Auf die Schnelle eine Reise

Urlaub braucht jeder mal

Gran Canaria … eine Insel im Atlantik an der Nord-Westflanke Marokkos (Afrika), politisch Spanien zugehörig, versprach Abwechslung vom Nordeuropäischen Wettereinheitsgrau.

Mein Ziel: Maspalomas, genau genommen Playa del Ingles. Das bedeutet Sonne, Sand, Meer, Berge und Krabben. Riesige Krabben … Tellergroße Krabben … und natürlich Touristen. Touristen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Skandinavien und selbstverständlich vom Festland Spanien und viele andere, aus allen erdenklichen Ländern. Das Sprachengewirr in der Touristenhochburg war … krass interessant.

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Kleiner Ausschnitt von der sagenhaften Dünenlandschaft

Die Dünen befinden sich im Süden der drittgrößten Insel der Kanaren Gran Canaria und misst 1560 km². Maspalomas nennt man die gesamte Region, die ein Naturschutzgebiet und eine Stadt beinhält. Ein Leuchtturm zeigt den Seefahrern den Weg und für die Vögel gibt es ein (fast) unzugängliches Naturschutzgebiet. Wanderwege, die man nicht verlassen darf, ziehen sich durch die Landschaft. Ein Flussbett trennt die Touristen von den Brutplätzen und eine vorgelagertes, einer Aue vergleichbar, Feuchtgebiet macht den Zugang von der Südseite unmöglich.

Maspalomas ist aber auch Bauweise der Siedler, Tourismus und Moderne. Gegensätze ziehen sich eben doch an.

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Weibliche Krabbe bei der Futteraufnahme

Relativ leicht zu beobachtende Tierarten, sind jene Meeresbewohner, die am Rande zwischen Wasser und Strand leben. In den Felsspalten leben handtellergroße Krabben und nach jeder Welle werden die mirkroskopisch winzigen Kleinsttiere aufgesammelt. Die Stielaugen sehen alles, auch während der Futterzufuhr. Überschreitet man die unsichtbare Grenze, verschwinden sie zwischen unzugänglichen Ritzen und kommen erst wieder heraus, wenn sie den Eindringling nicht mehr wahrnehmen.

… dann die Begegnung meines Lebens.

Kaiman

Alligator im Palmitos Park

Die Faszination riss nicht ab und ich fotografierte, bis die Kamera rauchte. Der Palmitos Park ist sicher sehenswert, wenn auch nicht wirklich Tiergerecht. Mit dem Bus kommt man bequem von Maspalomas bis direkt vor den Eingang – sollte aber nachsehen, wann der letzte Bus zurück fährt und ihn besser nicht verpassen. Die 10 Kilometer Fußmarsch führt mitten durch eine wüstenähnliche Berglandschaft. Vor allem im Sommer ist es trocken und heiß (locker bis über 40°), kaum Schatten, wenig Verkehr und eine schmale Asphaltstraße, die sich in Serpentinen an rötlichen Felsen vorbei schlängelt. Rechts und links flimmern einige wenige Kakteen in der Hitze. Ausgetrocknetes Flussbett, oft stahlblauer Himmel, stechende Sonne … und ich mit dem Fahrrad auf 12% Steigungen (Zahl nach oben offen). Das macht man nur einmal.

Um beweglich zu sein, hatte ich ein Fahrrad gemietet. Ich habe es erst noch aufwerten müssen. Ein anderer Sattel, ein paar zusätzliche Schrauben, ein Helm und eine Warnweste (Pflicht in Spanien) und ein wenig Kettenpflege waren nötig, um ein gut benutzbares Gefährt zu schaffen, damit es meinem Anspruch nahe kam. Meine Empfehlung: Mountainbike. Auf den Asphaltstraßen geht auch ein Rennrad, aber eben nur dort.

Auf meiner Inseltour benutzte ich auch den Bus. Das ist günstig und man kommt (fast) überall hin. Das Busnetz ist gut ausgebaut und Pünktlichkeit ist auch hier kein Problem mehr. ‚Mañana‚ war gestern. Aber wer im Urlaub nicht mal 5/10 min. warten kann, der sollte sich Fragen, wozu der Urlaub dient.

Gran Canaria 2014

Haus, in dem auch die Canarios gewohnt haben

In solchen alten Behausungen, in den Nachbildungen mit Strohdach und Wänden aus Lavasteinen teilweise ohne Fenster, wohnt heute niemand mehr.

Die Guanchen hingegen waren die Ureinwohner auf den Kanaren und wohnten vorwiegend in Höhlen. Es wird angenommen, dass die ersten Guanchen zwischen dem 5. und 1. Jh. v. Chr. auf die Inseln kamen, vermutlich aus Afrika. Nach spanisch-historischen Aufzeichnungen waren die Guanchen groß, kräftig gebaut, hellhäutig, hatten blaue Augen und blonde Haare. Vermutlich stammten sie aus dem Norden Europas und wurden als Verurteilte von den Römern, Kathagern oder von Piraten auf den Inseln ‚ausgesetzt‘.

Die heutigen Touristenpaläste sind das Kontrastprogramm. Man bemüht sich mittlerweile um einen gemäßigten Baustil und versucht den Betonklötzen entgegenzutreten.

Eine Fahrt vom Süden  bis in den Norden ist mit dem Linienbus ein richtiges Abenteuer. Näher kann man den Canarios (Einwohner Gran Canarias) nicht kommen und vielleicht sogar Kontakte knüpfen. Sehr viele Einheimische nutzen diese günstige Verbindung per Bus z.B. um zur Arbeit zu kommen. Nicht alle Canarios haben ein Auto / arbeiten dort, wo sie wohnen. In  der Hauptstadt Las Palmas leben die unterschiedlichsten Kulturen dicht an dicht und miteinander. Unterschiede zu anderen Großstädten sehe ich keine, nur in der Bauweise, die eben sehr spanisch ist. Vermutlich würde bei einem Erdbeben fast alles in sich zusammen fallen.

Straßeneinblicke

Einblick in Straßen von Las Palmas

Und dann die fantastischen Pflanzen, riesige Bäume mit grandiosen Blüten oder riesigen exotischen Früchten, bis zu wunderschönen Blumen in allen Größen und Farben. Hier spart die Natur nicht – es wird geklotzt!

Seidenakazie (Mimosengewächs), Albizia julibrissin

Seidenakazie (Mimosengewächs), Albizia julibrissin

Am Schönsten für mich: das warme Klima. Man brauchte kaum Kleidung, zumindest wenn man nicht gerade auf die höchsten Berge wollte, wo es durchaus sehr frisch werden kann. Um seine richtige Urlaubszeit herauszufinden, empfehle ich die Klimatabelle zu studieren und die Temperaturen vor Ort (ist direkt und zeitnah abrufbar) zu checken.

Für mich war der Urlaub ein Jungbrunnen. Erholung pur. Tolle Landschaft und nette Menschen wohin man ging, wem auch immer man begegnete, egal von welcher Nation.

Ich hatte viel zu viel Gepäck dabei. Das meiste brauchte ich nicht, was ich als Kleidung eingepackt hatte. Eine Decke ist so überflüssig, wie nur sonst was. Was unbedingt in den Koffer gehört sind Wanderschuhe, Turnschuhe (die leichte Version), Badelatschen / Flip Flops und etwas Hübsches für den Abend, wenn man mal ausgehen möchte. Alles passend zu wenig Kleidung. Viel Sonnencreme und (bei Alleinreisenden) ein wasserdichtes Plastik-/Hartschalentäschchen für die wichtigsten Dinge: Schlüssel, Geld und vielleicht für einen Fotoapparat. Diebe gibt es überall und natürlich auch auf Gran Canaria. Ein leichter und bequemer Rucksack gehört ebenso zur Grundausstattung, wie ein Sonnenhut.

Und wenn man dann so einige Zeit mit so wenig Besitz in einem Apartementos Hotel verbrachte, dann weiß man …

… wie einfach doch das Leben sein kann.

Titelfoto: Holzbiene (Xylocopa iris), wird bis 4 cm groß und ist ähnlich wie die Hummel harmlos, wenn man sie nicht bedrängt.

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8 Gedanken zu “Auf die Schnelle eine Reise

  1. Hi Francis,
    hast du die sagenhaften Bilder selbst gemacht?
    Und die Beschreibung? Hast du selbst erlebt oder ist das ein Roman?
    Alles super. Das könnte ich so nicht.

    Du schreibst auf myheimat, daß du in eine andere Wohnung ziehst.
    Hoffentlich kannst du deine Yamaha dorthin mitnehmen. Ein Biker ohne Bike?…
    Schöne Grüße, Manni.

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  2. Hi Francis. Es hat geklappt. Alles super schön. Das Bild mit den Dünen. Super.
    Nur mit dem Umzug hab ich was verwechselt. Trotzdem. Was macht die Yamaha? Meine macht Winter Schlaf. Gruessle Manni.

    Gefällt 1 Person

    • Meine wird mich hassen … sie steht in der Garage und wartet auf Bewegung. Aber das Wetter war in der letzten Zeit doch nicht wirklich Fahrfreundlich. Beim letzten Mal (ca. 4Wo.her) hat sie auch schon gemuckt. Nachdem ich sie wieder überreden konnte, bin ich gefahren, bis meine Füße blaugefroren waren, aber mein ‚Baby‘ (Spitzname) fand das toll. Zum Schluss hat sie geschnurrt, wie eine Mieze 😉 … und Danke, dass Dir meine Fotos und Berichte gefallen. Es werden nicht die Letzten sein. LG Francis

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