Der Schlachthof

>Ich habe einen Traum<

Ein Schlachthof irgendwo in Asien … Das Bellen ist weithin zu hören, doch der ORt liegt so einsam, dass niemand die verzweifelten Hilferufe hört. … Die Luft ist heiß und die zitternden Leiber dampfen in der aufgehenden Sonnenglut. Es gibt kein entrinnen für die eng eingepferchten Tiere. Sie leiden zu Tausenden, frieren in der Nacht und schwitzen am Tag. Ihre Zungen versuchen die Körpertemperatur zu senken … keine Chance. Die Schwächsten unter ihnen leiden am meisten und einige haben aufgegeben – einfach so.

Es ist Erlösung … Erlösung? Erlösung durch den Tod. Entrinnen aus diesem Gefängnis?

Hüter des Balkons

Tao, ein großer Hund mit braun-geschecktem Fell, sah wie allmählich das Leben aus der kleinen weißen Hündin wich. Sie lag im Käfig gegenüber. Sie konnte sich nicht bewegen, denn der ohnehin viel zu kleine Käfig, wahr hoffnungslos überfüllt. Die oberen Hunde entließen ihre Fäkalien auf ihre darunterliegenden Artgenossen. Sie konnten nichts dafür oder es ändern, denn sie konnten nicht ausweichen. Der Käfig war verschlossen. Die unteren Tiere gaben auf, wenn der Druck zu groß war. Sie sahen kein Entrinnen, keine Zukunft.

Ihre Augen flackerten, als der Urin eines anderen auf ihren Kopf tropfte. Tränen rannen aus ihren Augen und schließlich gab ihr Herz auf. Blieb einfach stehen.

Tao schüttelte seinen mächtigen Kopf und wünschte ihr einen schönen Hundehimmel ohne Leid.

Doch ihm ging es nicht viel besser. Seit Stunden stand Tao auf dem Draht des Käfigbodens und konnte sich nicht setzen oder gar legen. Unter ihm drängten sich kleinere Hunde, die er nicht unter seinem Gewicht zerquetschen wollte. Aber er wusste, dass er es nicht mehr lange durchhalten konnte. Seine Beine schmerzten und dann und wann hob er eine Pfote. Der Draht drückte durch die Lederhaut. Dafür waren Hundepfoten nicht geschaffen. Sie waren empfindlich, damit der Boden gefühlt werden konnte. Immer wieder sah er die Kleinen unter sich mit seinen sorgenvollen Augen an. Die kleinen Hündchen weinten und zitterten und schienen sich an Tao zu drängen, als ob er sie beschützen könnte, dabei war auch er ein Gefangener.

Es war Tage zuvor, als ein kompaktes Fahrzeug ohne Fensterscheiben vor dem Garten seines Heimes anhielt. Der Motor lief und zwei Männer mit langen Stangen betraten seinen Hof. Tao gab Laut, in dem Wissen, dass seine Familie nicht zu Hause war. Er musste das Haus, den Besitz seiner Familie, vor Eindringlingen beschützen.

Mix-Max

Die Männer hatten jedoch keine Angst, sondern gingen in Abwehrhaltung und auf Tao zu. Mit den langen Stöcken und einer Schlinge am vorderen Ende versuchten sie Tao einzufangen. Seine tiefe Stimme dröhnte über den Hof und hallte an den Wänden des Wohnhauses wieder. Nach langem Kampf, steckte sein Kopf in der Schlinge und schnürte ihm die Luft ab. Tao war besiegt. Ein dritter Mann kam herangelaufen und stülpte Tao ein Lederband über sein Maul. Er wehrte sich nach Kräften, aber er war den drei Männern mit den Stöcken und den Schlingen nicht gewachsen. Seine Beine wurden zusammengeschnürt und schließlich wurde er besinnungslos, als die Schlinge sich immer weiter zuzog.

Als er zu sich kam, steckte er in dem Käfig in einem fensterlosen wackelnden Auto. Im Verlauf des Tages wurden immer mehr Hunde in die engen Käfige gesteckt. Die Luft war beißendscharf in dem verschlossenen Kleinlaster. Nur der Moment, wenn die Tür geöffnet wurde, drang frische Luft ein. Tao holte dann immer tief Luft. Sein kleines Behältnis war übervoll. Kleine Hündchen lagen auf seinem weichen Fell. Zitternd schmiegten sie sich an Tao. Das Fahrzeug stoppte abruppt und die Tür wurde erneut geöffnet. Die Männer hatten Stangen dabei und Tao machte sich auf einen erneuten Angriff gefasst. Die Menschen schoben je rechts und links eine der Stangen durch das Gitter. Fast wurde ein kleines Hündchen von den Stangen verletzt, als Tao schnell reagierte und es am Nacken packte. Er hob es hoch und setzte es wieder ab, als die Stange arretiert war.

Tao war ein Hütehund. Stolz und kräftig und vollakzeptiertes Mitglied einer Familie. Seine Familie. Und jetzt? Jetzt war er wahrscheinlich meilenweit entfernt und am schlimmsten Ort, den man sich vorstellen konnte. Die bösen Hundefänger hoben einen Käfig nach dem anderen aus dem Kleinlaster und trugen sie tief in den Hof hinein. Es war unbegreiflich, was Tao und die kleinen Hündchen sahen. Hunderte, wenn nicht tausende Käfige mit übereinandergestapelten, bis zum Platzen gefüllten, Hundeleibern.

Es waren gestohlene Hunde, wie er.

Sein Käfig wurde abgesetzt neben einen anderen, der leer war. #Hündchen um Hündchen wurde ohne viel Aufhebens und brutal herausgeholt und in einen noch kleineren Käfig umgesetzt. Zum Schluss kam Tao dran. Seine Beine waren noch immer zusammengeschnürt und er konnte sich nicht richtig zur Wehr setzen. Das Lederband um seinem Maul, wurde zeitgleich mit den anderen Fesseln gelöst. Dann wurde er in den Käfig gestopft … auf die viel kleineren Hunde, die schon drin waren. Und so stand Tao über den kleinen Hündchen und blickte sie ratlos an.

Antjes Wauwi, Yorkshire

Dann erkannte Tao, was das alles zu bedeuten hatte. Es war die Hölle schlechthin und die vielen Hunde aller Rassen und Größen, riefen bellend nach ihren Lieben, nach Freiheit und vor Angst. Einige Schüchterne drängten sich in die hinterste Ecke und wimmerten vor sich hin, andere wurden aggressiv und bissen um sich, um ein wenig mehr Freiraum zu bekommen. Doch alle gemeinsam sollten das gleiche Los am Ende teilen.

Wenn wieder einige Käfige geleert wurden, bellten und schrien alle aufgeregt und ängstlich aus Leibeskräften. Das alle nützte nichts.

Als die ersten Hunde in einem Haus verschwanden und die Schreie durch die Türen drangen, wurde es schlagartig still. Alle schienen den Atem anzuhalten. Einige begannen an zu wimmern und Tränen rannen aus ihren Augen. Einige versuchten den Draht ihres Käfigs durchzubeißen oder urinierten zitternd. Und dann gab es jene, die vor Angst durchdrehten und verrückt wurden oder sich versuchten das Leben zu nehmen.

Nach einiger Zeit schienen einige der Hunde in Lethargie zu fallen. Sie dämmerten nur noch vor sich hin.

Tag für Tag ging das so. Jene Hunde, die schon länger da waren, wurden manchmal einzeln, manchmal in kleinen Gruppen ohne Käfig in das Haus getragen – die größeren waren verschnürt, wie ein Festtagsbraten.

Schäferhund-Nase

Dann geschah es.

Mehrere Männer, die Tao bisher noch nie gesehen hatte, kamen mit Schubkarren aus dem Haus. Es war eine riesige Holzplatte mit nackten Hundeleibern darauf. Sie waren übereinandergestapelt, aufgereiht, blutig und regungslos.

Diese felllosen Leiber wurden in andere Laster verfrachtet. Die Männer schoben die leeren Holzplattenkarren zurück in das Haus. Die Türe schloss sich nicht, sondern ein Mann mit einer blutverschmierten Schürze stand im Eingang. Er blickte sich um und Taos Miene verfinsterte sich. Sein Fell, welches auf dem Rücken länger war, stellte sich nach oben und sein Bass dröhnte leise. Aber die Ohren der kleinen Hündchen hörten ihn und sie begannen sich an ihn zu drängen, ganz als ob sie wüssten, was gleich geschehen konnte.

Der Mann wies zwei andere, wahrscheinlich unterlegene, an und zeigte dabei auf Tao. Die Männer kamen zu dem Käfig und schoben erneut Stangen in den Käfig. Eine Schlinge legte sich um Taos Hals und würgte ihn. Er wurde mit einem kleineren Hündchen in das Haus geschleppt, in das der Mann mit der Schürze schon wieder verschwunden war.

Jetzt wurde das gesamte Ausmaß sichtbarer. Tote Körper, in Stücke zerlegt, Herz, Leber und Niere aufgereiht, wie die Auslage bei einem Metzger. Es war unglaublich dreckig, heiß und es roch nach Tod. in einer Ecke brodelte ein großer Topf … Tao sah den heißen Dampf und er mochte den Gedanken nicht weiterdenken, der sich in seinem Gehirn breit machte.

Tao wurde in einen Käfig gestopft und die zwei Männer verließen den Raum. Aber das Türschloss klemmte und war nicht richtig geschlossen. Dann sah Tao, wie der Mann mit der Schürze den kleineren Hund auf einen blutigen Tisch legte und ihn mit nur einer Hand festhielt. Der noch junge Hund rief und Tao wollte ihm helfen. Sein Baß dröhnte in dem Raum und der Mann sah ihn grinsend an.

„Warte nur … Du bist danach dran. Das wird ein Festessen.“

Tao sah, wie das Hündchen von dem Mann mit einem Messer gefoltert und letztlich mit einem Schlag ermordet wurde. Entschlossen schob Tao das Schloss mit der Nase beiseite und die Tür auf. Jetzt knurrte er den Mann mit gefletschten Riss an. Behäbig löste der Schlächter sich von dem kleinen blutverschmierten Leib mit dem Messer in der Rechten. Doch der Mann kam nicht mehr dazu seine Waffe gegen Tao zu heben. Wutentbrannt rammte Tao dem Mörder seine Zähne ins Gesicht und riss es halb aus dem Kopf. Sein Schrei war dumpf und verstummte je, als Tao die Halsschlagader durchtrennte. Röchelnd mit dem halben Gesicht und einem Auge starr ins Leere blickend, entrann sein grausames Leben.

Tao war mit seinem Werk zufrieden und ging zu dem kleinen Hund, der leblos auf dem Tisch lag. Seine Ohren waren abgeschnitten und ein langer Schnitt hatte seine Eingeweide herausquellen lassen. Tao weinte einen Augenblick, als er einen anderen Hund entdeckte, der sich vorsichtig aus dem Dunkel des Raumes löste.

Da waren noch mehr. Alle viel kleiner, als Tao, aber es waren viele und es waren auch kräftige dabei.

P1500169-01-FB

Immer mehr meldeten sich leise. Tao öffnete die Käfigtüren. Sie erkannten ihre Chance und taten es Tao gleich. Sie schoben die Hebel mit der Schnauze auf und befreiten alle anderen.

Geklapper von Schlüsseln und Menschenstimmen waren plötzlich zu hören … die anderen Männer kamen zurück, um neue Opfer zu bringen.

Die Hundegruppe positionierte sich. Die Großen standen mit gefletschten Zähnen und blutverschmierten Mäulern vorn, die kleinen weiter hinten.

Als die Tür geöffnet wurde und zwei Männer in den Raum traten, stürzte sich die Hundemeute auf sie und gruben ihre Fänge in das weiche Fleisch der schreienden Männer, zerrten und rissen daran, bis alles voll Blut war und so lange, bis sie vollends verstummten.

Die Hundegruppe verließ das Schlachthaus. Die Türen waren nur angelehnt, weil die Mörder sich sicher fühlten. Tao positionierte sich vorne und lugte vorsichtig in den Hof. Der Lärm der bellenden und ängstlichen Hunde in den Käfigen war ohrenbetäubend. Er sah niemanden, außer die Käfige mit den eingepferchten Tieren. Die Meute folgte schweigend Tao und machten es ihm nach, als er ihnen zeigte, wie man die Hebel der Käfige betätigte. Zuerst wurden die großen kräftigen Hunde freigelassen. Sie verstanden sofort und stellten sich in Position. Alle Hunde waren nun frei und sahen Tao erwartungsvoll an. Er teilte sie nach Größe ein. Die kleinen sollten auskundschaften, die großen deckten sie. Und alle auf einmal – nie allein.

Eine Promenadenmischung kam herangeeilt und gab zu verstehen, dass die Männer in den Blechlastern zurückkommen. Dann wurde das Tor aufgeschoben. Die großen Hunde standen mit gefletschten Zähnen vorn, die kleineren weiter hinten.

Die Lastwagen wurden mitten auf den Hof gefahren und gestoppt. Als die Fahrer und die Hundefänger ausstiegen waren und die Autotüren geöffnet hatten, stürmte die wartende Hundemeute los.  … Als die Männer sich nicht mehr rührten und kein Lebenszeichen mehr zu vernehmen war, konnten alle eingefangenen Tiere befreit werden

Hundewiesentreffen

Ausnahmslos alle Hunde rannten hinaus, weg von dem schrecklichen Ort, der nur Leid brachte und so widerlich nach Blut und Tod roch. Sie sprengten schließlich auseinander und liefen nach Hause und machten einen großen Bogen um Lastwagen, die ihnen noch einmal habhaft werden könnten.

Tao, der große kräftige Hund, lief zu seiner Familie zurück, die ihn vor Freude weinend in die Arme schloss.

Wie der Wind

Sie waren frei und lebten …

 

Besucht mich auf Facebook und kämpft mit mir zusammen gegen den Hundeschlacht-hof, in dem unsere besten Freunde grausam ermordet werden … täglich … jedes Jahr erneut … lebendig verbrüht, angezündet und Gliedmaßen abgetrennt … erschlagen oder halbtod die Haut abgezogen. Fell und Leder werden zu Schuhen und Mäntel weiterverarbeitet … auch nach Europa.

Unterzeichnnet Petitionen und sucht mit mir zusammen Freunde, die den Fellnasen eine liebevolle Zukunft geben können.

Eure Tierfreundin Francis Bee

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s