„Deutschland braucht sich nicht zu wundern, wenn Kranke immer kranker werden.“

Wenn man krank ist, wird man noch kranker (gemacht).

Da steckt ein System dahinter … da bin ich mir sicher. Ein System, das kaum zu durchschauen ist. Oder wie geht das sonst? Es muss ein System dahinter stecken, denn sonst wäre es ein Fall für die Justiz. Also ist es politisch gewollt!

Einerseits werden ArbeitnehmerInnen, die nach langwieriger Krankheit wieder gesund sind und arbeiten möchten, in die Rente getrieben, obwohl sie die erforderlichen 35 Jahre für eine Frühverrentung noch gar nicht erreicht haben. Andererseits werden Langversicherte, die nicht wieder gesund werden (können) aufgefordert wieder Arbeiten zu gehen.

Das war und ist gängige Praxis.

Jetzt muss man eine psychosomatische Störung haben oder vortäuschen, um eine Frührente (Erwerbsunfähigkeitsrente) zu bekommen. Körperliche Gebrechen zählen nicht mehr. Ich gehe noch wieter und behaupte, dass von außen zugefügte Schmerzen psychosomatische Folgestörungen verursachen. Nicht nur körperliche (Unfall, Operation, u.ä.), sondern auch seelische Ereignisse (Mobbing, Tod des Partners / Familienmitglied, Verlassen werden, u.a.) können Auslöser einer psychosomatischen Störung sein.

Es ist egal, wie alt man im Krankheitsfall ist – man wird in jedem Fall erst einmal komplett ausgebeutet und finanziell ruiniert, bevor man irgendeine Leistung erhält. Und sollte sich noch irgendwo eine private stillgelegte Renten- oder Lebensversicherungsvertrag finden, wird diese sofort eingezogen / verrechnet, so dass die/der Betroffene keine Leistungen erwarten kann.

Die Wegnahme von Sicherheiten, die das Rentenalter absichern sollen, werden stillgelegt – also ohne Beträge zu zahlen „ruht“ alles -, das ist jedoch ungesetzlich. … Ich konnte zu diesem Punkt keine Beiträge / Berichte im Internet finden. Die Information erhielt ich mündlich. Ich bitte daher um Informationen, die diese Aussage belegen.

Nach langjähriger Krankheit wird die/der Betroffene ausgesteuert. Das gilt auch dann, wenn der Arbeitsplatz bis auf weiteres vorhanden ist und zur Verfügung steht – denn jeder Arbeitnehmer hat das Recht, auch nach einer längeren Krankheitsphase, wieder auf den vorherigen Arbeitsplatz zurück zukommen. (Arbeitsrecht: Tarifvertrag).

Auch das Alter und die schon geleisteten Arbeitsjahre und Versicherungsjahre (DRV) spielen keine Rolle mehr. Im Gegenteil! Für die künftigen RentnerInnen ist das eine Null-Nummer. Da stehen Sozialhilfeempfänger nicht / kaum schlechter da, als ein/e RentnerIn, die/der ohne Unterbrechungen bis kurz vor der Rente arbeitete und dann plötzlich erkrankt und aus dem Arbeitsleben ausscheiden musste. Im Ergebnis bedeutet das massive Kürzungen auch bei jenen ArbeitnehmerInnen, die langjährig Rentenbeiträge eingezahlt haben und ununterbrochene Arbeitszeiten aufweisen können. Die Beträge werden soweit gekürzt, dass die/der künftige RentnerIn ’sehr knapp‘ und unverhandelbar über dem Betrag liegt, der die Menschen zu Sozialhilfeempfängern macht.

Mit Wohngeld und Sozialhilfe kann man leben … wie, ist erstmal unwichtig … zumindest für Politiker, deren Gehalt alle steuerzahlenden BürgerInnen bezahlen und über die Amtszeit hinaus und fette Pensionen für das Ruhestandswohl beziehen.

… oder man kann mit Hartz IV leben. Ganz am Ende steht das Rentenalter und wer dann wegen Krankheit nichts dazuverdienen kann (Krankheiten), der hat unter Umständen weniger als nichts.
Als BezieherIn von Hartz IV kann es engwerden – neben Sanktionen, drohen Wohnungsräumung und damit Obdachlosigkeit – erst recht, wenn man körperlich eingeschränkt, krank oder behindert ist.

über Hartz IV

Auszug: Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele fordert weitreichende Reformen von Hartz-IV. So müsse es etwa einheitliche Sanktionen für Erwachsene und Jugendliche geben und Vereinfachungen bei den Hinzuverdienstgrenzen für Aufstocker.

„Ich plädiere für die Vereinheitlichung der Hinzuverdienstgrenzen, um bei den Aufstockerleistungen den bürokratischen Aufwand zu verringern“, sagte Scheele der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Im Moment seien die ersten 100 Euro Zuverdienst in der Grundsicherung anrechnungsfrei. Nach diesem Muster könne man insgesamt auch bei darüber liegenden Beträgen verfahren. „Wir brauchen ein paar wenige feste Beträge, statt für jeden einzelnen Aufstocker variable Grenzen beachten zu müssen“, sagte der BA-Chef.

Also ich verstehe das so: Der BA-Chef fordert Vereinfachungen, um mehr Sanktionen den betroffenen Harz IV-Empfängern gegenüber aussprechen zu können. Die Krux: nicht alle Betroffenen haben das gleiche Alter, sind nicht alle gleichlang arbeitslos und einige sind sogar noch krank und gelten nach der Aussteuerung offiziell als Arbeitslos, obwohl sie es eigentlich nicht sind. Diese Betroffenen werden für den Arbeitsmarkt freigeschaltet, obwohl sie gar nicht arbeiten könnten. DAS ist Mehraufwand – für alle Beteiligten!

Hinzuverdienst darf meiner Ansicht nach nicht dazu führen, dass dieser Hinzuverdienst angerechnet wird, wenn der Arbeitgeber eine Lohnabrechnung für erbrachte Arbeitsleistungen zahlt, aber nicht in Einzelbeiträgen sondern einmalig. Das führt dazu, dass der so ausgezahlte Gesamtlohn nicht zur monatlichen Verrechnung mit dem Arbeitslosengeld benutzt wird, sondern als Einmalverdienst und somit wird der angeblich überbezahlte Monatshinzuverdienst von den Hartz IV-Zahlungen abgezogen. Wenn aber die erbrachte Leistung in dem Zeitraum von Beginn bis Ende des Arbeitsvertrages erfüllt wurde, kann der Betrag auf die Monate bezogen anerkannt werden. Somit hat der Bezieher von HARTZ IV keine Abzüge. Ich frage mich, was daran so schwer ist?! … Taschenrechner … Monate durch Gesamtgehalt macht den monatlich zu berechnenden Hinzuverdienst. Mehraufwand für die Agentur für Arbeit sehe ich nicht.

Einheitliche Regeln solle es zudem auch für die Anrechnung von Vermögen geben. „Das würde uns die Arbeit enorm erleichtern und es müsste weniger Geld in den Verwaltungsetat umgeschichtet werden“, so Scheele.

Es gibt eine einheitliche Regel: jegliches Vermögen unter 8000,- €uro wird nicht angerechnet. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: kein Mitarbeiter der Agentur für Arbeit richtet sich danach. Da wird schon mal mit dem Gerichtsvollzieher gedroht, auch wenn es keine Werte gibt.

Er fügte hinzu: „Einheitliche Sanktionsregeln für Jugendliche und Erwachsene hingegen könnten uns dabei helfen, junge Menschen im Vermittlungsprozess nicht zu verlieren. Es ist niemandem geholfen, wenn ein junger Mensch seine Wohnung verliert, wenn bei der zweiten Pflichtverletzung seine Miete nicht mehr übernommen wird“, sagte Scheele.

Es kann keine einheitlichen Sanktionsregeln für Jugendliche UND Erwachsene geben. Das ist kompletter Unsinn. Jugendliche sollten schnell und unkompliziert in eine Arbeit kommen. Dafür braucht es ev. Miet- oder Fahrkartenunterstützung, wenn der Ausbildungsbetrieb / Arbeitsplatz nicht in Wohnnähe liegt. Bei Erwachsenen gibt es meiner Ansicht nach drei Kategorien:

  1. Erwachsener ohne Ausbildung, aber mit langjähriger Arbeitsstelle. Arbeitsplatzverlust durch Betriebsschließung ist nicht die Schuld des Betroffenen. Das muss berücksichtigt werden. Dazu zählen für mich aber auch jene Erwachsenen, die immer wieder versucht haben einen längerfristigen / unbefristeten Arbeitsplatz zu bekommen. Viele Menschen werden von Arbeitgebern ausgenutzt und vor Ende einer Probezeit ohne Angabe von Gründen wieder entlassen. Diese Personen dürfen nicht sanktioniert werden!
  2. Erwachsene, die durch langer Krankheit ausscheiden, aber nicht arbeitslos sind. Der Arbeitsplatz ruht. Die Versicherungsjahre für den Erhalt einer Erwerbsminderungs- / Erwerbsunfähigkeitsrente sind erreicht (ab 35 Beitragsjahre). Auch diese Personen dürfen erst recht NICHT sanktioniert werden!
  3. Erwachsene, die noch nie gearbeitet haben – zumindest nicht offiziell, sind als Faule betitelt und das sind sie auch. Ja, bei dieser Kategorie bin auch ich für Sanktionen.

Zur Debatte um den Begriff Hartz IV sagte er: „Wir brauchen keinen neuen Namen, denn die Leistung heißt ja eigentlich Grundsicherung. Das trifft es auch genau: Sie ist die letzte Sicherung, die der Staat bereithält, wenn jemand sich selbst nicht mehr helfen kann.“ Ihm sei schon wohler, wenn alle Politiker, die sich gerade darüber aufregten, den Begriff Hartz IV nicht mehr benutzten, sondern Grundsicherung sagen würden, so Scheele.

Was den Namen für etwas angeht, teile ich die Meinung des BA-Chefs. Aber die Grundsicherung reicht nicht zum Leben – egal wie sie heißt ! – gerade für die Kategorien der ehemaligen ArbeitnehmerInnen, die einen gewissen Lebensstandard erreicht haben. Diese Menschen verlieren alles, was sie sich aufgebaut haben … und das nur, weil der Betrieb geschlossen wurde oder eine Krankheit eine Arbeitsleistung nicht mehr zulässt.

In die Zukunft blickend: „… Da gebe es Menschen, die schon lange arbeitslos seien. „Sie zu vermitteln wird schwierig, das geht vielleicht bis dahin über einen sozialen Arbeitsmarkt“, so der BA-Chef.

Nicht jeder, der Langzeitarbeitslos und dazu erkrankt als solches gilt, möchte kurz vor der Rente noch vermittelt werden. Das macht auch keinen Sinn. Mehr Rentenpunkte gibt es nach 40 Jahren in Vollzeit nicht und mehr Rente wird es am Ende auch nicht geben – auch wenn das für jeden vernünftig-denkenden Menschen unlogisch erscheint – sondern eher weniger. Das Argument: demografischer Wandel.

Beitrag komplett von Focus online.

Der Gesetzgeber ist mit weitreichenden Gesetzen für einen gut funktionierenden und sozialen Arbeitsmarkt gefordert. Die Vermittlung ist und bleibt Sache der Agentur für Arbeit. Die Übernahme der Vermittelten muss gesichert werden und das auf Dauer! Das wollen die Betriebe, die Arbeitgeber nicht! Gerade mittelständische und Großbetriebe lieben befristete Arbeitsverhältnisse, auch Zeitverträge genannt. Die Löhne können so gedrückt gehalten werden, Arbeitnehmer werden ausgebeutet. Daran hat die Anhebung des Mindestlohnes nichts geändert (Mindestlohngesetz).

DGB: Gesetzlicher Mindestlohn im Jahr 2018: 8,84 Euro pro Stunde. Laut Mindestlohngesetz wird der gesetzliche Mindestlohn alle zwei Jahre neu festgelegt.

DER SPIEGEL 48/2014 vom 20.11.2014 über Ausbeutung.

Die Ausbeutung führte zu Arbeiteraufständen, Kämpfe und starken Gewerkschaften. Kann man alles in der Geschichte der Gewerkschaften nachlesen.

Doch auch für kleinere Betriebe ist es oft schwer. Die IHK macht es Aufnahmewilligen Unternehmen (auch Kleinstbetriebe) schwer auszubilden oder Einstellungen aus berufsfremden oder ähnlichen Arbeitsbereichen zu tätigen, auch wenn die praktische* Qualifikation vorhanden ist.  (*ev. ohne Berufsausbildung, aber vorhandene Kenntnisse)

Krankenkasse und Serviceleistungen

Wenn nun ein/e langzeiterkrankte/r ArbeitnehmerIn alle schulmedizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft hat, bleiben oft nur die medizinischen Leistungen, die von den gesetzlichen (und oft auch von den privaten) Krankenversicherungen NICHT übernommen werden. Doch wird die/der finanziell ausgebeutete Betroffene keine Chance auf Heilung oder mindestens Besserung haben, weil die Mittel fehlen.

Bei den hohen Gewinnen, die die Krankenkassen in den Jahren nach der Gesundheitsreform hatten, sind Zugeständnisse natürlich nicht drin. Überschuss könnte auch denen zu Gute kommen, die sonst keine Chance auf Linderung oder sogar Genesung haben.

Eine Rückkehr in den Beruf ist damit aussichtslos. Der soziale Abstieg unaufhaltsam. Obdachlosigkeit droht!

Wenige können nebenbei arbeiten gehen und sich eine Art Aufstockung der geringen Grundsicherung dazuverdienen. Aber Vorsicht !!! Außer Schwarzarbeit ist der Job anzumelden (geschieht über das Melden des Arbeitgebers bei Rentenversicherung und Krankenversicherung) und ca. 1/3 des Nettoverdienstes wird von den Zahlungen abgezogen.

Es gibt einige (noch sind es wenige) Betroffene, die sich das Leben nehmen … ich weiß nicht, was andere tun.

Krankenkassen bieten Serviceleistungen an, die man mit Eigenanteilzahlungen aufstocken kann. Das können die wenigsten Arbeitnehmer und RentnerInnen (mit niedrigem Verdienst und Zukünftige) noch leisten. Nebenher machen die Krankenkassen Milliardenprofit.

Doch wenn es darum geht, dass die/der Betroffene wieder eine Chance hätte in den Beruf zurückzukehren, wäre das nicht für alle Versicherten in Deutschland besser?

Rückkehr in den Beruf ausgeschlossen

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Es gibt Erkrankungen, die mit einer speziellen oder besonderen Behandlung wieder gelöst, gelöscht können und würden für den Arbeitsmarkt bzw. für ihren Job wieder zur Verfügung stehen.

Stattdessen werden Zusatzleistungen, die aus dem Pool dank der Gesundheitsreform Agenda 2010 großzügig herausgenommen wurden, von keiner Krankenkasse bezahlt (Ausnahmen gibt es wenig).

Eine Zusatzleistung ist z.B. die Zahnprophylaxe oder professionelle Zahnreinigung. Das liegt sicher daran, dass die Manager der Krankenkassen und Politiker denken, dass RentnerInnen keine Zähne mehr brauchen. Die Krankenkassen bieten unterschiedliche Serviceleistungen an, aber 1 Prophylaxe pro Jahr muss/kann der Zahnarzt abrechnen.

Zu den Zusatzleistungen zählen auch Salben, deren Inhalt auf pflanzlicher Basis und damit ohne Kortison / Hydrokortison (künstlich erzeugtes Hormonpräparat, welches auch von der Niere / Nebennierenrinde erzeugt wird) versetzt ist, aber eben für eine Dauerbehandlung bei Hautkrankheiten [Neurodermitis, Psoriasis (Schuppenflechte)] angewendet werden kann. Kortison hingegen darf nur in einem bestimmten Zeitraum dem Körper bzw. den Nieren zugemutet werden. Die Daueranwendung schädigt bzw. behindert die körpereigene Produktion der Nebennierenrinde.

Die körpereigene Kortison-Produktion der Niere kann mit Kneippanwendungen angeregt werden. Bei einigen Patienten reicht das schon für eine Besserung, andere müssen künstlich nachhelfen. Aber um die Nieren nicht zu schädigen, muss die Gabe des künstlichen Kortisons in Dosierung und zeitlich begrenzt werden. Das Ausleiten von hohen Kortisongaben dauert ca. 10 Jahre*. In der Zeit darf kein Kortison eingenommen, gesalbt oder gespritzt werden. (Quellen: *Heilpraktiker K. Peinert [+], Wort: Duden, Latinum)

Zusatzleistung ist auch das Aufsuchen eines Chiropraktikers oder Homöopathen.

Link zum Kassenvergleich für Serviceleistungen

Einige Krankenkassen übernehmen Zusatzleistungen im Jahr von ca. 500,-€ (Information aus einer Praxis –  bitte erst nachfragen). Meine Recherche dazu: die Übernahme erfolgt bei der AOK bis 80% des privat zu zahlenden Betrages und auch nur dann, wenn Chiropraktiker / Homöopath eingetragener Arzt ist und z.B. anerkannte  Therapien / Schulmedizin anbietet. Hierfür ist dann wichtig, dass auf die Leistung entsprechend ausgewählt wird, die auch als Zusatzleistung deklariert ist.

Siehe auch die Geschichte der Gesundheitsreform.

„Die Rente muss reichen“

Nachdem der Staat den einzelnen Normalbürger ordentlich ausgenommen hat und an an den Rand des Existensminimums brachte, stellt sich die Frage, wie ein Rentenniveau erreicht werden kann, damit der Lebensabend für die jetzigen RenteneinsteigerInnen und künftigen Rentner noch überlebenswert bleibt.

Alterssitz?

Ich werde meinen Lebensabend ohne Freund verbringen müssen. Er hat mich im Stich gelassen, weil ich krank bin.

Ich brauche keine Millionen, ich verlange keine riesen Summen … aber wenn ich meine Miete plus Nebenkosten, die Verkehrsmöglichkeiten / Öffis und den Seniorennachmittag / soziale Kontakte und Medizin (auch jene, die nicht von den Krankenkassen übernommen werden) nicht mehr leisten kann, mich auf ein Minimum für Lebensmittel beschränken muss, keine neue Kleidung mehr kaufen kann und für den Rest meines Lebens auf Urlaub verzichten muss, hat das mit Lebensqualität nichts zu tun. Dann habe ich umsonst über 40 Jahre gearbeitet.

Mein Apell richtet sich vor allem an die Politik und an jene, die zuviel von dem haben, was Alterssicherung bedeutet: Geld.

… nur so nebenbei: die „Erneuerung“ der Bundeswehr kostet über 12 Milliarden €uro. Das bezahlen WIR, die Steuerzahler.

Recherchestand: Mai 2018

… und im August 2022 haben Arbeitgebervertreter und -verbände zu der neuerlichen Idee, das Rentenalter auf 70 J. heraufzusetzen, Beifall geklatscht. Ich frage mich nur was das soll ! Immerhin müssen künftige ArbeitnehmerInnen ohnehin schon länger arbeiten, als das die Jahrgänge VOR 1958-geborene müssen. Würde ich weiter arbeiten, hätte ich 51 Jahreund 8 Monate auf dem Zettel und würde auch nur eine Armutsrente beziehen, weil kein Geld mehr da sien soll – Aussage DRV-MitarbeiterIn bei der Nachfrage, was ich nun tun soll oder kann.

Wenn Krankheit in die Armut führt

Überarbeitung im Februar/März 2022

Ohne Rücksicht und ohne Menschlichkeit

und Ohne Rücksicht auf die Gesundheit

Um das Recht auf ein Stück Lebensqualität durchsetzen zu können, muss man entweder reich sein oder einen Rechtsanwalt haben, der kostenlos arbeitet.
Beides habe ich nicht.

Es wird zum Trauma, denn der Kampf ist auch nach einer teilweisen Erwerbsminderungsrente (begrenzt bis Sommer 2024) nicht vorbei.

Historie

Nachdem ich im Jahre 2014 die Diagnose „Fibromyalgie“ erhielt, diverse Beratungen, Gespräche mit Ärzten, Rentenversicherungsträger, Rentenberatern, nach einem Klinikaufenthalt und einer Reha-Maßnahme, der Aussteuerung und Streichung fast sämtlicher Krankenkassenversicherungsleistungen, dem „Genuss“ einer ALG-I / -II (HARTZ IV) Zahlungsphase hinter mich gebracht hatte, folgte 2021 die Einstufung zur Rentnerin. Jedoch auch dabei gibt es wieder einen Harken.

Zuerst erklärte man mich X-Mal für Arbeitsfähig , trotz 5-fach-Erkrankungen. Dann strich mir die Agentur für Arbeit das ALG I (Arbeitslosengeld Eins) …

Am Anfang stand der Einstieg

Seit 1977 arbeite(te) ich als Technikerin im öffentlichen Dienst und gehör(t)e zum Mittelstand. Ich habe einen GdB 50 (Grad der Behinderung).

Seit 2015 bin ich krankgeschrieben und fast ebenso lange, kämpfe ich um mein Recht.
Mein Arbeitgeber lehnte die Tele- / Heimarbeit ab, die für Menschen mit Behinderungen und für Eltern in Erziehungszeiten oder für pflegende Menschen (u.a.) eingerichtet wurde. Heute – unter Pandemiebedingungen – ist das Homeoffice en vogue.

Die Deutsche Rentenversicherung* verweigert(e) mir die  Erwerbsunfähigkeitsrente, obwohl ich entsprechende Zeiten (über 35 Versicherungsjahre) vorweisen kann. Ich habe die Zeiten, die Rentenpunkte und könnte in Rente gehen. Aber man lässt mich nicht – trotz so vieler Menschen, die Arbeit suchend sind.

Diverse Gutachten haben im Ganzen kein Ergebnis gebracht, weil ich ein Mensch mit 5 verschiedenen Erkrankungen bin, aber jeder Gutachter nur seinen medizinischen Bereich beurteilt. Die Erkrankungen sind aber nicht kompatibel und man kann sie auch nicht wegdiskutieren.

Nach Jahren Dauerkrankschreibung  hat die Krankenkasse die Zahlung des Krankengeldes eingestellt. Ich bekam Arbeitslosengeld, welches mich an den Rand der finanziellen Möglichkeiten brachte.

Anwälte, Verbände und Verbraucherzentralen oder der Sozialverband, der mich gegen die DRV * vertrat, arbeiten auch nicht kostenlos.
Die Klage gegen die Deutsche Rentenversicherung* (DRV-Bund in Berlin) über den Sozialverband ist, nach einem erpresserischen Vergleich (initiiert vom Sozialgericht in Absprache mit der DRV*) den ich unterschreiben musste, erledigt. Ich bekam dafür eine Reha-Maßnahme, die aber auch kein Ergebnis brachte.

Meine Reserven sind aufgebraucht und zwangen mich zu Krediten und Soforthilfen. Doch auch das muss zurückgezahlt werden.

Was eine Reha-Maßnahme ist und welche Gestzestexte aus dem Sozialgesetzbuch zur Verfügung stehen, kann man zusammengefasst bei wikipedia nachlesen.

Verfahren immer wieder von vorne

Erneuter Rentenantrag, Formulare ausfüllen. Das dauert – kostet Zeit und Geld. Doch ich habe keine Zeit mehr und Geld erst recht nicht. Das knappe Budget reicht nicht für eine Neuauflage. Ich bin insolvent. Reserven habe ich nicht (mehr).
Aus dem Strudel von wachsenden Schulden und Zahlungen für Miete bzw. Lebenshaltung, komme ich nicht mehr raus.

DIE nehmen mir jetzt alles weg. Ich habe kein Haus, kein Auto und keine sonstigen Reichtümer oder Werte in Form von Verträgen oder sowas.
Ich will nicht und kann nicht unter der Brücke schlafen … mit meinen Krankheiten bedeutet das … nein, das will ich nicht zu Ende denken. Ich habe riesige Angst.

Es folgte eine erneute Absage zur beantragten Erwerbsunfähigkeitsrente von der Deutschen Rentenversicherung. (Stand 18.06.2018)

Die Diskriminierung geht weiter …

Nachdem man mich ausgenommen und mittellos gemacht hat, nimmt das Elend kein Ende.

Meine Mama starb am 26.05.2020. Folgen: die Kosten für die Beerdigung. Die DRV hat mir als einziges Kind keine Rentenzahlung gegönnt – entsprechende Gesetzänderung fand ca. 2014 statt, wonach die Kinder kein Anrecht mehr auf eine oder zwei Renten haben. Doch damit hätte ich die Beerdigung beim Beerdigungsinstitut bezahlen können. Nun habe ich wieder Schulden. Bisher weigert sich das Sozialamt zu bezahlen. Sie meinten: da gibt es doch eine Sterbe-VS. … ich habe eine andere Info.

Ja, die Police hatte ich. Es ist aber nichts eingezahlt. Meine Mama hat vergessen Geld zu überweisen! Das Sozialamt hatte Einsicht in das Konto meiner Mutter. Ich musste damals eine Erlaubnis unterschreiben, weil sie mir nicht trauten und dachten, ich würde die ‚Millionen‘ verunträuen. Sie meinten sicher die fehlenden Millionen. Die Bankkonten sind aufgelöst, weil auch die Kontoführungsgebühren ich tragen musste – trotz ALG-II – und das Sozialamt auch diese ablehnte zu bezahlen. Aber das Sozailamt kann bis 10 Jahre rückwirkend die Konten einsehen. Sie würden keine Überweisung in der Höhe finden.

seit 2015 befinde ich mich im Dauerstress mit Behörden (obwohl ich selbst bei einer Behörde 40 J. tätig war).

Der Sozialverband VdK schreibt:

Fragestellung: „Haben in Deutschland alle Menschen die gleichen Möglichkeiten? Wie stark ist das spätere Leben von den Verhältnissen geprägt, in die Kinder geboren werden?“

Mit Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, bespricht VdK-Präsidentin Verena Bentele, was für mehr für Chancengerechtigkeit in der Bildung und im Arbeitsleben getan werden muss. #Kindergrundsicherung = Podcast

Klar ist schon lange, dass arme Familien ihr Arm-sein an die Kinder vererben. Leider werden auch jene in die Armut rutschen, die das bisher erfolgreich verhindern konnten – und das hat System.

Das Einkommen spielt eine Rolle … je Ärmer, desto geringer die Lebenserwartung. Auch das hat inzwischen System.

Folgen einer verfehlten Politik

Es ist ja schon ein „No-Go“ an sich, dass man als Arbeitslos gilt, wenn man ist krank ist – krankgeschrieben und nicht arbeitslos !!!

Natürlich wird erst einmal alles „abgegraben“ was vorhanden ist … danach ist man entweder Tod, weil man über die Sache hinweggestorben ist, oder man nagt am Existenzminimum = nach einem arbeitsreichen Leben, in dem man eigentlich für seinen Lebensabend vorgesorgt hatte … dachte man … „Die Rente ist sicher!“ … der wohl berühmteste Satz in Sachen Rentenreform. … Der 2. Satz: „Die Rentenformel wird von mir nicht verändert“ (1996) … „Eine Rentenreform ohne Umfinanzierung wird von mir nicht vorgelegt.“ (1997) … stammt alles von Norbert Blühm. Es waren glatte Lügen! Hört und lest selbst: Deutscher Bundestag. … doch die Rede hat ihre Fehler … der demografische Faktor war schon in den 1980er Jahren „Schnee von Gestern“. Und „Wir werden das wieder abschaffen“ war dann auch eine Lüge, wenn nicht Unwissen, des Herrn Rudolf Dreßler (SPD) an dem Podium. Zur Ehrenrettung: damals ahnte auch Herr Dreßler nicht, dass Kanzler Gerhard Schröder mehr ein Kapitalist ist/war, der vergaß, wie Sozialpolitik FÜR die Menschen funktioniert.

Nach der Rentenreform wurde viel geredet, aber bis heute nicht zurückgenommen. Die SPD legte mit der Agenda 2010 nach und verpasste den Bürger*innen und der DRV den Todesstoß ! = siehe auch Wahlprogramm.

Damals war schon klar, wo die Reise hingeht. Doch dass es auch Menschen treffen könnte, die krank sind, wird so manchem erst klar, der in diese Lage gerät – dazu gehöre ich.

Wie geht es weiter?

Die Informationen hatten sich Ende des Jahres 2019 schon überschlagen, indem der Sozialverband VdK die Regierung (CDU) aufforderte die langjährigversicherten ErwerbsminderungsrentnerInnen aus der Altersarmut zu holen und die Altersrenten entsprechend der eigentlichen Rentenhöhe anzupassen. Doch das ging nach hinten los, weil die Regierung diese EMRentenerhöhungen an ein Datum knüpften. Alle ErwerbsminderungsrenterInnen, die VOR dem 31.12.2018 einen Antrag auf EMRente stellen mussten, bleiben in der Altersarmut. Alle Betroffenen die ab dem 01.01.2019 einen Antrag auf Erwerbsminderung stellten, haben Glück: sie erhalten annähernd die Rente, die sie erhalten würden, wenn sie bis zum Eintritt in die Altersrente weiter gearbeitet hätten.

Erklärung: Langzeitversicherte sind nach Gesetz jene Menschen, die über 35 Jahre gearbeitet haben.

Ich habe mit meinem 40-jährigen Dienstjubiläum den Nachweis, dass ich zu dieser Gruppe zählen müsste, aber durch das eingesetzte Datum werde ich nun um 40 Jahre Arbeit und Rentenbeitragszahlungen betrogen.

Ich werde klagen … aber dafür braucht es Kapital.

Wer mich unterstützen möchte, kann dies auf folgendes Spendenkonto:

Commerzbank / IBAN: DE87250800208338094400 / BIC: DRESDEFF250

Vielen Dank, Eure/Ihre Francis

Wenn die Reha-Maßnahme zum Trauma wird

Diffamiert, diskriminiert und gemobbt

… als wäre eine Krankheit nicht genug, da wird man noch verleugnet, diffamiert und gemobbt und das von Psychotherapeutinnen.

Der Grund war anscheinend, dass ich schon in die Aufnahmeunterlagen hineinschrieb, was meine Umgebung zu bieten haben muss. Zum Beispiel wollte ich keinen Teppich, weil ich eine u.a. Hausstaub-Allergie habe. Aber das, was mich in der HELIOS Klinik Rothaar in Bad Berleburg erwartete, war die Krönung allem Schlechten, die sich kein Mensch wünschte.

Luftbild von der HELIOS-Klinik Rothaar

Luftbild von der HELIOS-Klinik Rothaar (hängt im Klinikgang). Mein Zimmer: Feil in Pink, hinter dem Baum, in der Ecke

Nachdem ich schon mit Verspätung in der Klinik eintraf, wurde ich in ein dunkles Loch mit verdrecktem Teppich, Schimmel im Badezimmer und einer unglaublich dreckigen Lüftung gesteckt. Die Schwester, die mich in das Zimmer begleitete, preiste das geräumige 2er Zimmer an, als sei es ein Privileg dort gastieren zu dürfen. Das war es aus der Sicht eines Allergikers nicht und schon gar nicht für Wochen. Ich bat um ein Zimmer ohne Teppichfußboden – die anderen relevanten Begebenheiten hatte ich bis dahin noch gar nicht entdeckt.

Die Schwester meinte, ich müsste meine Beschwerden bei dem Erstgespräch mit der Bezugstherapeutin angeben. Ich glaube, ich hatte eine Ahnung von dem, was da auf mich zurollte und sollte mit meiner Ahnung recht behalten.

Ich hatte zwei Zimmer [Raum 1 und 2] mit einem kleinen Flur und ohne Türen zur Verfügung und ein Badezimmer, welches zwar irgendwann mal renoviert worden war, aber leider innenliegend und Ansätze des Schimmelpilzes Aspergillus negri an den üblichen Ecken und Rändern aufwies. Die Lüftungsanlage, die das vermutlich verhindern sollte, war völlig verstaubt und zog nicht die Feuchtigkeit heraus, sondern blies sämtlichen Staub der Umgebung zurück in das Bad. Nicht gesund für Asthmatiker / Allergiker.

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Der Teppichfußboden bei der Heizung. Es zog durch die Ritzen der nach unten verlängerten Fenster eiskalt in den Raum, es war feucht und sichtbar schimmelig.

Den Schimmel bearbeitete ich mit Essig und den Schalter der Lüftung, der mit der Deckenbeleuchtung gekoppelt war, überklebte ich später mit Paketband, damit der Dreck da blieb, wo er war: in der Lüftungsanlage. Die Putzfrauen schalteten immer alles an, wenn sie sauber machten. Der Staubsauger (kein leistungsstarker Industriesauger) war nicht Allergikergeeignet und pustete den eingesaugten Dreck einfach wieder hinaus – und das konnte man riechen.

Neben der Lüftung waren die Lücken der Deckenpaneelen genauso staubig, wie die Lüftung selbst. Die Panelen wurden mit einer Dämmung verbaut und seitdem nicht mehr angerührt. An einigen Stellen musste anscheinend nachgebessert werden, aber es wurden die Kabel und die Dämmung nicht wieder ordnungsgemäß abgedeckt, sondern schauen hervor. Von allein bewegen sich weder die Panelen noch die Dämmplatten, die aus einem dunklem (schwarzen) Material sind. Der Staub ist in der Bildvergrößerung gut sehen.

Die Ablagen waren geputzt worden, aber die Heizung anscheinend monatelang nicht. Ich reinigte die Rippenröhren mit dem dünnen Klopapier, dass ich anfeuchtete, bevor ich meine Handtücher über die warmen Rohre hängte.

In der Dusche fand ich in der Seifenablage einen Deckel von einem Duschgel oder Shampoo. Auch wenn soetwas mal passieren kann … sollte hier so bei Patientenwechsel gereinigt werden, dann möchte ich mir nicht vorstellen, was die Reinigung der nicht so offensichtlichen Flächen betraf. Später hörte ich von ähnlichen Erlebnissen anderer Patienten in ihren Zimmern.

Ich bemerkte sehr schnell, dass die Funzeln an der Decke und die Wandleuchte für das Arbeiten am Schreibtisch nicht ausreichten. Ich hätte den Schreibtisch woanders hinschieben müssen, um mir nicht im Licht zu sitzen. Die Deckenlampe spiegelte sich außerdem im Bildschirm. Die einzige Tischlampe in den beiden Räumen konnte ich nicht auf dem Schreibtisch platzieren, weil das Kabel zu kurz und am Tisch keine Steckdose vorhanden war. Ein Kabelschacht hinter dem Sofa erwies sich als Steckdosenlos. Die Tischlampe platzierte ich schließlich auf dem kleinen Sofatisch. Das Sofa baute ich zum Bett um. R1 war mehr etwas für mich, als das Schrankzimmer mit dem Kinderbett in R2. Es erinnerte mich zu sehr daran, was ich in meinem Leben vermisste. Außerdem wirkte R2 ungemütlich mit der erschlagenden Schrankfront.

Nach Aussage der Schwester hatte ich sämtliche Termine verpasst, die man schon ab dem frühen Nachmittag für mich gesetzt hatte. Doch der erste Termin war schon eine halbe Stunde vor meinem eigentlichen Eintreffen. Man hatte also meine Ankunftszeit ignoriert, die ich gewissenhaft mitgeteilt hatte, wie später auch meine Anrufe, dass ich den Anschlusszug nicht erreichen konnte und eine volle Stunde später gegen 15:26 Uhr am Bahnhof Bad Berleburg eintreffe. Ein zugesicherter Abholdienst war dann trotzdem nicht vor Ort, sondern kam fast 40 Minuten später – nach erneutem Telefonat mit der Klinikrezeption.

Die Bezugstherapeutin

Bei dem Gespräch mit meiner sogenannten Bezugstherapeutin konnte ich keine Besserung für mich erreichen. Stattdessen spürte ich eine innere Abneigung, die mir entgegenschwappte. Diese Frau hatte etwas steifes, abwendendes und kaltes. Sie zog ein Gesicht, dass an eine unrenovierte Fassade erinnerte, die mit ihrer Situation unzufrieden war. Vielleicht war es Unsicherheit, die sie hinter einer Mauer verbergen versuchte. In jedem Fall sprach ihre vornehmlich dunkle Kleidung Bände. Sigmund Freud hätte seine Freude an der Analyse dieses Individuums.

Sie fragte mich, was ich mir vorstellte. … ich stutzte. Was stellte ich mir vor? Vor allem, dass ich verstehe, was sie hören wollte … und ich fragte nach, was sie meinte. Sie erklärte, ich solle ihr mitteilen, was ich mir von der Reha versprach. Ich wollte mit allen Krankheitssymptomen leben können. Letztlich verfolgte ich ein Ziel: eine Bestätigung der kompakten und unterschiedlichen körperlichen Schäden, in deren Folge ich Arbeitsunfähig geworden bin. Dann wollte sie wissen, wann ich genau die Erwerbsminderungs- bzw. Erwerbsunfähigkeitsrente beantragt hatte und wie ich vorgegangen bin. Ich fragte sie, ob sie meine Unterlagen, die ich ausgefüllt per Mail zur Klinik geschickt hatte, nicht gelesen hatte. Ich wollte die Gesprächszeit für etwas anderes nutzen, als dem, was mich in die Situation brachte, in der ich mich befand. Ich vermute, dass sie das nicht gut fand. Sie notierte etwas, blieb mir jedoch eine Antwort schuldig.

Und in das Schwimmbad konnte ich auch nicht, weil man mit Chlor arbeitete und nicht mit Sole, was für die Haut generell viel besser war. Wäre das Schwimmbadwasser nicht mit Chlor versetzt gewesen, wäre ich vermutlich jeden Tag dort reingesprungen. Ich musste derzeit immer warten, dass der Sommer die Teiche erwärmte oder bis zum nächsten Urlaub im Süden.

Ich beschwerte mich darüber, dass offenbar niemand meine Unterlagen las, was ein Seitenhieb auf die Bezugstherapeutin selbst war und ich erwähnte das Essen in der Klinikkantine, welches mit gesunder Ernährung nichts zu tun hatte. Außerdem war die Auswahl für Allergiker völlig ungeeignet. Die Soßen waren Massenware und beinhalteten Laktose und Zucker und das nicht zu knapp. Das heißt, dass die Soßen bestanden aus Fertigpulver und wurden angerührt und so schmeckte es auch: gleich, alles schmeckte irgendwie gleich. Es war fast so, wie wenn man jeden Tag die gleiche Suppe mit gleichem Inhalt und Gewürz aß. An der Essensausgabe hatte ich mitbekommen, dass einer Patientin kein Essen ausgegeben werden konnte. Sie gab an, glutenfrei essen zu müssen, doch es gab kein glutenfreies Mittagessen. Irritiert ist sie aus dem Speisesaal gegangen. Später habe ich sie in der Cafeteria wiedergetroffen. Sie hatte sich im Ort (Bad Berleburg liegt in einem Tal, die Klinik auf einer Anhöhe) in einem kleinen Bioladen versorgt und meinte, dass das eine Katastrophe sei und sie habe ihren Mann angerufen. Sie überlegte, die Reha abzubrechen. Auch andere Patienten weigerten sich die Lebensmittel zu sich zu nehmen und beschränkten ihren Konsum auf das nötigste. Ansonsten gingen diese Patienten im Ort essen. Aber das konnte es doch nicht sein?!

Ich forderte eine Ernährungsberatung, in der Hoffnung, dass mich das weiterbrachte.

Dadurch, dass ich mich beschwerte, war ich fortan die Böse. Ich wies mehrfach auf diverse Allergien hin und ich wollte ein anderes Zimmer ohne Teppichfußboden – wenigstens das. Ich bekam kein teppichfreies Zimmer und kein Bad ohne Schimmel, sondern blieb in dem dunklen Loch, wo man nicht mal mitbekam, wenn die Sonne schien. Bei anderen Patienten war das anders, aber die hatten auch eine andere Bezugstherapeutin.

Die Ernährungsberatung

Davon hatte ich in meinem Leben schon einige und wie alles, unterlag auch die Ernährung ständiger neuer wissenschaftlicher Ergebnisse. So war ich gespannt, was mir die geforderte Ernährungsberatung einbrachte.

Erstaunlicherweise wurden alle Erkenntnisse bestätigt, die ich aus den letzten Jahren schon kannte. Also nichts Neues in West, Ost, Nord oder Süd.

Ernährungspyramide

Bezug und Bildrechte: LAGZ Rheinland-Pfalz lagz-rlp.de

Die Ernährungspyramide war aktueller denn je.

Mit erstaunen vernahm ich von der Ernährungsberaterin, dass sie meine Situation in keinster Weise verbessern konnte. Ich musste mir damit aushelfen, die Lebensmittel herauszufiltern, die ich nicht essen konnte oder nicht wolle. Ihre Einflussnahme hatte eindeutige Grenzen und scheiterte an der Einschätzung der Psycho-Therapeuten, die alles als Einbildung einordneten, was nicht wissenschaftlich belegt sei. Aber ich hatte einen Allergiepass, in dem zusammenfassend & platzsparend die Lebensmittelgruppen aufgeführt waren, die ich unbedingt meiden sollte. Die beiden Ernährungsberaterinnen rieten mir, ich solle mich möglichst aus dem Bioladen im Ort versorgen.

Ich ernähre mich zwar in erster Linie von biologisch angebauten und erzeugten Lebensmitteln, aber die Angebote in dem kleinen Biogeschäft waren in Relation zum Bio-Supermarkt doppelt so teuer.  Das konnte ich mir nicht mehr leisten. Jedoch in einer Klinik von dieser Größe würde sich das lohnen – für die Patienten und auch für den Klinikhaushalt, abgesehen von der guten Presse. Wenn dann noch eine eigene Küche eingerichtet werden würde, wäre das perfekt. So wurden die Speisen fertig aus einer Großküche angeliefert. Vermutlich bekamen alle Kliniken und Altersheime im Ort Bad Berleburg das gleiche Essen geliefert. Mit einer eigenen Küche könnten die Köche mit den Ernährungsberatern direkt auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen und das Küchenpersonal wüsste genau, was der Inhalt von Soßen, Überbackenem und Suppe war. Vielleicht war es auch eine Art Lobbyistmus und ein Vertrag lag im Weg zwischen einer gesunden biologischen Ernährung und dem Supermarkt-Einheitsbrei einer Großküche im Ort.

Ich kaufte mir einige Lebensmittel in dem kleinen Biogeschäft.

Biogeschäft

Der einzige Bioladen in Bad Berleburg, vermutlich in der gesamten Region – traurig.

Klinikkoller

Ich konnte nichts mehr falsch machen und machte das mit, was mir hilfreich erschien. Es waren Vorschläge – kein Zwang. Das hörte ich in der ersten Sitzung aus dem Mund meiner Bezugstherapeutin, wie auch von meinen Mitpatienten, die mich weitgehend unterstützten. Ich bräuchte mich nicht einmal abzumelden – so der einhellige Tenor. Doch anscheinend waren die Vorschläge doch mehr als nur Vorschläge. Warum man diese dann so nannte, bleibt ein Rätsel.

Ich ging bei sonnigem Wetter nach einer Woche Klinikknast spazieren. Offenbar hatte ich einen Klinikkoller. Das ist kein schönes Gefühl und ich denke, dass sich Heimweh so anfühlt. Es tut geradezu weh und man will nur noch weg. Es ist eine Macht, gegen die man sich kaum wehren kann und vielleicht auch nicht sollte. Man spürt förmlich, wie alle Lebenskraft aus dem Körper verschwindet … man muss wieder auftanken und das geht nur, wenn man den Ort verlässt, der einen aussaugen will.

Meine erste Inspektion der Umgebung führte mich über das Klinikgelände und in die Landschaft nebenan.

Mein Ausflug war gut und nötig und das wiederholte ich in regelmäßigen Abständen. Ich ließ einige der Termine einfach ausfallen, die mir nicht nützlich erschienen. Was mir letztlich gut tat, wurde mir bei der Visite zum Vorwurf gemacht. Eigenartig … es war die Oberärztin selbst, die bei einer Infoveranstaltung der Stationsgruppen explizid darauf hingewiesen hatte, dass man nur das machen sollte, was einem guttat und sich zu nichts zwingen sollte. Das tat ich und nun war es falsch? Ich verstehe dieses Hin und Her nicht.

Die Anderen

Es gab einige Patienten, die sich in Bad Berleburg mit Kopfkissen, Bettdecken und Laken sowie Bettbezügen versorgten. Einige sah ich sogar mit Toilettenpapier unter dem Arm. Ich sprach eine Patientin an. Sie erklärte, sie sei auf das chlorgebleichte dünne Material allergisch und hatte in der Folge alles wund.

Den Kauf der Bettbezüge und Decke mit Kopfkissen konnte ich auch nachvollziehen. Die vorhandenen Bettdecken waren für die Minustemperaturen unter 10° Grad nicht ausreichend. Ich ließ mir eine zweite Bettdecke geben, die mich gleichsam fast erdrückte. Das Material war nicht neu und schwer war es geworden. Ein Kopfkissen hatte ich mit, wie auch zwei Bezüge aus Biber, was ebenfalls wärmt.

In der Cafeteria saßen auch zu den Mittagszeiten immer einige Patienten, die sich das Essen schmecken ließen, dass es dort neben dem Kuchen gab. Ich glaube nicht, dass eine Bockwurst mit Pommes und Ketchup besser war, als das Fertigfutter aus einer Großküche, aber es schmeckte sicher besser. Der Kuchen jedenfalls war genial, obwohl auch der eingefroren angeliefert wurde und Ähnlichkeit mit den Fertigtorten von Coppenrath & Wiese hatte. Wir fragten nicht in welcher Großbäckerei er gefertigt wurde – manchmal war es besser sowas nicht zu wissen.

Abschlussgedeck in der Cafeteria der Klinik

Filzen

Meine Freizeitgestaltung konnte mir jedoch niemand vorwerfen und ich war in meinem Leben schon immer sehr unterschiedlich und interessiert unterwegs und ich machte selbstverständlich mit, als mich eine Mitpatientin fragte. So zum Beispiel beim Filzen. Was ich nicht wusste: Filzen ist Körperarbeit. Man muss seine gesamte Kraft einsetzen und die Flächen immer wieder walgen, damit sich die einzelnen Filzfetzen für immer verbinden. Ich war am Rande meiner körperlichen Einsatzfähigkeit angekommen … mittendrin. Meine Rückenschmerzen versauten mir die Freude und das Weiterarbeiten. Aber im Gegensatz zu allen anderen Dingen, die mich ausbremsten, wurde mir hier geholfen … sonst hätte ich meine ersten Filzschuhe wohl nie fertig bekommen.

Ergotherapie

Wichtige Aufgaben sind unter anderem, dass man das tut, was einem die Kreativität erhält und Spaß macht. So haben wir es in den Therapiegesprächen in der Gruppe gelernt. Wenn das ein Ergebnis meiner Mitarbeitsverweigerung ist, dann habe ich kein Bild gemalt, keine Tiere aus Holz gesägt und auch nicht gefilzt.

Komisch, ich weiß gar nicht, woher ich das Wissen über das Filzen nahm oder aus Holz eine Figur aussägen konnte … kann man das auch, wenn man die Kursangebote als Therapievorschläge nicht wahrnahm?

Ich malte ein Bild, dass ich mit schwarzer und dunkelvioletter Farbe begann. Ich wusste nicht genau, wohin die Reise ging, aber das Ergebnis der großen Visite hatte meine Farbgestaltung beeinflusst. Das bemerkte auch die Ergo-Therapeutin. Ich sprach mich bei ihr aus, als die anderen eine Pause einlegten. Wir nutzten die Zweisamkeit und ich fühlte mich verstanden. Sie hörte mir zu und nahm meine Sorgen, Ängste und Erwartungen ernst. Das war bei den Psycho-Therapeuten nicht der Fall. Im Laufe des Nachmittags wurde meine Laune besser und so auch die Farbgebung des Bildes. Beim Aussägen des geplanten Baumes, ergaben sich weitere Holzfiguren, die ich bearbeitete und am Ende anmalte. Eine Wolke, ein Elefant und ein fliegender Vogel, sowie ein Stein. Die Hauptfarbe und die Bildteile schob ich Tagelang auf dem Bild hin und her, bis ich wusste, wie alles zusammenpasste und ein stimmiges Bild meiner Gefühle wiedergab, die nicht unbedingt die Ausgangsstimmung wiederspiegelten. Alle Teile klebte ich am Ende auf die Leinwand.

Mich würde interessieren, was ein echter Psychologe aus dem Bild liest …

Musiktherapie

Musikalisch bin ich nicht wirklich … doch das hat richtig Spaß gemacht. Einfach mal spielen dürfen, auch wenn man es nicht kann. Doch was ist richtig und was ist falsch, was kann man und was kann man nicht? Falsch kann nur das sein, wenn man es nicht ausprobiert. Wir haben es alle ausprobiert und es haben sich rhythmische Stücke ergeben, die sich richtig toll anhörten. Das erwartete Chaos blieb aus. Wir waren ein Team, eine Musikgruppe, bei der jeder ein anderes Instrument betätigte und dennoch hat sich ein Musikstück entwickelt – ohne Namen, ohne Noten und ohne Dirigenten. Trommeln mit den Händen, ein Schlagzeug benutzen, Tasten auf dem Klavier anschlagen, an Gitarren oder anderen Instrumenten zupfen … Musikinstrumente deren Namen ich nicht kenne. Alles durcheinander und dennoch im Fluss, gemeinsam und im Team.

Wer macht nicht mit? Wer arbeitet nicht an sich? Meine sogenannten Bezugstherapeuten können mich nicht gemeint haben.

Die Visite

… ein Martyrium für sich. Sigmund Freud würde sich vermutlich im Grab herumdrehen.

Der Patient sitzt im Gruppenraum, der viel zu groß wirkt und der Oberärztin und den Therapeutinnen gegenüber. Der Patient sitzt so, dass dieser in die Helligkeit sieht.

Das ist bekannt aus der psychologischen Kriegsführung, in denen Spione mit Lichtkegeln angestrahlt werden und der Verhörende selbst nicht zu sehen ist. Diese Taktik wird auch gerne bei Einstellungsgesprächen genutzt. Der Bewerber kann gut gesehen werden, jede Regung, die Geste, seine Mimik. Er selbst muss gegen das Licht sehen und wird geblendet. Die Aufteilung der Stühle erinnert zudem an die Aufteilung in einem Gerichtssaal. Auf der einen Seite das Opfer oder der Zeuge, auf der anderen die Ankläger und von denen mit geringem Abstand der Richter. Breitbeinig und mit bestimmender Körperhaltung. Einschüchterung pur.

Es wurde festgestellt, dass ich unter Einbildung meiner Allergien leiden würde. Ich hörte es, glaubte es aber kaum und musste unwillkürlich lächeln. Da haben sich anscheinend ganze Generationen von Allergologen geirrt. Selbst die Ergebnisse des letzten Tests war dann sicher auch eine Fälschung. Das war der Knaller des Tages.

Mir wurde mitgeteilt, dass ich nicht mitarbeiten würde und zu keiner der vorgeschlagenen Therapien erscheinen würde. Ich erläuterte, dass mir mitgeteilt wurde, dass es sich um Vorschläge handelte und nicht um Pflichtveranstaltungen, die ich unbedingt besuchen musste. Bei dieser Visite wurde ich eines besseren belehrt. Dann zählte sie meine angeblichen Verfehlungen auf. Ich würde mich weigern an den Gesprächen aktiv teilzunehmen. Doch das war eine glatte Lüge. Ich habe mich sehr wohl an allen Gesprächen beteiligt, sofern ich etwas dazu beitragen konnte. Essstörungen gehört nicht dazu und Burnout wurde nicht wirklich behandelt, was eher in die Abteilung Depression passt und erst nach dieser Visite drangekommen war. Ich kann bis heute nicht erkennen, dass ich mich nicht eingebracht oder mitgearbeitet hätte. Die von mir bearbeiteten Vorlagen sehen so aus:

Dann habe ich einige der Notizen aus den Gruppentherapierunden abfotografiert, um nichts zu vergessen. Macht das jemand, der sich nicht für die Sache interessiert, sich nicht einbringt oder mitarbeiten will?

Nach nur zwei Gesprächen zu je 30 Minuten und einer einzigen Visite in „Station 1“, die einer Inquisition ähnelte, wurde ich als gesund und als sofort arbeitsfähig ohne Wiedereingliederungszeit eingestuft. Dabei bleib es bis zum Schluss – ohne wenn und aber, ohne weitere Gespräche oder Visiten.

Arbeitsschutz

… als wenn es noch nicht reichte … ein Niesanfall in der Cafeteria ließ mich an die Grippeepidemie denken, die diese Klinik fest im Würgegriff hatte und reihenweise Opfer forderte. Therapiestunden fielen aus und auch die Patienten lagen mehr oder weniger in ihren Zimmern im Bett festgenagelt und verpassten das schöne Wetter und alle ihre Therapieeinheiten. Aber das war nicht der Auslöser meiner Niesattacke, sondern die unglaublich verdreckte Klimaanlage, unter der ich saß. Die verstaubte Klimaanlage pustete nicht nur sämtliche Bazillen und Viren filterlos durch alle Gänge und in jeden Raum. Ich konnte mir die Bazillenwolke vorstellen, die aus den Ritzen wehte und sich auf alle ungeschützten Opfer stürzte, aber auch die Staubpartikel, die ich einatmete und die für Husten- und Asthmaanfälle sorgten.

Bemerkenswert ist auch, wie wenig die Klinik für den Arbeitsschutz ihrer Mitarbeiter tat. Ich fragte mich, ob es überhaupt einen Arbeitsschutzbeauftragten gab, der sich um die Umsetzung der Arbeitssicherheitsvorschriften kümmerte. Der Arbeitsschutz wurde ins Leben gerufen, um chronische Spätfolgen und Krankheiten bei den Beschäftigten zu verhindern, die sich ständig in diesen Räumen aufhielten – den ganzen Tag, Monate, Jahre.

Der Dreck der aus der Klimaanlage entwich in Kleinstdosen und konnt eungehindert die Lunge erreichen. Es war die Katastrophe für Patienten mit Atemwegserkrankungen oder Allergien und sie wurden dem Schmutz ungefragt ausgesetzt. Die Beschäftigten der Klinik konnten zwar die Klinik nach der Arbeit verlassen, aber eine Sicherheit gab es für diese Mitarbeiter*innen nicht. Die Patienten hielten sich während der Reha-Maßnahme 24 Stunden lang in der Klinik auf – auch eine Art sich von Kranken zu entledigen.

Vielleicht liest das hier ja einer der Arbeitsschutzbeauftragten aus NRW oder der Berufsgenossenschaft. Es wäre in der Klinik wohl eine Art Meilenstein, wenn da mal jemand „aufräumte“.

GrippePandemie

Niemand wurde verschont. Patienten, Therapeuten und Personal – reihenweise wurden alle krank. Gegenmaßnahmen: KEINE !

Es wurde bei Bedarf mal eben ein Antibiotikum verordnet. Meist handelte es sich um Ibuprofen  oder  Penicillin oder anderen Mittelchen mit gleichen Inhaltstoffen und nicht weniger aggressiv, als das Original. Wer das nicht verträgt, hat eben Pech. Hilfe gleich Null. Als Allergiker bekommt man entweder die Hölle auf Erden präsentiert, oder es hilft. Es ist aber ein Handel, deren Verlierer dabei auch das Leben verlieren könnte. Das nennt man dann anaphylaktischen Schock.

Ein Allergiker nimmt solche Hammer-Mittel nicht.

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Kein Raumschiff, nur einer der Klinikgänge.

Auf einem der unendlich langen Klinikgängen traf ich eines Tages einen Mitpatienten, der sich gerade seine Chemiekeule im Schwesternzimmer abgeholt hatte. Er meinte, dass ihm kaum noch Pharma-Medizin helfe und nur noch die volle Dosis möglich sei. Alles andere bräuchte er gar nicht erst schlucken: sinnlos.

Siehe dazu auch unter: Medikamentenresistenz

Manche Menschen scheinen es immer noch nicht mitbekommen zu haben: die Resistenz gegenüber Medikamenten war ein Produkt der ständigen Pestizide und den Medikamentencocktail, den Nutztiere verabreicht bekommen. Die Wirkstoffe wurden bis zum Schlachten nicht mehr abgebaut und landeten ungefiltert auf unserem Teller. Dadurch entwickeln sich Resistenzen. Pestizide wirken mit den Medikamentenresten und ergeben einen neuen Cocktail, den manche Menschen nicht abbauen. Einige entwickeln Allergien und andere wurden resistent. Die Gefahr bei einer Resistenz ist, dass bei einem Unfall oder Schlaganfall lebensrettende Medikamente unter Umständen nicht wirken.

Endlich wurde auch ich von der Klinik-Pandemie eingeholt und lag ziemlich schnell flach. Ich fühlte mich schlecht. Neben bekannten Fieber- und Schüttelfrostattacken, traten zusätzlich Gliederschmerzen, Schwindel und das Gefühl sich übergeben zu müssen, auf. Doch am Schlimmsten waren die unterbliebenen Hilfen. Ich bekam keine Zitrusfrucht, keinen Ingwer, keinen Tee aus der Kräuterküche – es waren kleine Hausmittel, die mir immer halfen eine Grippe abzuwehren. Sogar Meditonsin war besser, als alles andere, was die Pharma-Chemieküche anbot. Ich bekam keine Bäder nach Kneipp oder Inhalationen mit hustenlösenden Kräutern. Keine Hühnersuppe zur Unterstützung der natürlichen, körperaktiven Abwehrmechanismen. Ich bekam nichts.

Wenn meine Mitpatientin nicht gewesen wäre, hätte ich auch sterben können. Ich wäre vermutlich verdurstet und verhungert, weil ich mich nicht aus dem Bett bewegen konnte. Sobald ich das versuchte, verschwamm die Welt um mich herum. Mich hatte es dolle erwischt und ich fragte mich, ob es den anderen auch so schlecht erging.

Doch die Untätigkeit der Klinikbeschäftigten, in erster Linie der behandelnden Ärzte, war eindeutig Körperverletzung und das war unterlassene Hilfeleistung. Sogar nachdem eine Schwester von meinem Infekt – durch die Mitteiling der Mitpatientin – kenntnis von meinem Zustand bekommen hatte und sie mir wenigstens Bronchialtee kochte, wurde ich nicht von einer Ärztin aufgesucht und untersucht.

Ich lebte täglich von einer Banane, einem Brötchen und Honig, den ich auch in den Bronchialtee hineinrührte und nahm nebenbei innerhalb von fünf Tagen fünf Kilo ab. Das schadet mir nicht wirklich, aber die Menge auf die Tage gerechnet war schon eine Hausnummer für einen Organismus, der mit einer Grippe kämpfte und kaum Unterstützung bei diesem Kampf bekam.

Ergebnis

Ich wurde nur eine Woche später als gesund entlassen – mit der Grippe, die ich noch immer hatte und trotzdem ich um eine Verlängerung bat. Einen Tag nach meiner Rückkehr, suchte ich meinen Hausarzt auf. Ich musste mich weiterhin krankschreiben lassen.

Mein Hausarzt war entsetzt von der Schilderung über die Reha-Maßnahme, der nichterfolgten Therapiemaßnahmen, die über die psychosomatische Gruppendynamik hinausgingen, und der unterbliebenen Hilfe während der Grippe. Von den Folgen für meine Zukunft abgesehen, war der Aufenthalt in der Helios-Klinik Rothaar in Bad Berleburg Körperverletzung und Zeitverschwendung. Das Geld hätte sich die DRV sparen können – denn ich werde keine Zusatzleistungen zahlen. Meine Geduld in dieser Sache ist aufgebraucht.

Ziel verfehlt

Über zwei Jahre kämpfe ich um die Anerkennung meiner Leiden. Seit 2013 versuchte ich eine Reha-Maßnahme zu beantragen, die insgesamt sechs Mal von der DRV abgelehnt wurde. Erst das Sozialgericht hat mir durch einen Vergleich, der einer Erpressung gleich kommt, eine Reha-Maßnahme in Aussicht gestellt. Ich unterschrieb diese Erpressung, weil ich die Reha wollte. Die Auswahl fiel auf eine Klinik, die auf ihrer Webseite damit warb Erkrankungen für HNO, div. Hautkrankheiten und Allergien, Orthopädie und psychosomatische Erkrankungen parallel therapieren zu können. Unter anderen wird auch mit stolzgeschwellter Brust auf die Behandlung des Borderline-Syndroms verwiesen. Ein/e betroffene/r Patient/in ,it genau dieser Diagnose ist untherapiert nach Hause gefahren. Alle diese Abteilungen gibt es tatsächlich und alle können trockenen Fußes über Gänge erreicht werden. Die Klinik ist ein riesiger Komplex, was man auf dem Luftbild erkennen kann. Weitere Kliniken der HELIOS-Gruppe sind im Ort verteilt, gehören aber nicht unmittelbar zu dieser Klinik, die sich Rothaar – nach dem Gebirgszug Rothaarsteig um Wittgenstein im Sauerland – nennt.

Wenn nun jemand mit mehreren Diagnosen in eine Klinik eilt, dann möchte dieser Patient eine Lösung oder Hilfen an die Hand bekommen, die ihr/ihm das Leben erleichtern. Doch in dieser Klinik, mit diesen Ärzten der psychosomatischen Abteilung der Station 1, ist das Wunschdenken. Die Mitarbeit bleibt auf den Patienten beschränkt und auf Gruppenarbeiten und Anwendungen wie Ergotherapie, Sportprogramm und Freizeitgestaltung reduziert.

Und zum Schluss: wer in eine Reha-Maßnahme will, muss von seinen behandelnden Ärzten eine Bescheinigung über die Reisefähigkeit ausfüllen lassen und diese vor Antritt an die Reha-Einrichtung oder Klinik per Post / Mail übermitteln. Umgekehrt scheint das nicht zu gelten.

Meine Klinikbewertung

Diagnose ‚Arbeitsfähig‘ trotz schwerste Erkrankungen

FrancisBee berichtet als Patient; Benutzerempfehlung  Empfehlung

Gesamtzufriedenheit: unzufrieden (Ignoranz der Ärzte gegenüber dem Patienten)
Qualität der Beratung: unzufrieden (… es gab keine. Nur wenige Gruppen- und Einzelgespräche)
Medizinische Behandlung: unzufrieden (keine vorhanden für mein Gesamtpaket)
Verwaltung und Abläufe: unzufrieden (keine Weiterleitung der Unterlagen)
Ausstattung und Gestaltung: weniger zufrieden (Teppich, trotz Angabe von Allergien (z.B.))
Pro: Ergo-, Physiotherapeuten, Küchenpersonal, Schwestern bemühen sich
Kontra: unfähige Psychotherapeuten, Urteil nach 2x Hände „schütteln“
Krankheitsbild: Fibromyalgie, Neurodermitis, Asthma, Allergien, Wirbelschäden
Privatpatient: nein
Erfahrungsbericht:

Da ich mehrere Erkrankungen gleichzeitig habe, wurde diese Klinik ausgewählt. Hier dachte ich, bin ich gut aufgehoben. Es gibt neben der psychosomatischen auch eine orthopädische und dermatologische Abteilung. Leider hat sich meine anfängliche Euphorie schnell gelegt, als nach 2 kurzen Gesprächszeiten von 30 Minuten mit der Bezugstherapeutin schon ein Ergebnis oder besser ‚Urteil‘ über mich gefällt wurde. Leider habe ich weder eine psychische Erkrankung, noch bin ich faul oder arbeite nicht mit. Ich kann nur nicht. Da man Schmerzen nicht sehen kann, nimmt man mir meine Erkrankung nicht ab. Im Gegenteil. Auch wird behauptet, dass ich keine Allergien hätte und der Teppichfußboden in meinem Zimmer keine Reaktionen auslösen könne. Blöd nur, dass ich einen Allergiepass habe. Aber ausgefüllte Formulare, die im Vorfeld abgegeben werden mussten, wurden weder berücksichtigt, gelesen noch einbezogen. Die Arbeit hätte ich mir sparen können. Ich musste wiederholt u. mehrmals das Gleiche ausfüllen. Meine Schwerbehinderung wurde ebenso wenig berücksichtigt, wie mein Wunsch an einer Schmerztherapie im Umgang mit Fibromyalgie, Neurodermitis, Asthma, Allergien und orthop. Schäden teilzunehmen.
Die Nahrungsaufnahme gestaltet sich ebenso schwierig, weil das Essen fertig u. mit chem. Zusatzstoffen ist. Da ich mich biologisch ernähre ist das Fertigfutter u.f. Allergiker der Supergau. Bei Gluten oder Laktoseintoleranz ist es ähnlich.
Man sollte sich nicht zu viel Hoffnungen machen, dass einem geholfen wird. Die Psychologen sind zu jung und haben keinerlei Lebenserfahrung und nutzen die Klinik max. als Sprungbrett und die älteren Kollegen sitzen es aus, auch wenn sie es besser wissen müssten. Ob das nun Unwissenheit, Dummheit, Arroganz oder einfach Hinterlistigkeit ist, überlasse ich anderen. Ich werde jedenfalls keinen Fuß mehr in diese Klinik setzen, in der nicht nur ich mich nicht behandelt und aufgehoben gefühlt habe.
Sterne erhalten von mir nur die Ergo- u. Physiotherapeuten, sowie das nette Personal der Küche u. Ernährungsberatung. Und alle samt haben gegenüber den Psycho-Ärzten kein Mitspracherecht!

… und manchmal bedaure ich fast, dass ich nicht einfach Ballaballa bin.

Impressionen von der Umgebung

Das Rohaargebirge, das Sauerland und die Gegend um den Wittgenstein hält viele landschaftlich schöne Überraschungen bereit. Ein Urlaub lohnt sich allemal.

Die Welt ist aus den Fugen

Nein, nein und nochmals nein!

Das nehme ich nicht mehr hin. Wenn ich eins in der Klinik gelernt hatte, dann dass ich das nicht hinnehmen muss und das werde ich auch nicht. Ich weiß längst, was ich in Zukunft machen will und ich weiß, dass das meine einzige Zukunft sein kann. Ich will das schon mein Leben lang. Jetzt ist es Zeit …

Sonnenuntergang

Die Welt ist aus den Fugen und doch ist alles ganz klar.

Alle Fotos haben einen Untertitel, der sichtbar wird, wenn man mit dem Curser auf das Bild geht und alle Fotos können vergrößert angesehen werden. Das betreffende Bild mehrfach anklicken und es öffnet sich ein weiteres Fenster und das Foto wird vergrößert abgebildet.

Die Fotos unterliegen dem Urheberrecht und dürfen nicht ohne Erlaubnis der Fotografin kopiert / heruntergeladen werden. Francis Bee

Portrait

Francis Bee im Wittgensteiner Rothaargebirge, Foto: Susanne

Beitragsfoto: Honigbiene auf Schneedecke … sie lebte und flog davon … ganz schön taff die Kleine.

Reaktionen auf den Bericht

Kommentare auf myheimat.de https://www.myheimat.de/bad-berleburg/blaulicht/wenn-die-reha-massnahme-zum-trauma-wird-d2860525.html#comment2758459

xxx | 20.03.2018 | 04:26

Klingt schlimm…
Aber wenn man krank ist, hat die Gesellschaft wenig Interesse… muss man dazu noch aufhören zu arbeiten, ist man für sie eh nur faul und wirr…

Antwort/Reaktion

Francis Bee | 20.03.2018 | 10:50 |

@xxx, das kann ich nur bis zu einem gewissen Grad teilen.
Die Gesellschaft erkennt sehr wohl an, wenn jemand 40 Jahre in Vollzeit gearbeitet hat und aus welchen Gründen auch immer dann krank geworden ist. Was die Gesellschaft nicht anerkennt ist, wenn der Betroffene / Erkrankte noch jung ist. Ich habe einige Patienten gesehen, die noch viel zu jung waren für das Nichtstun – abgesehen davon, ob sie nun tatsächlich in der Lage wären. Was die Gesellschaft auch nicht anerkennt ist Faulheit.
Doch wie misst man Faulheit?
In meinem Erlebnis geht es aber auch darum, wie wenig Therapeuten (und Institutionen: Kliniken, DRV, Krankenkassen, etc.) erkennen und akzeptieren können, wenn man nicht einem bestimmten Klischee entspricht – also aus dem Rahmen fällt.
Wenn ein Allergiker Tomaten oder Erdbeeren verträgt, entspricht er nicht dem typischen Klischee eines Allergikers.
Wenn jemand Krankheiten hat, die nicht aus der Giftküche der Depressionen (psychischen Störungen) stammt, entspricht dieser auch nicht diesem Klischee.
Ich prangere diese Praxis an.
Der Mensch ist zu verschieden, individuell und dafür muss man für eine Verbesserung anders herangehen. Da reicht es nicht, dass der Betroffene Dinge zugibt, die gar nicht vorhanden sind, weil sie nicht das Problem sind.
Die Problembekämpfung kann vielleicht aber auch nicht immer mit Psychosomatik erfolgen. Vielleicht wäre eine Hilfestellung, Unterstützung mit den Leiden zurechtzukommen, schon genug.
Depressionen u.ä. ergeben sich aus den vorhandenen Erkrankungen, wenn man sie nicht behandeln kann oder der Betroffene keine Hilfe erhält. Es hilft dann auch nicht, denjenigen in die Schublade „Ballaballa“ stecken zu wollen – weil derjenige dort nicht hineingehört und auch dadurch keine Hilfe erhält.
vg Francis

Wenn Krankheit krank macht

Fibromyalgie

… die Macht, die Krank macht …

„Ich habe Fibromyalgie“, erklärte Lady Gaga und sagte 2017 div. Konzerte ab.

Ich habe auch Fibromyalgie.

Fibromyalgie ist ein Schmerzsyndrom, das vor allem Muskeln betrifft. Ähnlich wie bei Rheuma werden Fibromyalgie-Patienten von unerträglichen Schmerzen gequält, vor allem auf Druck reagieren Patienten hochsensibel. Schlafstörungen; chronische Müdigkeit; Abgeschlagenheit; fieberähnliche Schweißausbrüche, die an starke Wechseljahresbeschwerden und messbarer Anstieg der Körpertemperatur (wie bei einer starken Grippe) erinnert; Konzentrations- und Antriebsschwäche; Migräneattacken; Tinnitus; Bauchkrämpfe wie bei Verstopfung und Durchfall, die an Magen-Darmgrippe erinnern, beschreiben das Krankheitsbild.

Die Symptome sind einem Burn-out sehr nah, passen wegen der Schmerzschübe, auch zu Rheuma und anderen Autoimmunerkrankungen.

Die Fibromyalgie ist aber weit mehr als nur ein Syndrom. Die Zusatzbeschreibung von einem nicht näher zu bezeichnenden Krankheitsbildes halte ich für nicht zutreffend.

Die Eingliederung in nur eine bestimmte Erkrankungsrichtung ist ebenso falsch wie oberflächlich. Die Komplexität dieser Erkrankung macht eine nähere Betrachtung unumgänglich.

Das wirft eine Menge Fragen auf:

  1. Woher kommt diese Krankheit?
  2. Was löst Fibromyalgie aus?
  3. Wer bekommt diese Krankheit?
  4. Wie kann man das bekämpfen?
  5. Wie erkenne ich, ob ich Fibromyalgie habe?

zu 1. Woher kommt diese Krankheit?

Dazu wird noch geforscht … und noch ist dabei nicht ganz richtig, wenn man bedenkt, dass die Erkrankung noch nicht lange bekannt ist. Gerade einmal ca. 30 Jahre wird überhaupt die Fibromyalgie als Krankheit wahrgenommen und nur sehr langsam wird bewusst, dass das etwas viel Größeres ist, als bisher angenommen.

Bisher ist diese Krankheit noch nicht offiziell anerkannt und Menschen mit dieser Diagnose werden immer nur in die Psychoecke abgeschoben und belächelt. Aber es ist viel mehr. Es ist eine Krankheit des Nervensystems, das starke Schmerzen verursacht, die andere Krankheitssymptome im Schlepptau hat und auslöst.

zu 2. Was löst Fibromyalgie aus?

Nichts genaues weiß man nicht … es gibt bisher nur Vermutungen, nichts Konkretes.

Meine Erkenntnis dazu ist, dass diese Krankheit eine Summe vieler Einzelerlebnisse ist. Diese Erlebnisse können zugefügte körperliche / physische, aber auch seelische / psychische Gewalt sein. Der Körper hat ein „eigenes Gedächtnis“, vergisst nichts. Dieses Gedächtnis ist nicht gleichzusetzen mit den abgespeicherten Erlebnissen in der Gehirnplatine. Das Nerven-Gedächtnis ist viel komplexer.

„Der Körper verzeiht nicht“, sagte einmal ein kluger Mensch und hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Alles was man seinem Körper bewusst oder unbewusst, verschuldet oder unverschuldet, angedeiht oder antut, wird einem irgendwann zurückgegeben und das ev. in Form von Schmerzen. Seit dem Ersten Weltkrieg (vllt. auch schon davor) sind Pseudo-Schmerzen bekannt. Da schmerzt z.B. das amputierte Bein, oder der fehlende Arm. Das ist bei Menschen, die ohne Extremitäten (oder Teile) geboren wurden, anders [wer andere Erfahrungen gemacht hat, der möge sich bitte melden].

Wenn als modewusster junger Mensch seine Nieren in einer nassen oder kalten Jahreszeit unbedeckt zur Schau oder Ballerinas im Winter trägt nur weil es Mode ist, provoziert mehr als nur eine kurzfristige Nierenentzündung. Später … viel später … wird sich der Körper mit Nierenschmerzsymptomen zurückmelden. Auch wenn dann keine Nierenentzündung vorliegt, ist das Syndrom sehr ähnlich. Nachteil: dieser Schmerz kann nicht „ausgespült“ werden. Viel Trinken (alkoholfreie Getränke ! ) hilft in dem Fall nicht.

Doch ich glaube, ich bin dem Auslöser auf der Spur, wenn ich behaupte, dass Fibromyalgie vererbt und erworben werden kann. Unstrittig ist, dass die auslösenden Faktoren mit schlimmen Erlebnissen zusammenhängen. Das ist sicher von Individuum zu Individuum verschieden, weil jeder Mensch mehr oder weniger Stress gut oder eben nicht so gut verarbeitet. Die Vererbung sehe ich bei der Implizierung der Krankheit in den Genen.

Bewiesen ist inzwischen, dass (fast) alle Krankheiten tatsächlich vererbt werden (können, nicht müssen) und die Genstränge sich verändern. Sind die Gene verändert, kann man das nachträglich nicht mehr ändern. Man muss damit leben, sich arrangieren.

zu 3. Wer bekommt diese Krankheit?

Vermutlich kann jeder Mensch diese Krankheit bekommen. Aber bei etwa der Hälfte der Menschheit wird es nicht zum Ausbruch kommen. Das ist bei anderen Krankheiten, wie Krebs oder Migräne usw., auch so.

Über mich kann ich sagen, dass ich die Fibromyalgie höchstwahrscheinlich vererbt bekam. Das schließe ich aus div. Gesprächen mit und Gebaren meines Großvaters. Er klagte oft über Schmerzen, die sich vor allem im Rücken und als Migräneattacken äußerten. Der Auslöser kann der Erste Weltkrieg gewesen sein, den er als Kleinkind erlebte und dann die Naziherrschaft (mehr zum Thema kann in einem Buch, dass noch in Arbeit ist, nachgelesen werden). Die Voraussetzungen zum Ausbruch sind Schicksalsschläge, die dadurch in die psychosomatische Ecke eingereiht werden könnte, aber nicht muss [siehe dazu: Link].

Aber ist nicht alles irgendwie abhängig von der psychischen Stabilität? Ist die Stabilität nicht gegeben und das dauerhaft, ist eine Erkrankung – egal welche – unausweichlich. Jeder Nervenzusammenbruch oder Burn-out, kann Auslöser für schwerere Erkrankungen sein. Der Tod eines geliebten Menschen oder die Trennung vom langjährigen Partner bis hin zu Mobbing (z.B.). Auch körperliche Katastrophen können die Fibromyalgie auslösen.

Doch Stress und Gifte können auch andere Krankheiten auslösen: Krebs z.B..

Fakt ist: alles, was wir tun, wird langfristig den Organismus unterstützen oder schädigen. Letztlich werden durch alle Formen des Erlebten Informationen im Gedächtnis des Körpers gespeichert und kann zum Ausbruch kommen, wie ein Vulkan dessen Hitze entweichen muss. Ein Überdruckventil gibt es nicht.

zu 4. Wie kann man das bekämpfen?

Fibromyalgie lässt sich nicht bekämpfen und auch nicht heilen. Ein wenig Gegensteuern ist möglich, aber aufhalten oder gar heilen ist und bleibt (vorerst) wunschdenken. Doch auch dieses Gegensteuern ist ohne große Opfer nicht machbar. Wer kein konsequentes Durchhaltevermögen besitzt, hat schon im Vorfeld verloren.

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“   (B. Brecht)

Es gibt Versuche die Symptome mit einer Ernährungsumstellung zu steuern. Doch ein Erfolg ist wieder individuell unterschiedlich. Es gibt nicht das EINE Rezept, das jedem Menschen hilft. So verhält es sich mit der konventionellen (Schul-) Medizin auch. Es gibt nicht die Eine Tablette gegen Kopfschmerzen, die allen gleich gut hilft.

Ärzte sehen überhaupt keinen Zusammenhang zwischen Ernährung und Fibromyalgie. Ich möchte es hingegen nicht ausschließen. Jedoch können, rein von der Logik her, genverändernde Erkrankungen sicher nicht per Diät beeinflusst werden. Aus- oder abgestellte oder gar abgestorbene Genstränge, die für die Gesundheit zuständig wären, sind nachträglich nicht mehr manipulierbar. Und was nicht da ist, kann nicht aktiviert werden – weder durch Medikamente noch mit Hilfe anderer Anstrengungen.

Das Obst und Gemüse gesund ist, ist wohl hinreichend bekannt und auch belegt. Nur betrifft das nicht konventionell hergestelltes / gezogenes Obst und Gemüse, sondern rein öko-biologisch gezogene Lebensmittel. Je weniger Giftstoffe der Körper aufnehmen, verarbeiten oder ertragen muss, umso besser. Das trifft natürlich nicht nur auf Menschen mit einer Krankheit zu. Wissenschaftler erkennen immer mehr den Zusammenhang zwischen pestizidbelasteter Nahrung und Krebs. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Gift dem Körper nicht gut-tun kann. Im Einzelnen gesehen … also ein gespritzter Apfel am Tag … wird nicht gleich Krebs o.a. Erkrankungen auslösen. Die Menge macht es. Wenn andere gespritzte Lebensmittel dauerhaft gegessen werden … . Krebs ist nur die Summe aller schlechten Dinge, die wir unserem Körper zufügen.

Um aber die Fibro in ein erträgliches Maß zurückzudrängen, bedarf es ständiger Bewegung. Wer einen Büro-Arbeitsplatz hat, wird damit schon seine Probleme haben.

Jeden Tag unterschiedliche Bewegungen, Funktionsgymnastik, Yoga – aber nicht lange in einer Bewegung verharrend, weil das neue Schmerzen verursacht. Sport ist immer gut, auch bei Fibromyalgie, aber neben einem Job: nicht leistbar. Warum? … weil man durch die komplexen Auswir-kungen am Ende eines Arbeitstages derart erschöpft ist, dass man froh ist zu Hause zu sein und nichts mehr tun zu müssen. Das schließt auch die sportlichen Aktivitäten und sämtliche Hobbys ein. Und oft kann man seinen Sport wegen der Schmerzen nicht mehr nachgehen. Da ist Improvisation gefragt.

Medikamente gibt es gegen die Fibromyalgie nicht. Nur Ärzte, die von der Pharmaindustrie dafür bezahlt werden, dass sie unsinnige Medikamente verschreiben. Eine Schmerztherapie ist genauso sinnlos, weil dies die Gabe von Psychopharmaka in unterschiedlicher Stärke / Höhe nachsichzieht. Zum Beispiel der Wirkstoff Amitriptylin, der für die Therapie von Psychosen (u.a. depressive Erkrankungen) eingesetzt wird. Nur blöd, dass das Mittel als GEFÄHRLICH eingestuft wurde:

06 – Giftig oder sehr giftig  08 – Gesundheitsgefährdend

Also ganz ehrlich … da muss es schon einen so heftigen Dauerschmerz [Beschreibung unter 5.] ohne Unterbrechung geben, bevor ich mir ein solches Medikament einwerfe. Ich möchte nicht wissen, was in der Infusion drin war, die Lady Gaga bekommen hat. … das ist dann tatsächlich gaga!

Beachten sollte auch jeder, dass es bekannt ist, dass man mit allergischen Reaktionen rechnen muss. Da ich Allergiker bin, kommt dieses und auch ähnliche Stoffe für mich nicht in Frage. Wer auf langfristige Selbstkasteiung steht, der kann es ja schlucken. Ich suche lieber nach Alternativen, so lange es keine besseren Lösungen gibt. Lösungen … das kann dauern.

zu 5. Wie erkenne ich, ob ich Fibromyalgie habe?

… jedenfalls nicht nur an den 18 Tenderpoints. Vom Arzt wird einem immer ziemlich glaubhaft bestätigt, dass die Punkte allein ein Indiz für eine Fibromyalgie ist. Es ist aber das Kompaktangebot dieser Erkrankung.

An vorderster Front: die Schlafstörungen, gefolgt von den stechenden Schmerzen. Dauerschmerzen fühlen sich an wie heftiger Muskelkater, auchwenn man keinerlei sportliche Aktivitäten unternommen hatte. Und die Stiche fühlen sich an, als würde man unvermittelt in ein riesiges Nadelkissen oder in einen wehrhaften Kaktus fallen. Kleinere Stiche können urplötzlich die Hand lähmen oder den Fuß (besonders gefährlich, wenn man gerade die Treppe hinuntergeht), der sich dann mal eben gefühlt „ausklinkt“.

Der immer mal wieder auftretende Durchfall ist hartnäckig und geht mit besonderem Beiwerk einher. Zuvor sind krampfähnliche Unterleibs-schmerzen zu spüren, die dem Menstruationsschmerz ähneln. Ein Mann kennt das natürlich nicht, aber ich vergleiche diese Schmerzen mit einem Messerstich in den unteren Bauchraum, wobei das Messer morchelnd hin und her bewegt wird … nur hört es nicht auf und man stirbt auch nicht daran. Auch wenn mann das weder erlebt hat oder erleben möchte … vielleicht kann der eine oder andere Mann sich diesen Schmerz so besser vorstellen.

Bei Schrecksekunden können tausend Nadeln aus allen Himmelsrichtungen auf den Körper einstechen. Was, das gibt es nicht? Doch, das gibt´s. Habe ich schon einige Male erleben müssen.

Heftige Kopfschmerzen, der Migräne ähnlich, können mit Übelkeit und Sehstörungen einhergehen. Schlecht, wenn man mit dem Auto fahren will / muss, denn die Fibromyalgie schlägt auch dann zu, wenn man sich gut oder auch entspannt fühlt. Schwindelanfälle sind ebenfalls nicht ohne.

Sehstörungen bis hin zu haluzinartigen Bewegungswahrnehmungen. Die Sehstörungen sind z.B. „Kuhflecken oder Fliegendreck“ auf der Augenlinse. Manchmal wandern diese Flecken und können das momentane Sehvermögen beeinträchtigen. Viel schlimmer finde ich Bewegungen, die man nicht lokalisieren kann, weil sie gar nicht da sind. Das „Auge“ nimmt Bewegung oder auch Stimmen war, wo nichts ist. Nein, ich bin nicht verrückt und ich habe auch keine Halluzinationen. Ich kann erkennen und weiß, dass das nicht wirklich passiert.

Die Sehstörungen können auch zu nebelartigen Schleier führen, der sich nicht ausspülen oder wegwischen lässt. So ist die Bestimmung der Sehstärke ein echtes Abenteuer. Die gemessenen Werte schwanken derart, dass eine Auswahl fast nicht möglich ist. Die Suche nach der richtigen Sehstärke hat bei mir über ein Jahr gedauert. Und auch jetzt noch habe ich das Gefühl, dass es „nicht passt“.

Der Körper läuft Amok.

Kampf mit den Behörden

Wer an Fibromyalgie erkrankt ist, muss reich sein oder ist glücklich verheiratet.

Ich bin beides nicht. Mein Kampf um die Anerkennung dauert nun schon seit 2015. Das bedeutet nicht nur mentale Kraftausbeutung, sondern auch die finanzielle. Die Behörde DRV [Deutsche Rentenversicherung] erkennt diese Erkrankung nicht an und somit auch keinen Antrag auf EMR [Erwerbsminderungsrente]. Begriffserklärung: wikipedia.

Sogar eine Reha [Rehabilitaions-Maßnahme], Begriffserklärung: wikipedia, hatte ich schon 2013/14 beantragt. Sie wurde bisher 6x abgelehnt. Ich musste erst die DRV verklagen, um über einen Vergleich eine Reha zu bekommen. … trauriges deutsches Sozial- und Gesundheitssystem.

Wer Recht hat, bekommt nicht immer recht.

Das Mittel zu seinem verbrieften Recht zu kommen, ist dann leider auch nur die Klage. Das kostet: Zeit, finanzielle Kraft und Ausdauer. Wer hat das schon, wenn sie/er so erkrankt ist. Aber man hat Anspruch auf eine Reha und man hat Anspruch auf Hilfe durch die bestehenden Gesetze. Dumm nur, dass die auch umgesetzt werden müssten … im Sinne der Betroffenen und nicht im Sinne der Behörden oder Betriebe. Doch das wird von der Behörde anders interpretiert. Ein weiteres Problem in unserem Sozialsystem, dessen ich mich an anderer Stelle intensiver widme.

Für die Klage holt man sich am Besten proffessionelle Hilfe von Profis:

Wer das Geld hat, der kann sich auch von einem Juristen vertreten lassen, der sich allerbestens im Sozialrecht auskennen sollte.

Erschwernis Recht: Juristische Fragen bei Firbomyalgie
Infomaterial (u.a.) bei der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung (DEV) e.V.

Beitragsstand: 01.2018; Erweiterung 12.2019, gez. Francis Bee