sehr wenig trinkt, ein Genusstrinker, ein
Gelegenheitstrinker oder ein Gewohnheitstrinker ist. Aber seit heute Abend bin ich mir nicht mehr so sicher, ob Seeleute nicht eher Vollprofitrinker sind. Mir war elend von der Zigarre, die er mir angeboten hatte, und die Luft in der kleinen Spelunke war übel.“ Nettles schüttelte sich angewidert.„Verraucht, verbraucht und schlicht nicht zum Atmen geeignet. Jetzt möchte ich eigentlich nur noch ins Bad und dann ins Bett. Ich bin müde und mein Magen hat sich auch noch nicht erholt. Ich gehe duschen.“
Sie sah ihn mitleidig an.
„Was war bei dem Rechtsanwalt? Hast du einen Termin bekommen?“, wollte er trotz seiner Müdigkeit wissen.
„Ja, heute Vormittag. Handson hatte eine halbe Stunde, danach musste er zum Gericht. Er sagte, er kümmert sich darum und meldet sich.“ Sie stockte und sagte: „Es ist ein Brief aus Edinburgh angekommen.“
Nettles ́ Gesicht veränderte sich sofort. Er sah den Brief auf dem Tisch liegen und nahm ihn. Er öffnete ihn, holte seine Lesebrille heraus und las vor:
Sehr geehrter Mister Nettles,
der Trauergottesdienst ist für den 22. Dezember 2011 ab siebzehn Uhr in der St. Giles Cathedral Thistle Chapel in Edinburgh, High Street, angesetzt. Sollten Sie zu der Gruppe gehören, deren Angehöriger sich im Zentrum der Detonation befand, bieten wir zusätzlich eine Beerdigungszeremonie kurz nach dem offiziellen Teil an. Wir bitten um schriftliche
Zusage, da die Plätze in der Kirche nicht ausreichen könnten, wir aber den Betroffenen einen Platz freihalten möchten.
Mit freundlichen Grüßen
Das Pfarramt
Es war ein Serienbrief, den alle Hinterbliebenen bekommen haben. Nettles wusste, dass es keine Untersuchung geben würde. Er war den Tränen nah und sein Magen rebellierte. Seine Gesichtsfarbe war komplett verschwunden.
Esther versuchte ihn zu trösten und nahm ihn in die Arme. Er empfand Schmerz, der sich wie ein Schleier über alles legte und ihn lähmte.
***
Als sie fertig war, sah sie Nettles erwartungsvoll an.
„Was soll das?“, fragte er nur. „Diese Geschichten sind bekannt und abgenutzt. Alle Nazis haben annähernd die gleiche Geschichte auf Lager. Aber du warst damals ein Kind und hast das alles gar nicht so miterlebt. Für dich ist das alles mehr Hörensagen.“
„Aber mein Vater hat das erlebt und mich hat man sogar noch in der Schule denunziert!“
Nettles blieb unbeeindruckt und kam auf das Wesentliche zurück. „Woher kennst du Jacobi? Was ist deine Rolle in der Organisation?“
„Ich habe nichts zu sagen!“, sagte sie abweisend und kreuzte ihre Arme unter ihrer Brust, was ihre Abweisung noch unterstrich.
Nettles drohte der Kragen zu platzen. „Anscheinend verstehst du nichts! Wann und wo hast du mit Jacobi Kontakt aufgenommen? Rede schon!“, forderte er scharf. Er wollte seine Annahme endlich bestätigt wissen. Sie zuckte bei seinen barschen Worten zusammen und wirkte einen Moment eingeschüchtert.
Nettles wiederholte seine Forderung: „Wann und wo hast du dich mit Jacobi getroffen? Was habt ihr besprochen, was hat er vor und wo versteckt er sich?“ Nettles war kurz davor sie in eine Zelle bringen zu lassen. Ihm war speiübel von dieser Frau vor sich.
„Keine Ahnung!“, schrie sie Nettles an.
„Was hast du ihm erzählt?“, fragte Nettles. „Zum Beispiel über den Verbleib deines Mannes?“
„Na, dass er verhaftet ist und nicht mehr arbeiten durfte. Was sollte ich ihm denn sonst erzählen?“ Sie bemerkte ihren Fehler sofort. Aber es war zu spät.
Nettles wurde in seiner Annahme bestätigt und griff das Thema auf: „Du hättest es ihm verschweigen können.“
„Er würde es doch sowieso herausbekommen. Warum dann Lügen?“
„Weil es niemand gewusst hat. Du hast vielleicht deinen Mann auf dem Gewissen.“, sagte Nettles und sah in ein erschrockenes Gesicht. „Du hast sein Todesurteil ausgesprochen, ihn sozusagen an Jacobi ausgeliefert!“
„Was? Jetzt soll ich auch noch am Tod meines Mannes Schuld sein? Du phantasierst“, protestierte sie mit gewohnt fester Stimme, die sie so kalt wirken ließ.
Dennoch konnte Nettles es kaum glauben. War sie tatsächlich so naiv? „Wann siehst du ihn wieder?“, fragte er unverhohlen weiter.
„Es gibt keine festen Zeiten“, antwortete sie unterkühlt.
„Du meldest dich bei ihm?“
„Oder ich bekomme eine Nachricht.“
„Von wem?“
„Von dem einen oder anderen.“
„WER!“ Nettles Geduld war am Ende.
„Von Bill.“
„Bill wer?“
„Bill Gierhart.“
„Der Arbeitslose Bill Gierhart? Ist er ein Deutscher?“
„Nein, natürlich nicht. Er ist ein Mittelsmann. Der macht alles gegen Geld.“
„Wie läuft das ab? Ruft dich Gierhart an?“
Sie nickte.
„Von wo?“
„Was weiß ich.“
„Wo ist Michael Jacobi?“, fragte er unverblümt weiter.
„Ich weiß es nicht“, antwortete Carol entrüstet. „Bin ich seine Mutter?“
„Nein. Wo ist er?“ Nettles ließ nicht locker.
„Das kann ich dir nicht sagen.“
„Du kannst nicht? Oder du willst nicht.“
„Ich kann nicht, weil ich es nicht weiß. Er wechselt ständig den Ort.“
„Er ist wohl sehr vorsichtig?“, mutmaßte Nettles.
„Was glaubst du denn?“
„Wo war er zuletzt?“
„Was weiß ich denn?“, antwortete sie genervt.
„Du lügst.“
Nettles dachte, dass sie vielleicht insgeheim Angst hatte und brach das Verhör ab. Es klopfte und Harriet stand in der Tür. Sie machte eine Geste zu ihrem Arm. Nettles sah auf die Uhr und nickte. „Schick bitte Owen rein“, sagte er zu ihr und sie verschwand.
„Also ein letztes Mal. Und glaube mir, sie werden dich nicht verschonen. Sie haben deinen Mann in einer bewachten Zelle ermordet. Das könnten sie auch bei dir schaffen.“
Carol McCoy schluckte. Sie hatte verstanden. Dennoch schwieg sie weiterhin. Warum schützte sie Jacobi noch, nachdem er ihren Mann hatte umbringen lassen?, fragte sich Nettles.
Fishburne und Cameron kamen zusammen und geleiteten Carol McCoy in ihre Zelle. Sie war kalt und
ungemütlich und sie protestierte lautstark.

… mehr im 2. Teil der neuen Krimireihe

Als Taschenbuch in Papierform mit … Seiten und als eBook im Buchandel oder Internet erhältlich

Es gelten die im Buchhandel üblichen (Fest-) Preise

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Krimi „Der Regisseur“ – 1.Teil

ISBN  978-3-86541-535-6

Im Verlag Lehmanns Media erschienen

Der Regisseur, Francis Bee

Leseprobe

Er ließ seinen Jeep langsam die seichte Neigung hinunterrollen und stoppte am Straßenrand. Er überprüfte abermals die Umgebung. Es war der späte Nachmittag eines namenlosen Sonntages. Die Gegend immer wieder prüfend, öffnete er die Heckklappe und zog eine Plane mit einem schweren Gegenstand hervor. Die Decke, die als Sichtschutz gegen Neugierige diente, legte er sorgfältig an die Seite. Niemand würde ihn vermissen und niemand hatte gesehen, wie er seiner habhaft wurde. Als er seine schwere Last platziert hatte, sah er noch einmal über die Landschaft. Nichts rührte sich. Es war still. Kein Geräusch störte das Arrangement.

***
Sie drückte ohne viel Aufhebens ihr Handgepäck, bestehend aus einer khakifarbenen Umhängetasche mit ihrem wertvollsten Besitz, einem Netbook und ihrer sämtlich darauf gespeicherten Geschichten, in seine Hände und sagte hektisch „Entschuldigung… Bitte … können Sie das kurz halten? Ich komme sofort. Dort ist mein Koffer“, und drehte sich auch schon um und rief ihrem Koffer hinterher „Halt! Stopp! Moment mal, anhalten!“ Sie erwischte ihn fünf Meter vor der Schleuse, in der er zu verschwinden drohte, um noch eine Runde zu drehen.

***
Ein Polizeibeamter verweigerte ihnen die Weiterfahrt.
„Guten Abend. Was ist denn passiert?“ fragte Finley den Polizeibeamten, der sich in den Weg stellte.
„Hier können Sie erst einmal nicht durch“, erklärte er forsch.
Finley und Sabina sahen sich an und hörten plötzlich einen anderen Polizisten schreien: „Wo ist verdammt noch mal der Fotograf! Ruft doch mal jemand den Fotografen an!“ Seine Wut schrie er hinaus und die Polizisten in unmittelbarer Nähe zuckten zusammen.
Die Absperrung nahm unterdessen Form an. Ein gelbes Plastikband mit der Endlosaufschrift POLICE wurde großzügig um eine Fläche gezogen, in dessen Kern, am Rand zum Asphalt, etwas lag.

***
Seine Augen gewöhnten sich allmählich an das Dämmerlicht und er ging vorsichtig weiter. Nettles hatte das Gefühl, dass er beobachtet wurde. Er sah sich nach allen Seiten um, konnte aber nichts Verdächtiges entdecken.
Sollte der Mann hier unten sein, dann musste er sich hier irgendwo versteckt halten. Wäre es ein Kollege, würde er sich zu erkennen geben, dachte Nettles. Aber das hier machte ihn mehr und mehr nervös.
Plötzlich kam ein Arm von hinten und ergriff Nettles am Hals und drückte ihn nach hinten. Er wehrte sich und versuchte mit dem Ellenbogen nach hinten zu schlagen, um seinen Gegner zu treffen. Das musste er mehrmals wiederholen, bis sein Angreifer ihn endlich los ließ. Sie rangelten weiter und Nettles versuchte das Gesicht seines Angreifers im Dunkel zu erkennen. Er hatte sich für den Angriff die finsterste Ecke in der Garage ausgesucht. Perfekt gewählt. Nettles drückte seinen Angreifer an eines der Autos, dass der Alarm ausgelöst wurde. Ohrenbetäubend breitete sich der schrille Ton in der Garage aus und musste bis in die zweite Etage zu hören sein. Der Angreifer war flink und traf mit einem rechten Haken Nettles am Kinn. Der ging zu Boden und war für Sekunden benommen, als sich der Angreifer auf ihn stürzte und mit einem Gegenstand mehrmals auf ihn einschlug.

***
„Esther, bitte, lass los. Bitte“, sagte er sanft und zog vorsichtig ihre Arme von sich. „Martin. Lass die Bude hier auf den Kopf stellen und eine Spur zu seiner Frau suchen. Irgendwo muss sie sein. Vielleicht ist sie auch tot. Und Harriet nicht mit dem Monster allein lassen.“
„Es gibt einen Garten“, rief Evens, der mit einem Teil der Einheit von hinten zum Haus heran gekommen war.
„Umgraben!“ rief Nettles zurück.
„Umgraben?“ fragte Evens erstaunt.
„Ja, umgraben.“

… mehr im 1. Teil der neuen Krimireihe

Als Taschenbuch in Papierform mit 445 Seiten und als eBook im Buchandel oder Internet erhältlich

Es gelten die im Buchhandel üblichen (Fest-) Preise

Der Regisseur, Francis Bee

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Auf die Schnelle eine Reise

Urlaub braucht jeder mal

Gran Canaria … eine Insel im Atlantik an der Nord-Westflanke Marokkos (Afrika), politisch Spanien zugehörig, versprach Abwechslung vom Nordeuropäischen Wettereinheitsgrau.

Mein Ziel: Maspalomas, genau genommen Playa del Ingles. Das bedeutet Sonne, Sand, Meer, Berge und Krabben. Riesige Krabben … Tellergroße Krabben … und natürlich Touristen. Touristen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Skandinavien und selbstverständlich vom Festland Spanien und viele andere, aus allen erdenklichen Ländern. Das Sprachengewirr in der Touristenhochburg war … krass interessant.

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Kleiner Ausschnitt von der sagenhaften Dünenlandschaft

Die Dünen befinden sich im Süden der drittgrößten Insel der Kanaren Gran Canaria und misst 1560 km². Maspalomas nennt man die gesamte Region, die ein Naturschutzgebiet und eine Stadt beinhält. Ein Leuchtturm zeigt den Seefahrern den Weg und für die Vögel gibt es ein (fast) unzugängliches Naturschutzgebiet. Wanderwege, die man nicht verlassen darf, ziehen sich durch die Landschaft. Ein Flussbett trennt die Touristen von den Brutplätzen und eine vorgelagertes, einer Aue vergleichbar, Feuchtgebiet macht den Zugang von der Südseite unmöglich.

Maspalomas ist aber auch Bauweise der Siedler, Tourismus und Moderne. Gegensätze ziehen sich eben doch an.

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Weibliche Krabbe bei der Futteraufnahme

Relativ leicht zu beobachtende Tierarten, sind jene Meeresbewohner, die am Rande zwischen Wasser und Strand leben. In den Felsspalten leben handtellergroße Krabben und nach jeder Welle werden die mirkroskopisch winzigen Kleinsttiere aufgesammelt. Die Stielaugen sehen alles, auch während der Futterzufuhr. Überschreitet man die unsichtbare Grenze, verschwinden sie zwischen unzugänglichen Ritzen und kommen erst wieder heraus, wenn sie den Eindringling nicht mehr wahrnehmen.

… dann die Begegnung meines Lebens.

Kaiman

Alligator im Palmitos Park

Die Faszination riss nicht ab und ich fotografierte, bis die Kamera rauchte. Der Palmitos Park ist sicher sehenswert, wenn auch nicht wirklich Tiergerecht. Mit dem Bus kommt man bequem von Maspalomas bis direkt vor den Eingang – sollte aber nachsehen, wann der letzte Bus zurück fährt und ihn besser nicht verpassen. Die 10 Kilometer Fußmarsch führt mitten durch eine wüstenähnliche Berglandschaft. Vor allem im Sommer ist es trocken und heiß (locker bis über 40°), kaum Schatten, wenig Verkehr und eine schmale Asphaltstraße, die sich in Serpentinen an rötlichen Felsen vorbei schlängelt. Rechts und links flimmern einige wenige Kakteen in der Hitze. Ausgetrocknetes Flussbett, oft stahlblauer Himmel, stechende Sonne … und ich mit dem Fahrrad auf 12% Steigungen (Zahl nach oben offen). Das macht man nur einmal.

Um beweglich zu sein, hatte ich ein Fahrrad gemietet. Ich habe es erst noch aufwerten müssen. Ein anderer Sattel, ein paar zusätzliche Schrauben, ein Helm und eine Warnweste (Pflicht in Spanien) und ein wenig Kettenpflege waren nötig, um ein gut benutzbares Gefährt zu schaffen, damit es meinem Anspruch nahe kam. Meine Empfehlung: Mountainbike. Auf den Asphaltstraßen geht auch ein Rennrad, aber eben nur dort.

Auf meiner Inseltour benutzte ich auch den Bus. Das ist günstig und man kommt (fast) überall hin. Das Busnetz ist gut ausgebaut und Pünktlichkeit ist auch hier kein Problem mehr. ‚Mañana‚ war gestern. Aber wer im Urlaub nicht mal 5/10 min. warten kann, der sollte sich Fragen, wozu der Urlaub dient.

Gran Canaria 2014

Haus, in dem auch die Canarios gewohnt haben

In solchen alten Behausungen, in den Nachbildungen mit Strohdach und Wänden aus Lavasteinen teilweise ohne Fenster, wohnt heute niemand mehr.

Die Guanchen hingegen waren die Ureinwohner auf den Kanaren und wohnten vorwiegend in Höhlen. Es wird angenommen, dass die ersten Guanchen zwischen dem 5. und 1. Jh. v. Chr. auf die Inseln kamen, vermutlich aus Afrika. Nach spanisch-historischen Aufzeichnungen waren die Guanchen groß, kräftig gebaut, hellhäutig, hatten blaue Augen und blonde Haare. Vermutlich stammten sie aus dem Norden Europas und wurden als Verurteilte von den Römern, Kathagern oder von Piraten auf den Inseln ‚ausgesetzt‘.

Die heutigen Touristenpaläste sind das Kontrastprogramm. Man bemüht sich mittlerweile um einen gemäßigten Baustil und versucht den Betonklötzen entgegenzutreten.

Eine Fahrt vom Süden  bis in den Norden ist mit dem Linienbus ein richtiges Abenteuer. Näher kann man den Canarios (Einwohner Gran Canarias) nicht kommen und vielleicht sogar Kontakte knüpfen. Sehr viele Einheimische nutzen diese günstige Verbindung per Bus z.B. um zur Arbeit zu kommen. Nicht alle Canarios haben ein Auto / arbeiten dort, wo sie wohnen. In  der Hauptstadt Las Palmas leben die unterschiedlichsten Kulturen dicht an dicht und miteinander. Unterschiede zu anderen Großstädten sehe ich keine, nur in der Bauweise, die eben sehr spanisch ist. Vermutlich würde bei einem Erdbeben fast alles in sich zusammen fallen.

Straßeneinblicke

Einblick in Straßen von Las Palmas

Und dann die fantastischen Pflanzen, riesige Bäume mit grandiosen Blüten oder riesigen exotischen Früchten, bis zu wunderschönen Blumen in allen Größen und Farben. Hier spart die Natur nicht – es wird geklotzt!

Seidenakazie (Mimosengewächs), Albizia julibrissin

Seidenakazie (Mimosengewächs), Albizia julibrissin

Am Schönsten für mich: das warme Klima. Man brauchte kaum Kleidung, zumindest wenn man nicht gerade auf die höchsten Berge wollte, wo es durchaus sehr frisch werden kann. Um seine richtige Urlaubszeit herauszufinden, empfehle ich die Klimatabelle zu studieren und die Temperaturen vor Ort (ist direkt und zeitnah abrufbar) zu checken.

Für mich war der Urlaub ein Jungbrunnen. Erholung pur. Tolle Landschaft und nette Menschen wohin man ging, wem auch immer man begegnete, egal von welcher Nation.

Ich hatte viel zu viel Gepäck dabei. Das meiste brauchte ich nicht, was ich als Kleidung eingepackt hatte. Eine Decke ist so überflüssig, wie nur sonst was. Was unbedingt in den Koffer gehört sind Wanderschuhe, Turnschuhe (die leichte Version), Badelatschen / Flip Flops und etwas Hübsches für den Abend, wenn man mal ausgehen möchte. Alles passend zu wenig Kleidung. Viel Sonnencreme und (bei Alleinreisenden) ein wasserdichtes Plastik-/Hartschalentäschchen für die wichtigsten Dinge: Schlüssel, Geld und vielleicht für einen Fotoapparat. Diebe gibt es überall und natürlich auch auf Gran Canaria. Ein leichter und bequemer Rucksack gehört ebenso zur Grundausstattung, wie ein Sonnenhut.

Und wenn man dann so einige Zeit mit so wenig Besitz in einem Apartementos Hotel verbrachte, dann weiß man …

… wie einfach doch das Leben sein kann.

Titelfoto: Holzbiene (Xylocopa iris), wird bis 4 cm groß und ist ähnlich wie die Hummel harmlos, wenn man sie nicht bedrängt.

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