Die Bee

Bienen sind ein ganz besonderes Völkchen

… sie sind Blumenbestäuber, Pollensammler, Propolis und Honigmacher … und total fleißig. Fleißig? Sind Bienen wirklich fleißig?

Dem gehe ich hier auf den Grund.

Meinen kleinen Verwandten sagt man vieles nach. Eins davon ist, dass sie fleißig seien. Warum aber sagt man das? Eine Antwort: … weil sie Honig herstellen. Man könnte sagen, sie arbeiten im Dienst der Menschheit.

Aber tun sie das?

Natürlich nicht. Menschen haben sie nur dazu erkoren Honigbienen zu sein, die ihren eingesammelten Honig nicht wirklich freiwillig hergeben. Der Mensch raubt es ihnen. Und weil wir Bienen nun mal sehr nett sind, geben wir etwas von dem gelben Saft ab. Reichlich.

Eigentlich ist der Honig für unsere Brut gedacht, Nahrung für alle und für die Königin.

Die Profiteure

… sind z.B. auch die Bären (Eisbären ausgenommen – die wissen gar nicht, was sie verpassen). Diese winterschlafenden Fellriesen, sind Feinschmecker und wissen, wie sie an das leckere Süße herangekommen. Mit starken Krallen brechen sie die Bienenstockhülle auf, um an das Gelbe Gold heranzukommen. Mit dem Gelben Gold ist in diesem Fall nicht der Bernstein gemeint, der der Saft oder Harz von Bäumen ist und ganz fest wird – zu Stein, wenn man lange genug warten kann.

Die Bären gehen beim Aufbrechen nicht zimperlich vor und können so ein Bienenvolk komplett (fast, denn einige überleben immer) zerstören. Deshalb greifen die Wächter und Arbeitsbienen an und sterben, wenn sie den Bären an den empfindlichen Stellen stechen. Das sind die Augen, Nase und Maul, bzw. die Zunge – eben dort, wo kein Fell ist. Hat der Bär genug Stiche eingesteckt, trollt er sich meistens und die Bienen bauen emsig an ihrem Heim, um es wieder sicher zu machen.

Bienen sind also fleißig und sehr wehrhaft. Aber sie sterben, wenn sie ihren Stachel an den Angreifer verlieren und das wissen sie. Ansonsten sind Bienen aber eher harmlos. Und wenn man uns nicht ärgert oder angreift, dann stechen wir auch nicht.

Die Menschen haben daraus gelernt und ernten den Honig. Nebenher wurde die Biene domestiziert zur Honigbiene, wie auch Rinder zu Milchkühen gemacht wurden. Die Menschen nennen sich Imker und bauen „Wohnungen“ bzw. künstliche Bienenstöcke, die wir gerne annehmen. Das ist bequem, weil man sich die Arbeit sparen kann, einen Bienenstock zu bauen. Stattdessen konzentrieren sich alle auf die Arbeit. Pollen sammeln für die Brut, die Königin und für den Honig. Die Imker „ernten“ den Honig und füllen die gelbe, ölartig langsam fließende Süße in Gläser. Ein Rest bleibt für die Bienenaufzucht der nächsten Generation. Bei Honigbienen sind das mehrere Generationen. Die Arbeiterinnen leben nur ca. 4 bis 6 Wochen. Am Ende ist es allein eine neue Generation Königinnen, die am Leben bleiben und das Nest verlassen. Im nächsten Jahr gründen sie einen neuen Bienenstaat, wenn sie den Winter in einem Versteck überlebt haben.

Bienenarten

Die domestizierte Art ist die Honigbiene und die bekannteste Sorte.

Die Hummel ist auch eine Biene, von der es  ca. 60 verschiedene Arten gibt. Die Hummel ist sehr groß und wirkt dadurch schwerfällig. Bei einer 0,7 qm Flügelfläche und einem Gewicht von ca. 1,2 Gramm, ist das Verhältnis zu fliegen nach den bekannten Gesetzen der Aerodynamik unmöglich. Das weiß die puschellige Hummel aber nicht und so fliegt sie trotzdem einfach drauflos. Auch sie sammelt den Nektar, der ihnen aus Blumen entgegen duftet. Aber die Menge ist gemäß der geringen Größe ihrer Behausungen (meist ein Stock unter der Erde / zw. Steinen) geschuldet. Sie legen ihre kleine Brut unter der Erde oder in Steinspalten an. Der dichte Pelz schützt die heimische Hummel vor den kälteren Temperaturen und ist oft eines der ersten Insekten, die bei kühlen Temperaturen zu sehen ist. Gemäß ihrem ruhigen Äußeren, stechen sie auch nicht einfach drauflos. Nur schlagen sollte man sie nicht.

Es gibt sehr viele Hummelarten unter den Hummeln.

Die Holzbiene (Xylocopa violacea) ist mit einer Körperlänge von 3 cm gigantisch. Ihre Flugbewegungen ähneln der Hummel, aber sie sind schneller und eleganter als die Hummel und komplett schwarz. Ihre Flügel schimmern bläulich, weswegen sie auch Blaue Holzbiene genannt wird. Sie baut ihre Brutplätze in trockenes Gehölz, wo sie auch ihren Namen her hat. Mit kräftigem Mundwerkzeug graben sie ca. 4 cm dicke und bis zu 30 cm lange verzweigte Gänge, an deren Ende mehrere Einzelkammern liegen. Dort wird pro Kammer ein einziges Ei hinein gelegt. Pollen werden die Larven bis zu ihrem Schlupf im Hochsommer ernähren. Diese Art liebt es warm und kommt in warmtrockenem Klima häufig vor. Die Klimaerwärmung hat zur Folge, dass sie sich in immer nördlichere Gebiete ausbreitet. Überwintert wird in geschützten Mauerspalten, Erdspalten, Steilwände, Totholz, hohle und markhaltige Stängel von Pflanzen u.a.. Die Holzbiene ist die einzige Art, bei der das Männchen überlebt und auch überwintert. Holzbienen können auch stechen, sind aber nicht aggressiv.

Es gibt ca. 30 000 Wildbienenarten, die ich hier nicht alle aufzählen kann. Dennoch werde ich über die Bienensorten schreiben, die mir begegneten und die ich fotografieren konnte. Weitere Info unter Wildbienen. Es gibt div. Internetangebote zu Wildbienen und Honigbienen … meinen heimlichen Verwandten.

Die meisten Wildbienen sind Einzelgänger und leben solitär. Hummeln sind sozial, bauen aber nur ein kleines Nest. Alle Bienen mögen es warm und trocken – ohne Ausnahme.

Bestand

Der Bestand aller Bienenarten ist stark gefährdet. Sie wurden von Tierschutzorganisationen zur bedrohten Tierart auf die Stufe 3 von 4 gesetzt und damit stark vom Aussterben bedroht. Ist die Stufe 4 erriecht, ist es auch schon zu spät – zumindest für die Bienen.

Warum ist das so?     –    Es fehlt schlicht an Nahrung.

Wie? Es gibt so viele Blumen und Blüten am Boden und an Bäumen … . Stimmt, aber nicht genug. Die Agrarwüsten machen es möglich. Der Mensch hat es durch Pestizide geschafft, dass Wildblumen, Unkraut & Co. den Wuchs von Kulturpflanzen wie dem Getreide den Vorrang einräumte, den die Nahrungsmittelindustrie zur Ernährung benötigt. Benötigt? Nein, sicher nicht. Die Pflanzen brauchen Bienen, auch das Getreide, und darum brauchen die Menschen die Bienen. Ihre Arbeit kann niemand übernehmen, so sehr sich der Mensch auch anstrengen würde – er würde es nicht schaffen. Aber damit nicht genug. Die Agrarwirtschaft bietet keinen Raum für Nistplätze in sicherem Versteck und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln schwächt das Immunsystem aller Insekten.

Aber jeder, der auch nur einen kleinen Garten hat, eine Terrasse oder sogar nur einen Balkon, kann helfen die Wohnungsnot der Bienen zu lindern. Es gibt Wildbienen-freundliche Pflanzen, die man aussäen kann und sollte. Die Mischung ist käuflich und es wächst im kommenden Jahr eine bunte Wiese heran, die alle Insekten erfreuen. Und man kann ihnen ein Wohnangebot herrichten, in dem sie ihre kleine Brut aufziehen und überwintern können. Ein Wildbienenhaus ist die richtige Behausung und sichert ihre Art vor dem Aussterben.

In diesem Sinne, hoffe ich auf Unterstützung auf dem Land, wie auch in der Stadt, im Kleingarten oder auf dem Campingplatz. Wo immer eine kleine Wohnstatt in geschützter Umgebung eingerichtet werden kann. Die Verwendung von Pestiziden ist dabei nicht erwünscht. Der Mensch wohnt ja auch nicht gerne in verseuchter Umgebung.

Der Umgang mit Bienen

Niemand braucht vor Bienen angst haben. Bienen stechen nur, wenn man nach ihnen schlägt, sie quetscht oder in ihr Nest hineingreift. Und so wuselig wie eine Wespe, fliegen sie auch nicht hin und her. Man kann sie sogar auf die Hand nehmen und Hummeln lassen sich sogar mit dem Finger (vorsichtig) streicheln. Nur sollte man dabei das Hinterteil meiden. Da steckt ihre wirksame, wenn auch nur einmalig einsetzbare Waffe.

Eure Francis Bee

Beitragsfoto: Steinhummel

3 Gedanken zu “Die Bee

  1. So tolle Header-Fotos. Richtig klasse. Ich habe ja in meinem vorletzten Beitrag auch etliche Fotos von Hummeln und Bienen veröffentlicht und ich mag diese „Motive“ immer wieder. Übrigens sind Bienen auch das Motiv des Landfrauenverbandes. Fast jeder Kreis- oder Ortsverein hat eine Biene im Logo, aber nicht wegen deren Fleißes, was ich immer dachte, nein, wegen des Zusammenhalts untereinander.
    https://aktiv60plus.wordpress.com/2017/03/31/hummelkoeniginnen-im-fruehjahr-helfen/

    Gefällt mir

    • Hallo Sigrid (aktiv60plus),
      vielen DAnk, für das Lob. Ich habe auch mal gestöbert. Toll … ich bin als Ober-Biene selbstverfreilich begeistert.
      Ich bin noch am Einrichten meiner Webseite … verstehe die Reitereinstellung noch nicht wirklich. Da ist beim letzten Eintrag was schief gelaufen und ich hatte dann einige Umstellungen, die ich wieder wegkriegen muss. Demnächst muss ich mich mal verstärkt damit auseinandersetzen.
      MEine Fotos sind natürlich alle von mir selbstgemacht und ich ahbe nch einige Fotos in meiner Sammlung, die auf die auf Nutzung warten. Aber das Kommt noch mit anwachsender Artikelzahl.
      Und ja, es ist Beides: Honig und das Soziale. Ich bin auch Sozial engagiert … nur Honig kann ich leider nicht produzieren 😉
      Würde mich auf Like und weitere Verbindung freuen.
      lg Francis Bee

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